Serielle Sanierung
Genossenschaft modernisiert 192 Wohnungen in Hagen auf EH-55-Standard

Der Wohnungsverein Hagen modernisiert in Kooperation mit dem Unternehmen Ecoworks zwölf Wohngebäude aus den 1960er-Jahren. Ziel der umfassenden energetischen Sanierung ist es, die 192 Wohnungen im Stadtteil Helfe auf den KfW-Effizienzhausstandard 55 zu bringen und einen bilanziell treibhausgasneutralen Betrieb zu ermöglichen.
Mit einem Investitionsvolumen von 23 Millionen Euro hat in Hagen-Helfe ein umfangreiches Sanierungsprojekt begonnen. Die Maßnahme an den 1966 errichteten Gebäuden mit rund 15.000 Quadratmetern Wohnfläche gilt als eines der größten genossenschaftlichen Projekte dieser Art in Deutschland. Im Fokus steht die Anwendung der seriellen Sanierung, um die Bauzeit vor Ort zu verkürzen und die Belastung für die Mieter in den bewohnten Gebäuden zu reduzieren.
Industrielle Vorfertigung für mehr Effizienz
Ein zentrales Merkmal des Projekts ist der hohe Vorfertigungsgrad. Bauteile wie Fassadenelemente werden industriell vorgefertigt und montagefertig zur Baustelle geliefert. „Energetische Modernisierungen sind der Schlüssel zu einem CO₂-neutralen Gebäudebestand", so Sebastian Greese, Geschäftsführer des Wohnungsvereins Hagen. Er betont, dass die serielle Sanierung ein wesentlicher Bestandteil der Nachhaltigkeitsstrategie der Genossenschaft sei, um den Wohnungsbestand zukunftsfähig zu machen und gleichzeitig die Heizkosten für die Mieter zu senken.

Auch Emanuel Heisenberg, Gründer von Ecoworks, sieht in dem Vorgehen Potenzial für die gesamte Wohnungswirtschaft: „Dieses Projekt zeigt, wie die serielle Sanierung die Dekarbonisierung des Gebäudebestands skalierbar machen kann."
Technische Maßnahmen im Detail
Die energetische Sanierung der Gebäude umfasst mehrere Kernbereiche:
- Gebäudehülle: Die Häuser erhalten eine neue thermische Hülle aus industriell gefertigten Holzrahmen-Fassadenmodulen, in die Dämmung, Fenster und elektrische Rollläden bereits werkseitig integriert sind.
- Dach: Die Flachdächer werden neu gedämmt und abgedichtet. Eine Photovoltaikanlage wird künftig Strom erzeugen, der vollständig ins Netz eingespeist wird.
- Wohnkomfort: Die bisherigen Loggien werden durch größere, überdachte Vorstellbalkone ersetzt.
- Haustechnik: Die Wärmeversorgung über die zentrale Fernwärme bleibt bestehen. Für die Belüftung der Wohnungen werden dezentrale Abluftventilatoren und Nachströmöffnungen in den Fenstern installiert.
CO₂-Einsparung und wirtschaftliche Umsetzung
Durch die Maßnahmen wird der Endenergiebedarf der sanierten Gebäude voraussichtlich um 36 Prozent sinken. In Kombination mit der Stromerzeugung durch die PV-Anlagen rechnet der Wohnungsverein mit einer jährlichen Einsparung von knapp 190 Tonnen CO₂-Emissionen für das gesamte Quartier. Das Projekt soll demonstrieren, wie sich Klimaziele im Gebäudesektor auch für die genossenschaftliche Wohnungswirtschaft wirtschaftlich umsetzen lassen, insbesondere vor dem Hintergrund, dass etwa 75 Prozent des Gebäudebestands in Deutschland als energetisch sanierungsbedürftig gelten.
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