3D-Druck mit Beton geht in Serie
Auf dem Heidelberger Campbell-Areal entsteht mit Dreihaus das erste serielle 3D-Druckprojekt im deutschen Wohnungsbau. Gemeinsam mit Peri 3D Construction und Heidelberg Materials will die Krausgruppe zeigen, dass Beton-3D-Druck marktreif und wirtschaftlich einsetzbar ist.

In Heidelberg wurde jetzt das bundesweit erste Referenzprojekt für den seriellen Wohnungsbau aus dem 3D-Drucker vorgestellt. Das Vorhaben mit dem Namen "Dreihaus" steht auf dem Gelände der früheren Campbell-Kaserne und markiert den Einstieg in eine neue Bauära. Bauherr ist die Krausgruppe, die das Projekt gemeinsam mit Peri 3D Construction, Korte-Hoffmann Gebäudedruck, Heidelberg Materials und SSV Architekten realisiert.
Mehr Wohnraum in kürzerer Zeit
Das Konzept zielt auf Effizienz und Wiederholbarkeit: Ein Quadratmeter Wand entsteht in rund fünf Minuten. Damit lassen sich Gebäude bis zu 30 Prozent schneller und 10 Prozent günstiger errichten als in konventioneller Bauweise. Drei mehrgeschossige Häuser werden derzeit errichtet – mit optimierten Grundrissen und digital gesteuertem Bauablauf. „Nur mit Standardisierung, Effizienz und Reproduzierbarkeit können wir den Bedarf an bezahlbarem Wohnraum decken“, sagte Dr. Fabian Meyer-Brötz, Geschäftsführer von Peri 3D Construction.

Serienkonzept für jedes Bauunternehmen

Klimafreundlicher Baustoff evoZero
Ein weiterer Meilenstein ist der Einsatz neuer Zementtechnologien. Für die ersten Gebäude wird der CO₂-reduzierte Baustoff evoBuild 3D-Druck genutzt, beim dritten kommt erstmals in Deutschland der Net-Zero-Zement evoZero® von Heidelberg Materials zum Einsatz
Das Material basiert auf CO₂-Abscheidung und -Speicherung (Carbon Capture and Storage). Das abgeschiedene CO₂ wird im norwegischen Werk Brevik dauerhaft im Meeresboden eingelagert. Damit gelingt laut Hersteller eine nahezu klimaneutrale Herstellung des Bindemittels.

Pilotprojekt für den Wohnungsbau der Zukunft
Für Hans-Jörg Kraus, Geschäftsführer der Krausgruppe, ist Dreihaus ein „Turbo für den Wohnungsbau“. Das Projekt zeige, dass 3D-Druck nicht nur ein Experiment, sondern ein skalierbares Bauverfahren ist. Die Kombination aus seriellem Druck, digitaler Planung und CO₂-armen Baustoffen soll künftig bezahlbaren, nachhaltigen Wohnraum ermöglichen.
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Bis zum Frühsommer 2026 sollen die Gebäude fertig sein. Genutzt werden sie zunächst als Boarding-House unter dem Namen „HEI³ Apartments – Heidelberg hoch 3“, das auch ein „Probewohnen“ im 3D-gedruckten Gebäude ermöglicht.
Expertise im 3D-Betondruck
Die Peri 3D Construction GmbH hat bereits über 15 Gebäude gedruckt, unter anderem das erste öffentliche Gebäude in Nordkirchen. Auch das größte 3D-gedruckte Gebäude Europas in Heidelberg stammt aus dem Peri-Drucker. Die Peri Gruppe sieht laut CEO Christian Schwörer den 3D-Betondruck als "Schlüsseltechnologie für die nächste Baugeneration".
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