Studie: Zero Waste
Weniger Verschnitt, mehr Effizienz

Ein Großteil der Bauabfälle entsteht nicht erst beim Abriss, sondern durch Fehler in der Planung, Logistik und Materialbeschaffung. Eine Studie der TU Braunschweig – gefördert vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) – zeigt, wie Bauunternehmen und Planende durch optimierte Lieferketten, Mehrwegverpackungen und Vorfertigung Material einsparen und Entsorgungskosten signifikant senken können.
Die zugrundeliegenden Daten stammen aus dem Forschungsprojekt „Zero Waste Baulogistik“ der Technischen Universität Braunschweig, das vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) gefördert wurde.
Baulogistik Optimierung: Fehlerquellen vor der Bauausführung minimieren
Die Vermeidung von Abfällen auf der Baustelle beginnt weit vor der eigentlichen Bauausführung. Oftmals resultieren Entsorgungsmengen nicht aus unbrauchbaren Baustoffen, sondern aus ineffizienten Prozessen. Zu den Hauptursachen zählen Verschnitt, überdimensionierte Verpackungen, falsche Lagerung, Transportschäden sowie Ausführungsfehler. Diese Faktoren führen häufig zu vermeidbaren Überbestellungen und Materialverlusten, beispielsweise durch mangelnden Witterungsschutz.
Materialbeschaffung Bau: Mehrwegverpackungen und Vorfertigung nutzen
Um den Materialeinsatz zu optimieren, sind gezielte Anpassungen in der Beschaffung und auf der Baustelle erforderlich. Eine präzise Planung und die genaue Abstimmung von Materiallieferungen reduzieren die Lagerzeiten und das Beschädigungsrisiko vor Ort. Der Einsatz vorgefertigter Bauteile minimiert zudem den Aufwand für den Zuschnitt direkt auf der Baustelle und senkt somit die Verschnittmengen. Einen erheblichen Anteil am Abfallvolumen machen Verpackungen aus, weshalb branchenspezifische Mehrwegverpackungen großes Einsparpotenzial bieten.
Praxis-Tipps zur Vermeidung von Bauabfällen
- Exakte Bedarfsermittlung (z. B. durch BIM): Eine präzise digitale Kalkulation des Materialbedarfs verhindert systematisch Materialüberschüsse und unnötige Überbestellungen.
- Verwendung standardisierter und vorgefertigter Bauteile: Die Nutzung von Modulbauteilen (wie fertigen Hohlraumböden oder Heizdecken) senkt Reste und Verschnitt direkt auf der Baustelle erheblich.
- Rücknahmesysteme und Mehrwegverpackungen nutzen: Eine konsequente Rückgabe sortenreiner und sauberer Transportverpackungen an Händler und Lieferanten entlastet die Baustelle spürbar.
- Witterungsschutz und sachgemäße Lagerung: Eine rechtzeitige und trockene Lagerung witterungsanfälliger Materialien verhindert, dass nutzbare Stoffe (wie Trockenbauwände) durch Feuchtigkeit zu Abfall werden.
- Optimierung der Lieferketten: Eine bessere zeitliche Abstimmung von Materiallieferungen reduziert Lagerzeiten, verhindert Transportschäden und sorgt für weniger Schwund auf der Baustelle.
Ressourceneffizienz im Bauwesen: Rücknahmesysteme für Projektbeteiligte
Eine konsequente Abfallreduzierung erfordert die Zusammenarbeit aller Projektbeteiligten von der Ausschreibung bis zur Umsetzung. Rücknahmesysteme der Produkthersteller unterstützen dabei, Transportmaterialien und nicht benötigte Restmengen in den Kreislauf zurückzuführen. Gelingt eine saubere Trennung direkt am Entstehungsort, sinken die Entsorgungskosten bei gleichzeitig steigenden Recyclingquoten.
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Der Transferbericht (Kurzfassung) ist auf der BBSR Website abrufbar, der Abschlussbericht auf der Website der TU Braunschweig.
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Quelle: Bundesinstitut für Bau-
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