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So geht die Branche mit KARL um

Zwei Tage voller fachlicher Tiefe und spürbarem Tatendrang in der Wasser- und Abwasserbranche prägen den April 2026: Die 29. Ausgabe der Dresdner Abwassertagung (DAT), veranstaltet von der Stadtentwässerung Dresden, glänzt mit einem Besucherrekord. Das wohl drängendste Thema: EU-KARL. Einen Slot für Buchungen für 2027 hat die Veranstalterin Stadtentwässerung Dresden bereits freigegeben.

DAT 2026 mit Fokus auf EU-KARL: Dresdner Abwassertagung mit Rekord-Resonanz
Ralf Strothteicher, Technischer Geschäftsführer der Stadtentwässerung Dresden, eröffnet die Ausstellung der DAT 2026. | Foto: SE Dresden/Andre Wirsig

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Besonders präsent sind während der DAT 2026 die herausfordernde Umsetzung der neuen EU-Kommunalabwasserrichtline (KARL), Resilienz und Schutz der kritischen Infrastruktur vor Cyber-Angriffen, Digitalisierung und die Frage, wie Wasserwirtschaft und Klimaanpassung praktisch zusammengehen. Die Branche zeigt in Dresden aber auch eindrucksvoll, dass sie zusammensteht, dass sie zielgerichtet und mit klarem Blick in die Zukunft steuert und mit gebündelten Kräften die nächsten Schritte in die Richtung einer noch nachhaltigeren Wasserwirtschaft geht.

Teilnehmerrekord im ICC: Die DAT als zentraler Branchenmonitor

Mit 925 Teilnehmenden knackt die DAT ihren Rekord des Vorjahrs. „2026 war nach einhelliger Meinung – Aussteller, Teilnehmer und Orga-Team – ein besonderes Jahr“, resümiert Torsten Fiedler, Leiter der Unternehmenskommunikation der Stadtentwässerung Dresden. „Ein durchgängig spannendes Tagungsprogramm mit fachkundigen Referenten, stimmige Locations für die Tagung und den wichtigen Kommunikationsabend und der neue Besucherrekord waren sicherlich wichtige Zutaten.“

Rekord-Resonaz auf die DAT 2026:

„Wir haben an beiden Tagen insgesamt 925 Personen begrüßt“, berichtet Torsten Fiedler, Leiter der Unternehmenskommunikation der Stadtentwässerung Dresden. „Letztes Jahr waren es 880 Personen.“

Schon seit 1996 wird die DAT ausgerichtet, seit 2012 unter der Federführung der Stadtentwässerung Dresden. „Seither können wir einen stetigen Anstieg der Besucher- und Ausstellerzahlen verzeichnen“, so Fiedler – was mit 42 Ausstellenden begann, zählt nun 250, was einst 115 Besucherinnen und Besucher waren sind nun 925. Ein neuer Rekord, der die Relevanz der Veranstaltung für die Wasserbranche unterstreicht.

Fiedler spricht von einem durchschnittlichen Zuwachs von 10 Prozent pro Jahr. „Dabei stagniert nun allerdings der Zuwachs an Ausstellern aus Platzgründen. Wir könnten vermutlich 25 weitere Messestände vermieten, wenn der Platz im Internationalen Congress Center reichen würde.“

Tag eins der DAT ist geprägt von zwei Themen, die in jeweils einem Praxisforum die Fachleute beschäftigen:

  • „Sicherheit und Resilienz in der Wasserwirtschaft“ unter der Leitung von Gunda Röstel, Kaufmännische GeschäftsfĂĽhrerin der Stadtentwässerung Dresden.
  • „KARLS neue Kleider“, organisiert von Katrin Hänsel, GeschäftsfĂĽhrerin des DWA-Landesverbands Sachsen/ThĂĽringen, und Dr.-Ing. Markus Ahnert vom Institut fĂĽr Siedlungs- und Industriewasserwirtschaft der TU Dresden.

Umsetzung der EU-KARL: Herausforderungen fĂĽr die vierte Reinigungsstufe

Mit KARL beginnt auch das Fachforum an Tag zwei. Gunda Röstel führt durch das Panel „Wenn KARL kommt – Was die neue Kommunalabwasserrichtline wirklich bedeutet. Kläranlagen zwischen Regulierung und Realität.“

Dr. Issa Nafo (Emschergenossenschaft und Lippeverband) hält einen Kurzvortrag zur Umsetzung der EU-KARL im Panel mit (v.l.) Gunda Röstel (Kaufmännische Geschäftsführerin der SE Dresden), Dr. Christine Wilcken (Bundesumweltministerium), Dr. Michael Kuhn (Kuhn GmbH), Birgit Lange (Umweltministerium Sachsen) und Dr. Gesche Grützmacher (Berliner Wasserbetriebe). | Foto: SE Dresden/Andre Wirsig
Dr. Issa Nafo (Emschergenossenschaft und Lippeverband) hält einen Kurzvortrag zur Umsetzung der EU-KARL im Panel mit (v.l.) Gunda Röstel (Kaufmännische Geschäftsführerin der SE Dresden), Dr. Christine Wilcken (Bundesumweltministerium), Dr. Michael Kuhn (Kuhn GmbH), Birgit Lange (Umweltministerium Sachsen) und Dr. Gesche Grützmacher (Berliner Wasserbetriebe). | Foto: SE Dresden/Andre Wirsig

Es geht dabei vor allem um die steigenden Anforderungen an die Betreiber, in Gewässer eingetragene kritische Stoffe (Stickstoff und insbesondere Phosphor) zu eliminieren, wofür Kläranlagen eine vierte Reinigungsstufe einrichten müssen – eine finanzielle Herausforderung besonders für kleinere und mittlere Klärbetriebe.

