Hochwasserschutz
Klappschott sichert neue Fahrradstation

Die Stadt Hennef integriert beim Neubau einer Fahrradstation am Bahnhof direkt einen automatischen Schutz gegen Starkregen. Ein drei Meter breites, stromlos funktionierendes Klappschott der Anhamm Liquid Barrier Products sichert den unterirdischen Zugang. Die Maßnahme ist Teil des kommunalen Klimaanpassungskonzepts und schützt die Infrastruktur präventiv.
Auf dicht bebauten und versiegelten Flächen kann Niederschlag bei Starkregenereignissen oft nur begrenzt versickern. Besonders tiefer liegende Gebäudezugänge werden dabei schnell zu Eintrittswegen für Wassermassen. Die Stadt Hennef berücksichtigt diese Risiken beim aktuellen Neubau einer Fahrradstation am Place Le Pecq unmittelbar am Bahnhof. Da sich ein wesentlicher Teil der Anlage unterhalb des Platzes befindet, wird der Hochwasserschutz bereits in der Bauphase integriert.
Die Maßnahme ist Teil einer umfassenderen Strategie der Stadt. Bürgermeister Mario Dahm verweist auf das 2025 beschlossene Klimaanpassungskonzept: „Starkregen und Hochwasser sind Klimafolgen, auf die wir reagieren müssen. Zu den formulierten Maßnahmen gehört auch die Überflutungsvorsorge an öffentlichen Gebäuden und unserer Infrastruktur. Dies wird nun an der Fahrradstation erstmalig bei einem städtischen Neubau realisiert.“
Mechanische Flutbarriere: Automatisches Klappschott schützt ohne externe Energieversorgung
Um den groß dimensionierten Zugangsbereich über die Humperdinckstraße abzusichern, wird aktuell ein rund drei Meter breites Klappschott mit einer Schutzhöhe von 2,50 Metern verbaut. Das System stammt von der Firma Anhamm Liquid Barrier Products aus Moers. Der technische Vorteil dieser Lösung: Im Normalbetrieb ruht das System unauffällig im Boden. Tritt jedoch Wasser ein, richtet sich die Barriere rein mechanisch durch den Wasserdruck auf.

Eine externe Stromversorgung ist für die Auslösung nicht erforderlich. Im Gegensatz zu mobilen Schutzsystemen entfällt zudem die logistische Herausforderung, das Schott im Ernstfall erst anliefern und manuell aufbauen zu müssen. Dag Anhamm, Geschäftsführer des Herstellers, betont den strategischen Vorteil der frühen Implementierung: „Bei tiefer liegenden Gebäudeteilen sollte die Frage, wie Wasser bei Starkregen oder Hochwasser ferngehalten werden kann, möglichst früh in die Planung einfließen. Bei der Fahrradstation in Hennef wird der Schutz deshalb nicht nachträglich ergänzt, sondern bereits während des Neubaus in die Anlage integriert.“
Nachhaltige Stadtentwicklung: Dachbegrünung und Photovoltaik ergänzen das Mobilitätsprojekt
Die bis Ende 2027 fertigzustellende Anlage ist ein zentraler Baustein des städtischen Masterplans Mobilität und wird durch ein Förderprogramm des Bundes für Fahrradparkhäuser an Bahnhöfen unterstützt. Sie soll künftig den Umstieg zwischen Fahrrad, Bus und Bahn deutlich erleichtern. Unter dem Platz entstehen 392 gesicherte und wettergeschützte Stellplätze. Oberirdisch sind ergänzend ein Fahrradhandel mit Werkstatt sowie eine barrierefreie öffentliche Toilette vorgesehen. Eine extensive Dachbegrünung sowie eine Photovoltaikanlage und neue Bepflanzungen runden das klimagerechte Gesamtkonzept der Station ab.
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Quelle: Anhamm Liquid Barrier Products
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