Baukonjunktur
Erste Halbjahresbilanz zeigt stabilen Trend im Osten

Erste Mittel aus dem Sondervermögen kommen an: Die ostdeutsche Bauwirtschaft verzeichnete im ersten Halbjahr 2026 eine kräftige Belebung der Nachfrage. Der reale Auftragseingang legte um 6,0 Prozent zu, allerdings verbuchten die Betriebe beim Umsatz einen realen Rückgang von 1,3 Prozent.
Wie der Bauindustrieverbandes Ost (BIVO) mitteilte, summierte sich das Gesamtauftragsvolumen in den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 im ostdeutschen Bauhauptgewerbe bei den Betrieben mit 20 und mehr Beschäftigten auf knapp 12,0 Milliarden Euro. Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum bedeutete dies ein nominales Plus von 11,1 Prozent. Eine erste Bilanz von Hauptgeschäftsführer Robert Momberg: „Am Ende des ersten Halbjahres 2026 verzeichneten die Bauunternehmen insgesamt eine stabilere Nachfrageentwicklung als im Vorjahr, was vor allem auf erste Umsetzungsmaßnahmen aus den Mitteln des Sondervermögens zurückzuführen war.“
Zuwächse in fast allen Bausparten
Gestützt wurde die Konjunktur maßgeblich vom öffentlichen Bau mit einem nominalen Zuwachs von 22,0 Prozent auf 4,6 Milliarden Euro. Der Straßenbau verzeichnete ein Plus von 13,8 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro. Auch der Wohnungsbau legte bei den Aufträgen nominal um 19,5 Prozent auf knapp 1,9 Milliarden Euro zu. Im Wirtschaftsbau stagnierten die Bestellungen dagegen nominal bei einem Zuwachs von nur 1,0 Prozent auf 5,5 Milliarden Euro, was real einen Rückgang bedeutet. Verbandschef Momberg warnt vor einer einseitigen Interpretation der Zahlen: Zwar lägen alle Bausparten nominal im Plus, die Dynamik falle jedoch extrem unterschiedlich aus. Der zurückhaltende Wirtschaftsbau bremse eine breite Erholung aus.
Umsätze steigen nominal
Trotz der steigenden Aufträge verbuchten die Unternehmen beim Umsatz noch keine Trendwende. Die Erlöse beliefen sich im ersten Halbjahr auf rund 10,2 Milliarden Euro. Das entspricht zwar einer nominalen Steigerung von 3,8 Prozent, bedeutet preisbereinigt allerdings ein reales Minus von 1,3 Prozent. Während der Wirtschaftsbau nominal um 6,5 Prozent zulegte, sank der Umsatz im Wohnungsbau nominal um 2,7 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro. Verbandsgeschäftsführer Momberg sieht darin ein anhaltendes Konjunkturrisiko: „Die aktuellen Zahlen zeigen, dass der Gesamtumsatz nominal zwar solide zugelegt hat, der anhaltende reale Rückgang sowie die Verluste im Wohnungsbau die Baukonjunktur jedoch weiterhin spürbar belasten.“
Regionale Halbjahresergebnisse 2026 im Vergleich
Bundesland | Auftragseingang (nominal) | Gesamtumsatz (nominal) | Beschäftigtenentwicklung | Besonderes Highlight |
Berlin | +44,7 % (real: +39,4 %) | -9,6 % (real: -14,9 %) | leicht rückläufig (-0,4 %) | Kräftiger Wohnungsbau-Auftragseingang |
Brandenburg | -12,2 % (real: -18,4 %) | +32,8 % (real: +26,6 %) | deutlicher Zuwachs (+3,3 %) | Starker Umsatzsprung im Wirtschaftsbau |
Sachsen | +4,2 % (real: +0,1 %) | -1,0 % (real: -5,1 %) | leicht steigend (+0,6 %) | Starker öffentlicher Auftragseingang |
Sachsen-Anhalt | +13,8 % (real: +8,1 %) | +1,0 % (real: -4,7 %) | rückläufig (-1,4 %) | Deutlicher Zuwachs im Straßenbau |
Heterogene Entwicklung in den Ost-Bundesländern
Wie die statistischen Auswertungen zeigen, driften die Entwicklungen in den einzelnen Bundesländern stark auseinander. Während Berlin bei den Auftragseingängen ein nominales Plus von 44,7 Prozent verzeichnete, brach die Nachfrage in Brandenburg nominal um 12,2 Prozent ein. Umgekehrt verhielt es sich beim Umsatz: Hier meldet Brandenburg ein nominales Umsatzplus von 32,8 Prozent, während die Erlöse in Berlin nominal um 9,6 Prozent sanken.
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