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Rekordbau von 1929: Sanierung der Schalenkuppel im Leipziger Kohlrabizirkus

Rekordbau von 1929: Sanierung der Schalenkuppel im Leipziger Kohlrabizirkus
Der Kohlrabizirkus in Leipzig: Unter dem Glasdach der Südkuppel werden die Verglasung erneuert, Betonträger saniert und neue Verschattungsanlagen eingebaut. | Foto: Peri Deutschland

Der Leipziger Kohlrabizirkus steht als markantes Wahrzeichen für ein außergewöhnliches Stück Industriearchitektur. Im Zuge der Revitalisierung zu einem modernen Kultur- und Sportzentrum wird nun die Laterne der Südkuppel instand gesetzt. Hoch über dem Hallenboden fordern die Arbeiten direkt unter dem Glasdach die Baustellenlogistik heraus.

Der 1929 errichtete "Kohlrabizirkus" gilt mit seinen weit gespannten Schalenkuppeln als ingenieurtechnisches Denkmal. Im Zuge der Revitalisierung der ehemaligen Großmarkthalle steht aktuell die Erneuerung der Laterne an der Südkuppel im Mittelpunkt. Die Glaselemente und die Unterdachkonstruktion werden vollständig ausgetauscht, die Betonträger instand gesetzt und eine neue Verschattungsanlage installiert. Diese Arbeiten finden in großer Höhe unmittelbar unter der Glaskuppel statt. Die beengten Verhältnisse im Gebäudeinneren schlossen allerdings die Nutzung konventioneller Großhebezeuge aus.

Lastabtragung durch das Kellergeschoss

Für die Höhenarbeiten errichtete die B&S Gerüstbau ein freistehendes Raumgerüst auf einer Grundfläche von rund 27 mal 26 Metern bei einer Gesamthöhe von 24 Metern. Das Gerüstbauunternehmen realisierte die Montage innerhalb von sechs Wochen mit drei bis sechs Monteuren. Die gewaltige Gesamtlast von 125 Tonnen Gerüstmaterial erforderte eine statisch exakt berechnete Durchstützung durch die Deckenkonstruktion bis in das darunterliegende Kellergeschoss.

Metrisches Raster bildet Kuppelgeometrie ab

Ohne Mobilkran führten die Gerüstbauer die Konstruktion mit Unterstützung eines Materialaufzugs 24 Meter weit nach oben. | Foto: Peri Deutschland
Ohne Mobilkran führten die Gerüstbauer die Konstruktion mit Unterstützung eines Materialaufzugs 24 Meter weit nach oben. | Foto: Peri Deutschland

Als Gerüstsystem wählten die Planer das Modulsystem "Peri up Flex". Das metrische Raster des Baukastens gestattete eine passgenaue Annäherung an die gekrümmte Schalenform der Kuppel über drei versetzte Arbeitsebenen. Die Vorhaltung des Materials und der Montageablauf wurden im Vorfeld detailliert mithilfe digitaler 3D-Modelle simuliert. „Eine besondere Herausforderung stellte die Ausbildung des Raumgerüstes in 24 Metern Höhe über drei Ebenen dar. Dank der hohen Flexibilität des Systems konnte die Gerüstkonstruktion dennoch schnell und sicher in die Höhe geführt werden“, bilanziert Geschäftsführer Jan Bauermeister von B&S Gerüstbau.

Materiallogistik per Radlader und Bauaufzug

Die Bauteile des "Peri up Flex"-Baukastens passten sich der anspruchsvollen Schalenform der Kuppel flexibel an. | Foto: Peri Deutschland
Die Bauteile des "Peri up Flex"-Baukastens passten sich der anspruchsvollen Schalenform der Kuppel flexibel an. | Foto: Peri Deutschland

Per Radlader wurde das Material ins Halleninnere transportiert. Nach oben ging es für das Gerüstmaterial im Zentrum des Raumgerüsts über einen Materialaufzug mit integrierter Durchfahrtsöffnung. Diese Konstruktion entlastete die Transportwege "per Hand" und sicherte den kontinuierlichen Nachschub bis unter die Decke. Das modulare System erlaubte zudem kurzfristige Anpassungen an neu entdeckte Betonschäden während der laufenden Bauphase.

Enge Verzahnung von Planung und Ausführung

Geschäftsführer Jan Bauermeister (B&S Gerüstbau, links) und Bauleiterin Lisa Karczmarczyk (Glass Ingenieurbau Leipzig) vor dem fertigen Raumgerüst. | Foto: Peri Deutschland
Geschäftsführer Jan Bauermeister (B&S Gerüstbau, links) und Bauleiterin Lisa Karczmarczyk (Glass Ingenieurbau Leipzig) vor dem fertigen Raumgerüst. | Foto: Peri Deutschland

Der erfolgreiche Projektablauf beruhte auf einer engen Abstimmung zwischen dem Generalunternehmer Glass Ingenieurbau Leipzig, dem Gerüstbaubetrieb und dem Systemhersteller. Die technische Vorplanung begann schon in der Ausschreibungsphase. „Peri begleitete das Vorhaben bereits seit der Angebotsphase und lieferte bei der Planung sowie Umsetzung der komplexen Gerüstlösung verlässliche Unterstützung“, so Bauleiterin Lisa Karczmarczyk von Glass Ingenieurbau.

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