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Alternative Antriebe: Wacker Neuson erklärt seine Strategie - HVO oder E-Baumaschine

Alternative Antriebe: Wacker Neuson erklärt seine Strategie - HVO oder E-Baumaschine
Alexander Greschner: "Im Bereich batterieelektrischer Antriebe sind Lösungen heute bereits serienreif und in vielen Anwendungen etabliert". | Foto: Wacker Neuson

Die Begeisterung für alternative Antriebe in der Baubranche scheint einen Dämpfer erhalten zu haben. Während Wissenschaftler vor mangelnder Wirtschaftlichkeit warnen, treibt die Industrie die Transformation dennoch voran. Alexander Greschner, CSO der Wacker Neuson Group, erklärt im Interview, warum die „Zero Emission“-Strategie trotz politischer Hürden alternativlos bleibt, wo elektrische Maschinen bereits heute den Diesel schlagen und warum ein standardisierter Akku der Schlüssel für den breiten Markt ist.


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Der Weg zur klimaneutralen Baustelle gleicht aktuell einer Berg- und Talfahrt. Noch vor wenigen Jahren als die große Revolution gefeiert, mehren sich nun die kritischen Stimmen: Hohe Anschaffungskosten, eine lückenhafte Ladeinfrastruktur und eine unsichere Förderlandschaft lassen viele Bauunternehmer zögern. Wer die Praxis beobachtet, sieht ein zweigeteiltes Bild. Während schwere Maschinen noch vor enormen technologischen Hürden stehen, haben sich kompakte batterieelektrische Lösungen in urbanen Räumen längst bewährt. Einer, der diese Entwicklung mitgestaltet, ist Alexander Greschner. Als Vertriebsvorstand (CSO) der Wacker Neuson Group verantwortet er eine Strategie, die konsequent auf „Zero Emission“ setzt, ohne dabei den Blick für die wirtschaftliche Realität der Kunden zu verlieren.

Alexander Greschner: Wir sehen insgesamt ein differenzierteres Bild, als es in der Einschätzung von Prof. Dr.-Ing. Frank Will zum Ausdruck kommt. Aus unserer eigenen Markterfahrung kann ich sagen: Im Bereich batterieelektrischer Antriebe sind Lösungen heute bereits serienreif und in vielen Anwendungen etabliert – nicht nur als Konzept, sondern im regulären Einsatz.

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Diese Praxiserfahrung zeigt, dass sich einzelne Technologien – insbesondere im batterieelektrischen Bereich – in bestimmten Anwendungsfeldern erfolgreich etabliert haben. Entscheidend ist dabei aus unserer Sicht immer, dass Lösungen für den Kunden im Einsatz funktionieren und wirtschaftlich darstellbar sind.

Gleichzeitig stimmen wir einem zentralen Punkt der Analyse zu: Die weitere Verbreitung alternativer Antriebe wird derzeit durch unklare und wenig verlässliche politische Rahmenbedingungen beeinflusst. Diese erschweren es, vorhandene Lösungen breiter im Markt zu etablieren und Investitionsentscheidungen langfristig abzusichern.

Einsatzbereiche und Grenzen batterieelektrischer Antriebe

Wenn die Rahmenbedingungen schwierig sind: Auf welche Antriebsarten fokussieren Sie sich aktuell und wo sehen Sie den größten Nutzen für den Anwender?

Greschner: Unser strategischer Schwerpunkt liegt auf dem batterieelektrischen Antrieb im Rahmen unseres Zero Emission Programms. Dieser Ansatz bietet insbesondere dort Vorteile, wo lokal emissionsfreies und geräuscharmes Arbeiten erforderlich ist – etwa im urbanen Raum, im Garten‑ und Landschaftsbau oder bei kommunalen Anwendungen. Gleichzeitig sehen wir in der Praxis auch die aktuellen Herausforderungen: Dazu zählen der Aufbau einer geeigneten Ladeinfrastruktur, das Fehlen einheitlicher Ladestandards für Kompaktmaschinen sowie zum Teil höhere Investitionen zu Beginn. Die Amortisation stellt sich häufig erst über die Nutzungsdauer ein, insbesondere im Kompaktmaschinenbereich.

Dabei gehen wir offen und realistisch mit der Marktentwicklung um: Zero Emission entwickelt sich positiv, jedoch nicht so dynamisch, wie wir uns das ursprünglich vorgestellt haben. Die weitere Verbreitung ist komplexer und stärker von externen Faktoren abhängig als zunächst angenommen – etwa von der Verfügbarkeit geeigneter Ladeinfrastruktur, von Projektanforderungen, von Fördermechanismen sowie von regulatorischer Planungssicherheit.

"Zero Emission entwickelt sich positiv, jedoch nicht so dynamisch, wie wir uns das ursprünglich vorgestellt haben."

Wichtig ist zudem eine differenzierte Betrachtung nach Anwendung und Maschinenklasse. Im Bereich kompakter Maschinen liegt unser Fokus aktuell im unteren Leistungsbereich bis etwa drei Tonnen. Mit zunehmender Größe steigen die Anforderungen deutlich: Größere Batterien benötigen mehr Bauraum und sind aktuell der kostenintensivste Bestandteil der Maschine, was die wirtschaftliche Umsetzung anspruchsvoller macht.

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Unabhängig davon zeigen Maschinen aus dem Zero Emission Programm dort, wo die Rahmenbedingungen passen, klare Vorteile. Entsprechend verstehen wir sie nicht als kurzfristige Entwicklung, sondern als langfristig angelegten strategischen Pfad.

