Atlas Baumaschinen
Übernahme endlich in trockenen Tüchern

Das Warten hat ein Ende: Der Verkauf der insolventen Atlas-Gruppe an den kanadischen Hersteller Buhler Versatile ist offiziell vollzogen. Vom Insolvenzantrag im Februar bis zum endgültigen Vollzug am 1. Oktober sind acht Monate vergangen. 200 Arbeitsplätze werden erhalten.

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Bei der Sanierung der Atlas Gruppe sind nun die letzten Schritte im Zuge der Übernahme durch die kanadische Buhler Versatile, Hersteller von Landmaschinen mit Produktionsstandort in Winnipeg, Manitoba, umgesetzt. Das sogenannte „Closing“ als offizieller Vollzug der Transaktion ist zum 1. Oktober 2026 erfolgt. Damit rückt das operative Geschäft der Atlas Gruppe unter das Dach von Buhler Versatile und wird dort fortgeführt. In den kommenden Wochen soll die Integration in die Abläufe des neuen Eigentümers erfolgen, teilte Atlas mit. Eigentlich sollte der offizielle Vollzug der Transaktion zum 1. September 2026 erfolgt sein. Das Closing der Transaktion verzögerte sich aber um vier Wochen.
Atlas acht Monate nach Insolvenz gerettet
„Vom Insolvenzantrag im Februar bis zum endgültigen Vollzug heute sind weniger als acht Monate vergangen. Für ein Verfahren dieser Größe und in einem sehr herausfordernden Marktumfeld ist das ein hervorragendes Ergebnis", sagte dazu Sachwalter Hendrik Gittermsann. "Dank der konstruktiven Zusammenarbeit von allen Beteiligten ist es gelungen, Atlas als Marke und als Hersteller hochwertiger Baumaschinen am Standort Ganderkesee zu erhalten.“
135 Arbeitsplätze gehen verloren
Die Hürden für den Verkauf der insolventen Atlas-Gruppe waren schon Anfang August genommen. Nach der Prüfung durch das Bundeswirtschaftsministerium kann der kanadische Landmaschinenhersteller Buhler Versatile die Traditionsmarke übernehmen, der Vollzug der Transaktion erforderte jedoch einen Stellenabbau von 135 der 400 Arbeitsplätze.
Es kommt damit nicht ganz so heftig wie urprünglich erwartet. Der insolvente Baumaschinenhersteller mit Standorten in Delmenhorst, Ganderkesee und Vechta musste insgesamt 135 der insgesamt 400 Mitarbeiter entlassen. Die IG Metall hatte mit dem Verlust von 200 Jobs gerechnet. Der Stellenabbau war eine Bedingung des Investors für die Übernahme.
Übernahme durch türkisch-kanadischen Landmaschinenhersteller
Käufer der Traditionsmarke ist der kanadische Landmaschinenhersteller Buhler Versatile (Winnipeg), der zur türkischen Asko-Gruppe gehört, einer familiengeführten Industrieholding, die im Agrar- und Baumaschinensektor aktiv ist. Mit dem Erwerb will die Gruppe ihre Präsenz auf dem europäischen Markt ausbauen. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Die Unterzeichnung des Kaufvertrags erfolgte am 11. Juni 2026.
Die vertragliche Vereinbarung umfasst sämtliche Vermögenswerte der operativ tätigen Gesellschaften. Dazu gehören die Atlas GmbH, die Atlas Spare Parts GmbH, die Atlas Group Services GmbH, die Atlas Kompakt GmbH sowie die Anteile an der britischen Atlas Cranes UK Ltd.
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Das Ende einer langen Krise
Die Atlas-Gruppe steckte seit gut zwei Jahren in einer tiefen Krise, verschärft durch die schwache Baukonjunktur und Spannungen zwischen dem Betriebsrat und der früheren Eignerfamilie Filipov. Zu Jahresbeginn beantragte Atlas Insolvenz in Eigenverwaltung, die am 6. Februar 2026 vom zuständigen Amtsgericht Delmenhorst angeordnet wurde. Ziel: die Sanierung und Fortführung des Traditionsunternehmens.
(Hinweis der Redaktion: Die Atlas Weyhausen GmbH aus Wildeshausen, die Radlader der Marke Weycor herstellt, ist rechtlich und wirtschaftlich ein eigenständiges Unternehmen und von der Insolvenz der Atlas GmbH nicht betroffen.)
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