In diesem Zusammenhang werden insbesondere diese Fragen erörtert: Wie können Anbieter der benötigten Technik kostengünstige Angebote machen? Und wie können Kosmetik- und Pharmaindustrie finanziell herangezogen werden, da sie maßgeblich diese kritischen Spurenstoffe in Verkehr bringen?

Da reden wir wirklich über zwei bis drei Jahrzehnte. Also ein langfristiges Programm zugunsten unserer Umwelt und zugunsten unserer Gewässer.

Im Panel diskutieren dazu Gäste aus Politik und Wirtschaft: Dr. Christine Wilcken (Bundesumweltministerium), Dr. Issa Nafo (Emschergenossenschaft und Lippeverband), Birgit Lange (Umweltministerium Sachsen), Dr. Gesche Grützmacher (Berliner Wasserbetriebe) und Dr. Michael Kuhn (Kuhn GmbH).

Dr. Issa Nafo (Emschergenossenschaft und Lippeverband) und Dr. Gesche GrĂĽtzmacher (Berliner Wasserbetriebe). | Foto: SE Dresden/Andre Wirsig
Dr. Issa Nafo (Emschergenossenschaft und Lippeverband) und Dr. Gesche GrĂĽtzmacher (Berliner Wasserbetriebe). | Foto: SE Dresden/Andre Wirsig

Es wird klar: Konzepte für die nationale Ebene müssen mit Bund und Ländern erstellt werden. Es geht um effiziente und möglichst kostengünstige Lösungen für Planung und Bau der vierten Reinigungsstufen, damit nicht immense Investitionsvolumen auf die Kläranlagenbetreiber oder aber die Verbraucherinnen und Verbraucher abgewälzt werden.

Das wird aber Zeit kosten: „Da reden wir wirklich über zwei bis drei Jahrzehnte. Also ein langfristiges Programm zugunsten unserer Umwelt und zugunsten unserer Gewässer“, sagt Gunda Röstel. Dazu brauche es neben dem Willen und der zielgerichteten Arbeit von Akteuren in Politik und Wasserbranche auch den guten Willen der Hersteller, die diese kritischen Spurenstoffe in Verkehr bringen, und für die die vierte Reinigungsstufe überhaupt erst notwendig werde.

Gunda Röstel (Kaufmännische Geschäftsführerin der SE Dresden) beim Panel zu EU-KARL. | Foto: SE Dresden/Andre Wirsig
Gunda Röstel (Kaufmännische Geschäftsführerin der SE Dresden) beim Panel zu EU-KARL. | Foto: SE Dresden/Andre Wirsig

Im Schlussplädoyer im Panel sagt Birgit Lange, sie setze auf Vertrauen zwischen den Akteuren und frühzeitige Gespräche für schnelle Genehmigungsverfahren. Gunda Röstel bekräftig später: „Es ist eine Aufgabe der Politik, aber Politik alleine kann das nicht lösen.“ Es brauche die Betreiber, die Anlagenbauer und gleichzeitig ein vertrauensvolles Verhältnis auch zu den Herstellern dieser Stoffe, „und da sind wir in einem immer besser werdenden Gespräch, aber da ist noch Luft nach oben“.

Resilienz und Cybersicherheit in der kritischen Wasserinfrastruktur

Die Themen der Vorträge zeigen deutlich, wie viel die Wasserwirtschaft bewegt: vom Bau ultramoderner Membran-Anlagen über Spurenstoffe in Gewässern, die natürlich nicht an Ländergrenzen Halt machen, bis hin zu den allerneuesten Trends und innovativen Entwicklungen aufseiten der Hersteller, Händler und Forschenden.

Die Teilnehmenden erfahren im Best-Practice-Beispiel SOWAG (Süd-Oberlausitzer Wasserversorgungs- und Abwasserentsorgungsgesellschaft) wie eine erfolgreiche Digitalisierung funktionieren kann. Außerdem geht es um Cyber-Attacken und die Sensibilisierung für die reale Gefahr, als Unternehmen Opfer krimineller Gruppierungen zu werden: „Es ist nicht die Frage, ob es passiert, sondern wann es passiert“, betont der Referent, Krisenmanager Jan Rähm.

