E-Lkw
Volle Nutzlast trotz Batterie: MAN zeigt erstmals neuen eTGX

Das tonnenschwere Batteriegewicht galt im elektrischen Fernverkehr bislang als K.-O.-Kriterium für Speditionen und Baustofftransporteure. Mit der jüngst auf der IAA präsentierten Neugeneration des eTGX löst MAN dieses Problem: Dank neuer Zellchemie bietet die E-Sattelzugmaschine bis zu 25 Tonnen Nutzlast – exakt das Niveau eines Diesel-Lkw.

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Die größte Hürde für schwere Transporte mit Batterieantrieb ist das Eigengewicht. MAN gelingt beim neuen eTGX der entscheidende Technologiesprung: Bei unverändertem Modulgewicht liefert die optimierte Zellchemie zehn Prozent mehr nutzbare Energie. Die 4x2-Sattelzugmaschine bringt fahrbereit lediglich 10,7 Tonnen auf die Waage. Gekoppelt mit einem Standard-Auflieger bleiben dem Betreiber bis zu 25 Tonnen Nutzlast. Damit transportiert die Maschine dieselbe Frachtmenge wie ein klassischer Diesel-Sattelzug, ohne Kompromisse bei der Ladekapazität einzufordern.
Siebte Batterie sichert über 600 Kilometer im Realbetrieb
Für Langstrecken abseits des Verteilerverkehrs steht eine dreiachsige 6x2-Variante bereit. Ein konstruktiver Kniff schafft den Raum für die enorme Reichweite: Durch eine nach hinten versetzte Sattelkupplung wird direkt hinter dem Fahrerhaus Platz für eine siebte Batterie frei, die quer zur Fahrtrichtung montiert ist. Mit 644 kWh Gesamtkapazität sind rechnerisch bis zu 720 Kilometer möglich – es bleiben realistische 600 Kilometer ohne Ladestopp übrig. Eine gelenkte Nachlaufachse stellt sicher, dass die dreiachsige Zugmaschine auf engen Baustellen und Umladehöfen wendig bleibt.
Vollladen in 30 Minuten: Megawatt-Laden in der Lenkpause
Lange Ladezeiten, die den eng getakteten Tourenplan sprengen, gehören der Vergangenheit an. Der eTGX ist ab Werk für das Megawatt Charging System (MCS) mit Ladeleistungen von bis zu 750 kW gerüstet. Damit werden die Akkus in rund 30 Minuten wieder aufgeladen. Der Ladevorgang lässt sich exakt in die gesetzlich vorgeschriebene 45-minütige Lenkzeitpause des Fahrers einbetten.
Aerodynamik senkt Verbrauch um drei Prozent
Die markante Frontpartie des E-Lkw wurde um 120 Millimeter nach vorn gestreckt. Zusammen mit einer bis zu 20 Prozent stärkeren Rekuperation, die beim Bremsen bis zu 480 kW Energie in die Akkus zurückspeist, sinkt der Energieverbrauch laut Hersteller um drei Prozent. Zugleich verbessert die neu gestaltete Frontpartie mit abgesenktem Armaturenbrett und Tiefsichtfenster in der Beifahrertür die Sicht auf Fußgänger und Radfahrer unmittelbar neben der Kabine.
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