Elektro-Baumaschinen
Volvo und Hitachi Energy planen die Baustelle als Gesamtsystem

Volvo CE und Hitachi Energy entwickeln künftig gemeinsame Gesamtlösungen für emissionsfreie Baustellen. Da der Umstieg auf E-Maschinen in der Praxis oft an fehlender Lade- und Netzinfrastruktur scheitert, wollen die Konzerne die Baustelle als Energiesystem planen. Ein wichtiger Schritt für den klimafreundlichen Erdbau.

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Das Angebot an elektrischen Baumaschinen wächst – doch auf den Baustellen kommen sie kaum an. Bauunternehmen zögern beim Kauf. Der Grund: Es fehlen einheitliche Standards und eine praxistaugliche Ladeinfrastruktur, um die Maschinen verlässlich zu betreiben. Volvo Construction Equipment (Volvo CE) und der Stromnetzspezialist Hitachi Energy wollen dieses Nadelöhr nun gemeinsam aufweiten. Die beiden Konzerne haben eine nicht-exklusive Absichtserklärung unterzeichnet, um einsatzbereite Systemlösungen für emissionsfreie Baustellen zu entwickeln.
Ladeinfrastruktur als Bremsklotz
Der bloße Austausch einer Diesel- durch eine Elektromaschine greift in der Praxis zu kurz. Wie sich die Situation bei alternativen Antrieben derzeit genau darstellt und warum die Skepsis der Anwender so groß ist, lesen Sie in unserer ausführlichen Analyse zu Elektro, Wasserstoff und E-Fuels am Bau. Vor allem auf abgelegenen Baustellen oder bei Großprojekten im schweren Erdbau und Steinbruchbetrieb mutiert das Laden schnell zum logistischen Risiko.
Die neue Kooperation soll genau diese Lücke zwischen Maschine und Stromnetz schließen. Dafür blicken die Kooperations-Partner nicht auf das einzelne Fahrzeug, sondern auf das gesamte System. Im Zentrum stehen vier eng verzahnte Handlungsfelder: Erstens muss eine verlässliche Stromversorgung her, die auch an entlegenen Standorten ausreichend grünen Baustrom liefert. Zweitens braucht es robuste, baustellentaugliche Schnellladesysteme, die dem rauen Baustellenalltag standhalten. Drittens soll ein intelligentes Energiemanagement mit eigenen Batteriespeichern gefürchtete Lastspitzen (Peak-Shaving) abfangen und das Stromnetz entlasten. Und viertens müssen diese Lade- und Energieflüsse operativ so integriert werden, dass sie sich nahtlos in die realen Bauabläufe und Taktzeiten der Maschinen einfügen.
Marktstrategie und Praxis-Rollout im Visier
Unterstützt von gemeinsamen Teams beider Unternehmen sollen in einer ersten Phase praxisorientierte Ansätze entstehen. Neben rein technischen Konzepten stehen dabei auch neue Geschäftsmodelle, Aftermarket-Konzepte für elektrische Flotten und gemeinsame Markteinführungsstrategien im Fokus. Die Unternehmen wollen Bauunternehmern den Übergang durch unkomplizierte, modular anwendbare Komplettlösungen erleichtern, sodass diese nicht selbst zum Energieversorger werden müssen.
„Strategische Partnerschaften wie diese sind entscheidend, um den Wandel zu beschleunigen“, erklärt Melker Jernberg, Präsident von Volvo CE. Durch die Kombination der jeweiligen Kompetenzen wolle man den Kunden die nötige Sicherheit und Zuverlässigkeit für den Kauf von E-Maschinen bieten. Auch Niklas Persson, CEO des Geschäftsbereichs Grid Integration bei Hitachi Energy, betont die Dringlichkeit: „Da die Abläufe auf Baustellen immer elektrischer und komplexer werden, hängt der Erfolg weniger von Einzeltechnologien als vielmehr von einer intelligenten Systemintegration ab.“
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