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Kühlturm Rostock: Zink-Opferanoden stoppen Betonkorrosion

Kühlturm Rostock: Zink-Opferanoden stoppen Betonkorrosion
Kathodischer Korrosionsschutz: MC-Bauchemie und Grillo sichern stark belastete Betonstützen am Kraftwerk Rostock. | Foto: MC Bauchemie

Am Steinkohlekraftwerk Rostock greift salzhaltige Ostseeluft die tragenden Stahlbetonstützen des Kühlturms an. Um aufwendige Betonabträge zu vermeiden, setzt der Betreiber KNG auf ein selbstregulierendes Korrosionsschutzsystem. Eine aufgesprühte Zinkschicht wirkt dabei als Opferanode und stoppt den Verfall bei laufendem Betrieb.

Das Steinkohlekraftwerk Rostock steht unmittelbar an der Ostseeküste. Die salzhaltige Luft, hohe Feuchtigkeit und ständige Temperaturwechsel beanspruchen die tragenden Stahlbetonbauteile des Kühlturms stark. Erste Bauwerksuntersuchungen deckten bereits 2012 eine hohe Chloridbelastung und eine fortschreitende Korrosion der Bewehrung auf.

Alternative zum konventionellen Betonabtrag

Bei einer klassischen Instandsetzung hätte das ausführende Unternehmen den Beton umfangreich abtragen müssen, was lange Stillstandszeiten zur Folge gehabt hätte. Um den Kraftwerksbetrieb nicht zu beeinträchtigen, entschied sich die Betreibergesellschaft KNG Kraftwerks- und Netzgesellschaft für das kathodische Korrosionsschutzsystem MC-KKS/B. Dieses System haben die MC-Bauchemie und die Grillo-Werke gemeinsam für hoch belastete Stahlbetonbauteile entwickelt.

Zinkspritzschicht schützt die Bewehrung

Die Funktionsweise des Systems beruht auf einer Zinkspritzschicht, die als Opferanode fungiert. Das selbstregulierende System schützt den Bewehrungsstahl aktiv vor weiterem Rosten, ohne dass Fachkräfte den Schutzstrom manuell nachregeln müssen. Dadurch verringert sich der künftige Wartungsaufwand für den Betreiber deutlich.

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Mehrstufiger Systemaufbau für den Kühlturm

Der Aufbau des Schutzes erfolgt in mehreren Schritten. Für den dauerhaften Haftverbund zum Beton sorgt die Grundierung MC-Dur KKS Primer LM. Eine anschließende Spachtelung mit MC-Dur KKS Base bindet die Zinkschicht ein und schützt sie vor mechanischen Einflüssen. Den Abschluss bildet die Versiegelung MC-Dur 2496 CTP. Dieser speziell für Kühltürme entwickelte Oberflächenschutz ist UV-stabil, chemisch beständig und verhindert starke Verschmutzungen.

Die Stützen wurden nacheinander instandgesetzt. | Foto: MC Bauchemie
Die Stützen wurden nacheinander instandgesetzt. | Foto: MC Bauchemie

Langfristige Instandsetzung nach Testlauf

Vor der großflächigen Ausführung legten Fachleute 2016 zunächst eine 40 Quadratmeter große Musterfläche an einer Stütze an. Nach einer erfolgreichen mehrjährigen Beobachtungsphase begann 2022 die Sanierung von sechs tragenden Säulen. Im Jahr 2025 folgten sechs weitere Stützen. Für das laufende Jahr plant die KNG die Instandsetzung der verbleibenden Bauteile, um den Erhalt des Bauwerks dauerhaft zu sichern.


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