Das Ende der Rezession
Der reale Auftragseingang im Bauhauptgewerbe ist 2025 um 6,8 Prozent gestiegen. Auch der Umsatz legte erstmals seit 2020 wieder zu. Die Bauwirtschaft spricht vom Ende der Baurezession – mit Ausnahme des Wohnungsbaus.

Die aktuellen Zahlen zeigen eine Stabilisierung der Baukonjunktur. Während Infrastruktur- und Energiegroßprojekte dem Tiefbau kräftige Impulse geben, bleibt der Wohnungsbau unter Druck. Die gespaltene Entwicklung bleibt der Branche damit erhalten.
Bau-Aufträge insgesamt deutlich im Plus
Der reale Auftragseingang im Bauhauptgewerbe stieg 2025 um 6,8 Prozent, nominal um 9,2 Prozent auf 113,0 Milliarden Euro, wie Destatis mitteilt. Der Auftragsbestand lag zum Jahresende sogar um 10,2 Prozent über dem Vorjahr. Der reale Jahresumsatz erhöhte sich um 2,4 Prozent auf nominal 120,5 Milliarden Euro – das erste reale Plus seit 2020. Allerdings zeigt der Dezember mit einem saisonbereinigten Rückgang von 4,9 Prozent zum Vormonat, dass die Dynamik schwankt.
Die Erwartungen hinsichtlich der Gesamterholung im Baujahr 2025 wurden deutlich übertroffen.Noch im Frühjahr 2025 hatte der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie einen realen Umsatzrückgang um 1,0 Prozent prognostiziert. Die Prognose ging von einem insgesamt nur moderat positiven Auftragseingang aus – weit entfernt von deutlich zweistelligen Zuwächsen. Die positive Entwicklung hat ihre Ursache im Wesentlichen in den Großprojekten im Tiefbau.
Tiefbau: Wachstum durch Großprojekte
Der Tiefbau bleibt der klare Treiber der Entwicklung. In dieser Sparte stieg der Umsatz 2025 real um 5,8 Prozent, der Auftragseingang um 6,2 Prozent. Großprojekte bei Bahn, Energieinfrastruktur, Breitbandausbau und Rechenzentren sorgten für volle Auftragsbücher. Der ZDB spricht von kräftigen Impulsen aus dem Leitungstiefbau, der Schienensanierung und dem ÖPNV-Ausbau. „Bis diese Projekte aber umsatzwirksam werden, das dauert", sagte der Hauptgeschäftsführer beim Hauptverband der Deutschen Bauindustrie, Tim-Oliver Müller. „Außerdem profitieren hiervon erst einmal nur wenige Unternehmen."
Der Straßenbau entwickelte sich dagegen schwächer. Laut ZDB lag der Auftragseingang hier im Gesamtjahr real um fünf Prozent unter Vorjahr – unter anderem wegen verzögerter Haushaltsentscheidungen.
Wirtschaftsbau: Impulse durch Infrastruktur und Rechenzentren
Der Wirtschaftsbau profitierte deutlich von Bahnprojekten und dem Ausbau digitaler Infrastruktur. Die Bauindustrie meldet hier ein reales Umsatzplus von 6,5 Prozent. Zunehmende Investitionen in Rechenzentren könnten 2026 zusätzliche Dynamik bringen. Für das laufende Jahr erwartet der Bauindutrieverband im Wirtschaftsbau ein Plus von rund vier Prozent.
Öffentlicher Bau: Unterdurchschnittliche Entwicklung
Der öffentliche Bau legte 2025 real nur um rund zwei Prozent zu. Vor allem die zurückhaltende Auftragsvergabe der Autobahn GmbH belastete die Entwicklung. Zwar kam es im Dezember zu einem kräftigen Turnaround im Straßenbau, die schwache Gesamtjahresentwicklung konnte er aber nicht vollständig ausgleichen.
Wohnungsbau: Schwach trotz steigender Aufträge
Im Hochbau stiegen die Auftragseingänge real um 7,5 Prozent. Der Wohnungsbau verzeichnete dabei sogar ein reales Auftragsplus von rund zehn Prozent – allerdings von sehr niedrigem Niveau aus. Beim Umsatz zeigt sich die Schwäche deutlicher: Er sank im Hochbau insgesamt um real 0,8 Prozent, im Wohnungsbau laut ZDB um etwa 2 Prozent. Die über Jahre gesunkenen Baugenehmigungen schlagen sich nun in der Umsatzentwicklung nieder. Die Bauindustrie warnt daher, dass steigende Aufträge noch nicht automatisch zu höheren Bauleistungen führen.
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Beschäftigung: Bauunternehmen bauen Kapazitäten auf
Im Bauhauptgewerbe waren 2025 in Betrieben ab 20 Beschäftigten rund 540.000 Personen tätig (+1,1 Prozent). Branchenweit lag die Beschäftigtenzahl bei rund 923.000 Personen. Die Bauindustrie wertet den Personalaufbau als Zeichen dafür, dass Unternehmen an eine Stabilisierung glauben. Für 2026 wird ein weiteres reales Umsatzplus von etwa 2,5 Prozent erwartet.
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