Digitale Transformation und Fachkräftegewinnung

Um den Fachkräftenachwuchs und die Strategie, junge Leute durch smarte, digitale Wissensvermittlung nicht nur auszubilden, sondern auch in den Organisationen zu halten, darüber spricht Dr. Lisa Irwin-Broß. Die Vorständin der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA) referiert aber nicht nur über die jungen Stimmen „watervoices“, die in Podcasts oder Social Media zu vernehmen sind, und die digitale Lernwelt „knowH2O“.

Dr. Lisa Irwin-Broß während ihres Vortrags "Likes, Lernen, Leidenschaft: Wie zeitgemäße Wissensvermittlung Nachwuchs für die Wasserewirtschaft schafft." | Foto: SE Dresden/Andre Wirsig
Dr. Lisa Irwin-Broß während ihres Vortrags "Likes, Lernen, Leidenschaft: Wie zeitgemäße Wissensvermittlung Nachwuchs für die Wasserewirtschaft schafft." | Foto: SE Dresden/Andre Wirsig

Sie bezieht ihr Publikum unmittelbar ein, erst ein schnelles Selfie im Tagungssaal zu schießen, und später, das Foto auch zu posten: Mit den Hashtags #watervoices #dat2026 und #knowH2O hat sie durch diese Posts direkt noch mehr Reichweite für die DAT 2026 erzeugt und vielleicht auch die ein oder anderen Aha-Momente im Auditorium.

Mit dem Schlussvortrag gelingt dem Autor und Zukunftsforscher Erik Händeler ein gelungener Höhepunkt. In seiner Hologramm-Keynote sagt er: „Keine Angst vor Künstlicher Intelligenz, sie nimmt nicht die Arbeitsplätze, sie schafft sie.“ Menschen würden historisch betrachtet aufgrund von Nöten immer wieder technische Entwicklungen und viel Produktivitätssteigerung schaffen.

Autor und Zukunftsforscher Erik Händeler beeindruckt mit einer Hologramm-Keynote darüber, weshalb der Wohlstand der Menschheit nicht von der Technik, sondern von den Menschen selbst gesichert wird. | Foto: SE Dresden/Andre Wirsig
Autor und Zukunftsforscher Erik Händeler beeindruckt mit einer Hologramm-Keynote darüber, weshalb der Wohlstand der Menschheit nicht von der Technik, sondern von den Menschen selbst gesichert wird. | Foto: SE Dresden/Andre Wirsig

Die durchweg begeisterte Resonanz der Ausstellerinnen und Aussteller sowie der Teilnehmenden hallt auch Tage später auf der Business-Plattform LinkedIn noch nach. „Inspirierende Tage auf der Dresdner Abwassertagung #DAT2026 liegen hinter uns“, heißt es hier. Oder: „Auch in diesem Jahr bringt die DAT wieder die relevanten Akteure aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft zusammen. Die Veranstaltung zeigt einmal mehr: Die Branche steht vor großen Aufgaben; ist aber bereit, diese anzunehmen und aktiv zu gestalten.“

Die Dresdner Stadtentwässerung äußert sich nach der Veranstaltung überaus erfreut über die Reaktionen der Gäste – auch schon vor Ort. „Selbst die Vortragenden zeigen sich häufig überwältigt von der Qualität der DAT und der Anzahl der Teilnehmer", sagt Torsten Fiedler. Sein Fazit: „Die Themenauswahl der diesjährigen Dresdner Abwassertagung war erneut hochaktuell und praxisnah. Sie griff zentrale Herausforderungen wie die EU-Kommunalabwasserrichtlinie, Klimaanpassung, resiliente Siedlungsentwässerung sowie Digitalisierung und IT‑Sicherheit auf und machte deutlich, wo Transformationsdruck besteht – aber auch, welche Chancen sich daraus ergeben."

Die Gäste nutzen ihr Gelegenheit: Netzwerkpflege, Kontakte knüpfen und enger fachlicher Austausch auf der Fachausstellung der DAT 2026. | Foto: SE Dresden/Andre Wirsig
Die Gäste nutzen ihr Gelegenheit: Netzwerkpflege, Kontakte knüpfen und enger fachlicher Austausch auf der Fachausstellung der DAT 2026. | Foto: SE Dresden/Andre Wirsig

Ausblick DAT 2027: Neue Registrierung fĂĽr Fachausstellung

Die Begeisterung gilt auch einer Neuerung für das kommende Jahr: Der große Andrang auf die Buchung der Messestände und das kleine Zeitfenster, das immer wieder zum Zusammenbruch der Website geführt hat, soll sich nicht wiederholen.

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Es gibt einen bereits seit dem 22. April freigeschalteten Slot bis zum 5. Juni 2026, in dem sich Interessentinnen und Interessenten für einen Messestand registrieren lassen können. Sollte es dann mehr Anfragen als verfügbare Flächen geben, entscheiden Faktoren wie Teilnahmehistorie, Durchmischung und Innovation. Ende Juni werden die Plätze final vergeben.

Fiedler: „Bereits einen Tag nach der Veranstaltung haben wir bereits für 80 Prozent der Messestände Anmeldungen vorliegen, die 2027 erneut dabei sein wollen."

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