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Baumaschinen-Antriebe: Ammann über Wasserstoff-Aus und E-Hürden

Baumaschinen-Antriebe: Ammann über Wasserstoff-Aus und E-Hürden
Ammann-Experte Jochen Hörster: "Es steht für uns außer Frage, ob die Elektrifizierung der Baumaschinen kommt, es geht vielmehr darum, wann und wie schnell dieser Wandel gelingt." | Foto: Ammann

Der Wandel weg vom Diesel bei Baumaschinen stagniert. Nach der kritischen Bestandsaufnahme von Prof. Will äußern sich weitere Branchenstimmen: Jochen Hörster, Produktmanager beim Verdichtungsspezialisten Ammann, sieht den Erfolg der Elektromobilität blockiert und Wasserstoff als „nahezu chancenlos“.


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Die Antriebstransformation in der Bauwirtschaft durchlebt eine Phase der Ernüchterung. Alternative Kraftstoffe wie HVO und eFuels können zwar technisch problemlos in konventionellen Motoren genutzt werden, der flächendeckende Durchbruch scheitert aber an der Wirtschaftlichkeit. Laut Jochen Hörster, Produktmanager Light AVD bei Ammann, verhindern die hohen Kosten sowie die Konkurrenz anderer Branchen um die begrenzten Kraftstoffmengen eine breite Marktdurchdringung. Auch langfristig seien keine sinkenden Kosten zu erwarten.

„Wasserstoffantriebe sind nahezu chancenlos“

Noch härter fällt das Urteil des Ammann-Experten über den Wasserstoffantrieb aus. Die Technologie liege sowohl bei der Gesamtenergieeffizienz als auch bei den Betriebs- und Herstellungskosten weit abgeschlagen hinter den Verbrennern. Verschärft werde die Lage durch die schwindende Infrastruktur: Die Zahl der öffentlichen Wasserstofftankstellen in Deutschland ist von 113 im Jahr 2024 auf heute rund 50 gesunken. „Wir glauben daher, dass Wasserstoffantriebe in der Baumaschinenbranche, abgesehen von wenigen Nischen, keine wirkliche Zukunft mehr haben“, so Hörsters Einschätzung.

Herstellerspezifische Lade-Lösungen bremsen E-Maschinen

Der Fokus der Branche liegt demnach klar auf batterieelektrischen Maschinen. Zwar steige das Interesse auf Messen, doch die Verkaufszahlen hinken hinterher. Neben den zwei- bis dreifachen Anschaffungskosten im Vergleich zu Dieselmaschinen identifiziert Hörster fehlende Industriestandards als massives Branchenproblem.

Es existieren bislang weder genormte Wechselakkus für handgeführte Maschinen noch branchenübergreifende Ladestecker, Spannungsbereiche oder Ladeprotokolle für schweres Gerät. „Der Markt wird von proprietären Lösungen beherrscht“, kritisiert der Produktmanager. Die fehlende Skalierbarkeit treibt die Kosten in die Höhe. Zudem seien Großkunden und Vermieter nicht bereit, für jeden Maschinenhersteller spezifische Ladegeräte vorzuhalten, was Konfusion und vermeidbaren Elektroschrott verursache.

Lücke bei Förderung und Regulierung

Zusätzliche Hürden für den batterieelektrischen Betrieb großer Maschinen entstehen laut Hörster durch die fehlende Netzinfrastruktur auf Großbaustellen. Zwar existieren technische Lösungen wie mobile Batteriegroßspeicher, diese erhöhen jedoch die Initialkosten für die Bauunternehmen massiv.

Hörster bemängelt, dass in Deutschland staatliche Förderungen zur Kompensation dieser Kosten fehlen - das erklärt die geringe Nachfrage im Vergleich zu Vorreitermärkten wie Skandinavien oder den Niederlanden. Dort wird mehr als die Hälfte aller in Europa verkauften Elektromaschinen abgesetzt. Gleichzeitig steige in der EU die Regulierungsdichte bei Konformitätsbewertungen und Risikobeurteilungen, was besonders mittelständische Hersteller vor enorme bürokratische Herausforderungen stelle.

Elektrifizierung der Baumaschinen eine Frage der Zeit

Trotz des aktuellen Rückstands auf die Automobilindustrie – die Elektrifizierung am Bau befinde sich auf dem Stand des Pkw-Sektors von vor fünf bis zehn Jahren – ist die Transformation laut dem Experten von Ammann nicht aufzuhalten: „Es steht für uns außer Frage, ob die Elektrifizierung der Baumaschinen kommt, sondern es geht vielmehr darum, wann und wie schnell dieser Wandel gelingt.“ Echte Fortschritte erforderten transparente Förderungen sowie eine stärkere Kooperation zwischen den Herstellern und Lieferanten zur Schaffung einheitlicher Standards.

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