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Wirtschaft und Politik/

PwC-Studie: Kostendruck und Projektstopps belasten Baubranche

PwC-Branchenstudie

Bauwirtschaft kämpft mit Projektstopps und hofft auf die Infrastruktur

Anhaltend hohe Kosten und gestrichene Bauprojekte belasten die deutsche Bauindustrie massiv. Laut einer aktuellen Studie der Beratungsgesellschaft PwC sehen 91 Prozent der Unternehmen den Kostendruck als größte Herausforderung. Hoffnung setzt die krisengeplagte Branche vor allem auf staatliche Investitionen in den Infrastrukturausbau.

PwC-Studie: Kostendruck und Projektstopps belasten Baubranche
Verwaiste Baustellen werden häufiger: Der extreme Kostendruck zwingt Auftraggeber zunehmend zu Projektstopps. | Foto: B_I/bb

Für die Untersuchung befragte PwC im Frühjahr 2026 branchenweit 150 Entscheidungsträger aus Bauunternehmen, Planungsbüros und von Bauzulieferern. Das Bild ist alarmierend: Drei von vier Betrieben berichten, dass Bauprojekte derzeit verschoben oder komplett gestrichen werden.

Besonders stark betroffen sind dabei die Zulieferbetriebe am Anfang der Wertschöpfungskette. 68 Prozent von ihnen stufen sich selbst als stark belastet ein, da sie volatile Rohstoffpreise und unsichere Lieferketten unmittelbar zu spüren bekommen. Branchenexperten werten diese hohe Betroffenheit der Zulieferer als klaren Frühwarnindikator für die nachgelagerten Stufen der Bauwirtschaft.

Kernergebnisse der PwC-Studie 2026

Anteil der Befragten

Kostendruck ist die größte Herausforderung

91 %

Bauprojekte werden verschoben oder gestrichen

75 %

Fehlendes Fachwissen bremst die Digitalisierung

75 %

Auftraggeber fordern digitale Lösungen aktiv ein

17 %

Hoffnungsträger Infrastruktur und Rechenzentren

Angesichts der schwachen Hochbaukonjunktur erhoffen sich zwei Drittel der Befragten in den kommenden fünf Jahren positive Impulse durch das staatliche Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität. Die größten Wachstumschancen machen die Firmen in der Verkehrs- und Energieinfrastruktur sowie beim Bau von Rechenzentren aus.

Um sich für diese kommenden Projekte frühzeitig in Stellung zu bringen, setzen sechs von zehn Betrieben auf neue Kooperationen oder investieren gezielt in die Weiterbildung ihrer Fachkräfte. Rebekka Berbner, Partnerin bei PwC Deutschland, macht jedoch klar: Der tatsächliche Nutzen für die Industrie hängt maßgeblich davon ab, wie schnell die politischen Vorhaben nun in konkrete, vergebene Aufträge münden.

Fehlendes Know-how bremst Digitalisierung aus

Neben der Konjunkturflaute kämpft die Branche weiterhin mit der Digitalisierung. Zwar erkennen vier von fünf Befragten ein hohes Potenzial in Anwendungen mit künstlicher Intelligenz (KI), die praktische Umsetzung in den Kernprozessen stagniert jedoch.

Als größte Hürde bei der Einführung digitaler Lösungen nennen 75 Prozent der Unternehmen ein fehlendes Fachwissen im eigenen Haus. Erschwerend kommt hinzu, dass der Impuls zur Digitalisierung nur selten von den Kunden ausgeht. Lediglich in 17 Prozent der Vergabeverfahren werden digitale Lösungen von den Auftraggebern aktiv eingefordert. Im Jahr 2021 lag dieser Wert noch bei 32 Prozent – ein deutlicher Rückschritt.

Nachhaltigkeit rückt in den strategischen Fokus

Obwohl der regulatorische Druck zuletzt leicht nachgelassen hat, bleibt das Thema Nachhaltigkeit für die Branche zentral. 87 Prozent der Firmen geben an, dass die Bedeutung von Umwelt-, Sozial- und Governance-Kriterien (ESG) in ihrem Unternehmen konstant geblieben oder sogar gestiegen ist.

Dabei wandelt sich die Motivation der Betriebe: Anstelle der reinen Pflichterfüllung rücken zunehmend die Unternehmensreputation und die Mitarbeiterbindung als treibende Kräfte in den Vordergrund. Laut Martin Nicklis, PwC-Direktor im Bereich Wirtschaftsprüfung, erkennen Bauunternehmen immer öfter auch die handfesten wirtschaftlichen Vorteile einer nachhaltigen Ausrichtung. Die Umsetzung erfolgt in der Praxis jedoch häufig noch über isolierte Einzellösungen statt über eine systematisch im Unternehmen verankerte Steuerung.


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