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Baugenehmigungen: Negativ-Trend im Wohnungsbau gebrochen
Nach drei schwachen Jahren melden die Genehmigungszahlen wieder ein Plus. Für die Bauwirtschaft ist das ein wichtiges Signal. | Foto: Unika

Im Jahr 2025 wurden in Deutschland 238.500 Wohnungen genehmigt. Das waren 10,8 Prozent beziehungsweise 23.200 Wohnungen mehr als im Jahr 2024, als die Genehmigungen auf den niedrigsten Stand seit 2010 gefallen waren. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, steigt die Zahl damit erstmals seit 2021 wieder.

Die Zahl der genehmigten Neubauwohnungen erhöhte sich um 12,6 Prozent auf 198.100. Deutlich schwächer fiel der Zuwachs bei Wohnungen aus, die durch Umbauten entstehen. Hier lag das Plus bei 2,7 Prozent auf 40.400 Wohnungen. In neu errichteten Wohngebäuden wurden insgesamt 194.200 Wohnungen genehmigt (+13,2 Prozent).

Mehr Genehmigungen bei Ein- und Mehrfamilienhäusern

Bei den Einfamilienhäusern stiegen die Genehmigungen um 17,2 Prozent auf 44.500. Zweifamilienhäuser blieben mit 12.600 Wohnungen nahezu auf Vorjahresniveau (-1,1 Prozent). Die meisten Wohnungen entfielen weiterhin auf Mehrfamilienhäuser. Hier wurden 128.100 Wohnungen genehmigt, ein Plus von 12,1 Prozent. Das entspricht rund 65 Prozent aller genehmigten Neubauwohnungen. Der Anstieg zeigte sich vor allem in der zweiten Jahreshälfte. Auch Wohnheime verzeichneten einen deutlichen Zuwachs auf 9.100 Wohnungen (+34,2 Prozent).

Bauministerin: Bau-Turbo zeigt Wirkung

Bundesbauministerin Verena Hubertz wertete den positiven Trend auch als Ergebnis politischer Entscheidungen: „Wir stärken die Branche konsequent. Sei es durch den Abbau von Bürokratie, z.B. durch den Bau-Turbo oder die anstehende Novelle des Baugesetzbuches, sowie durch konsequente Förderprogramme, wie der neuen Förderung des EH55-Standards zum Abbau des Bauüberhangs. So sorgen wir dafür, dass sich der positive Trend auch im Jahr 2026 weiter fortsetzt.“

Baugewerbe: Schieflage im Wohnungsbau noch nicht behoben

Dass der Negativtrend gebrochen ist und Investoren wieder Vertrauen fassen, sieht Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer Zentralverband Deutsches Baugewerbe, als gute Nachricht. Die EH-55-Plus-Förderung würde gut angenommen. „Wir sind auf dem richtigen Weg, aber noch weit davon entfernt, die Schieflage am Markt zu lösen“, so Pakleppa. Das Problem seien die geringen Fertigstellungszahlen. „Im vergangenen Jahr wurden nach unserer Einschätzung nur rund 225.000 Wohnungen fertiggestellt, während wir jährlich mindestens 100.000 Wohnungen mehr bräuchten.“ Zudem rechnet der Verband mit einem weiteren Rückgang. Mit einem „riesigen Defizit“ bleibe der Wohnungsbau weiterhin hinter dem Bedarf zurück.

ZDB fordert langfristige EH-55-Förderung

Um dem Wohnungsbau wieder auf die Sprünge zu, müssten aus Sicht des ZDB die neuen Förderungen ab 2027 langfristig verstetigt werden. Eine Anpassung der Sonder-AfA, die an EH 55 statt an EH 40 gekoppelt sei, würde zusätzlichen Schwung bringen. „Wenn EH 55 für die Eigenheimförderung ausreicht, muss der Standard erst recht für den Mietwohnungsbau und die Sonder-AfA gelten“, so Pakleppa.

Wohnungsbau: Bauindustrie erwartet nur leichten Zuwachs

Die Bauindustrie erwartet für 2026 im Wohnungsbau einen leichten Zuwachs, sagte der Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, Tim-Oliver Müller. Größere Wachstumsraten werden von dem hohen Niveau der Hypothekenzinsen bei langen Laufzeiten verhindert. Wegen der hohen Baukosten hätte noch die Hälfte der Bauunternehmen im Januar laut Ifo Institut einen Auftragsmangel im Wohnungsbau gemeldet. Als mögliche Maßnahme, um die Baukosten zu senken, nennt Müller den Abbau von „überzogenen technischen und bürokratischen Anforderungen“ wie etwa durch die Einführung des Gebäudetyp E. Entscheidend sei aber ein insgesamt investitionsfreundliches Umfeld.

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