Eine besondere Rolle nimmt dabei der Baugerätesektor ein. Hier sehen wir batterieelektrische Lösungen als beste Lösung für die Zukunft, weil die Vorteile klar auf der Hand liegen: Die Investitionskosten unterscheiden sich häufig nur gering von konventionellen Lösungen, gleichzeitig profitieren Anwender von deutlich verbessertem Bediener‑ und Umweltschutz. Hinzu kommt, dass die eingesetzte Akkutechnologie seit Jahren erprobt ist und – etwa durch standardisierte Systeme – über viele Geräte hinweg genutzt werden kann.

"Entsprechend verstehen wir sie nicht als kurzfristige Entwicklung, sondern als langfristig angelegten strategischen Pfad."

Battery One: Ein Akku-Standard für die Baustelle

Emissionsfreies und lärmminderndes Arbeiten im urbanen Umfeld: Akku‑Baugeräte von Wacker Neuson im Einsatz. | Foto: Wacker Neuson
Emissionsfreies und lärmminderndes Arbeiten im urbanen Umfeld: Akku‑Baugeräte von Wacker Neuson im Einsatz. | Foto: Wacker Neuson

Ein konkretes Beispiel dafür ist unser Engagement rund um Battery One. Das herstellerübergreifende Akkusystem hat sich inzwischen zu einem etablierten Standard für Baugeräte entwickelt. Der Battery One Akku kann somit in mehr als 50 unterschiedlichen Baugeräten verschiedener Hersteller genutzt werden – u. a. von Wacker Neuson, Mikasa, Swepac, Dynapac, Enar und Schwamborn – was die Flexibilität für Kunden bei der Auswahl ihrer Baugeräte deutlich erhöht. Das vereinfacht die Baustellenlogistik, reduziert Investitionsaufwand und erleichtert den Einstieg in die Elektrifizierung. Gleichzeitig tragen wir damit dazu bei, gemeinsam mit unseren Partnern Standards im Markt zu etablieren und die Einsatzmöglichkeiten batterieelektrischer Baugeräte weiter zu erweitern.

HVO-Kraftstoffe als Brücke für Bestandsflotten

Ergänzend setzen wir auf HVO‑Kraftstoffe als sinnvolle Brückentechnologie. HVO ermöglicht es unseren Kunden, bestehende dieselbetriebene Maschinen weiter zu nutzen und gleichzeitig die CO₂‑Emissionen deutlich zu reduzieren. So lassen sich kurzfristig messbare Effekte erzielen, während wir das Zero Emission Programm konsequent weiterentwickeln.

Flaschenhals Ladeinfrastruktur: Die politischen Forderungen der Industrie

Das Stichwort Ladeinfrastruktur fällt häufig als Flaschenhals. Was muss konkret passieren, damit der flächendeckende Einsatz auf der Baustelle wirtschaftlich darstellbar wird?

Greschner: Entscheidend ist, dass neue Technologien einen klaren Mehrwert bieten – sowohl in Bezug auf Funktionalität als auch auf Sicherheit. Gleichzeitig ist die Wirtschaftlichkeit ein zentraler Faktor für die weitere Verbreitung. Maschinen müssen sich für unsere Kunden rechnen und sich im laufenden Betrieb bewähren. Dieses Wirtschaftlichkeitsprinzip kann und darf langfristig nicht von Fördermaßnahmen abhängig sein, sondern muss sich aus dem Gesamtnutzen über die Einsatzdauer ergeben.

Subventionen spielen aus unserer Sicht dennoch eine wichtige Rolle – insbesondere zu Beginn und während des Transitionsprozesses. Sie können dazu beitragen, Investitionshürden zu reduzieren, Marktdynamik zu beschleunigen und gezielt Innovationen zu fördern. Entscheidend ist jedoch, dass solche Maßnahmen den Übergang erleichtern und nicht dauerhaft die wirtschaftliche Grundlage ersetzen.

"Dieses Wirtschaftlichkeitsprinzip kann und darf langfristig nicht von Fördermaßnahmen abhängig sein"

Darüber hinaus sind vor allem strukturelle Voraussetzungen notwendig, um den Einsatz elektrischer Lösungen im Alltag zu ermöglichen. Dazu gehört insbesondere der Ausbau einer geeigneten Lade- und Versorgungsinfrastruktur. In der Praxis zeigen sich hier noch deutliche Hürden. Auch im Bereich der Infrastruktur für uns als Betreiber gibt es Herausforderungen: Neue Niederlassungen benötigen schnelle Genehmigungsprozesse für Starkstromanschlüsse oder Hochvoltstationen, etwa für Mietflotten. Gleichzeitig erfordert der Baustellenbetrieb selbst praktikable Lösungen – etwa auf urbanen Baustellen bei der Zulassung von Ladelösungen im mobilen Umfeld oder der temporären Stromversorgung.

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Konkret halten wir folgende politischen Rahmenbedingungen für entscheidend:

  • langfristig verlässliche Förder‑ und Investitionsprogramme
  • klare und verbindliche Nachhaltigkeitskriterien in öffentlichen Ausschreibungen
  • konsistente, technologieoffene Regulierung ohne kurzfristige Richtungswechsel
  • beschleunigte Planungs‑ und Genehmigungsverfahren
  • gezielter Ausbau der Ladeinfrastruktur

Wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind und gleichzeitig Nachfrageimpulse aus dem Markt weiter zunehmen, können alternative Antriebe ihr Potenzial deutlich besser entfalten und Schritt für Schritt zu einem festen Bestandteil nachhaltiger Baustellen werden.

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