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Kanalsanierung/

Mineralische Kanalsanierung: Olgasammler in Ulm in Handarbeit saniert

Mineralische Sanierung

Handarbeit im 120 Jahre alten Sammler

03.09.2026, 10:30, aktualisiert 03.09.2026, 11:11
ULM
Mineralische Kanalsanierung: Olgasammler in Ulm in Handarbeit saniert
Bauleiter Bernd Hubert hat genau vorgegeben, wie das Schachbrettmuster für die Injektion der Betonsuspension gebohrt werden muss. | Foto: Andreas Mauritz, Jockgrim

Der 120 Jahre alte Oststadtsammler (Olgasammler) unter der Ulmer Olgastraße ist stark korrodiert. Um den Betrieb für mindestens weitere 25 Jahre zu sichern, setzen die Entsorgungsbetriebe der Stadt Ulm (EBU) auf eine händische mineralische Sanierung kombiniert mit einem Injektionsverfahren. Die Firma HS Kanalsanierung setzt das anspruchsvolle Projekt im begehbaren Profil unter beengten Verhältnissen um.


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Der 550 Meter lange Sanierungsabschnitt weist ein Haubensonderprofil der Dimension 900/1500 mit senkrechten Wänden, Scheitelbogen und geklinkerter Sohle auf. Die Kanalwand leidet unter starker Betonkorrosion, teilweise mit Längsrissbildung (Altrohrzustand ARZ IIIa nach DWA-A 143-2).

Trotz der starken Schäden schieden gängige grabenlose Verfahren aus: Ein Schlauchliner kam aufgrund der senkrechten Wände am Kämpferbereich statisch nicht infrage, da er dem Wasseraußendruck nicht standgehalten hätte. Ein Kurzrohrlining hätte den Querschnitt des Kanals in unzulässigem Maß verengt. Die Entscheidung fiel daher auf die mineralische Sanierung von Hand.

Baustellenlogistik und komplexe Wasserhaltung

Der Kanal liegt rund sechs Meter tief, teilweise direkt unter dem Gleisbett der Straßenbahn. Um unabhängig vom Verkehr arbeiten zu können, errichtete das Team vorab einen sieben Meter tiefen Einstiegsschacht.

Während der Arbeiten im engen, nur 1,50 Meter hohen Profil leitet eine aufwendige Wasserhaltung den Trockenwetterabfluss um. Die Pumpen fördern 50 Liter pro Sekunde über eine Strecke von 20 Metern, während seitliche Zuläufe einzeln eingebunden werden. Da die Anlage bei Starkregen überflutet werden könnte, schützt ein dreiphasiges Alarmierungsmodell – gekoppelt an Wetterdaten und Schachtpegel – die im Kanal arbeitenden Menschen.

Für HS Kanalsanierung ist der Auftrag eine ungewöhnliche Maßnahme. „Das ist auch für uns ein sehr großes Projekt und wir tun alles, damit der Kunde mit unserer Leistung zufrieden ist", sagt Geschäftsführer Sebastian Gorecki. Von den insgesamt sechs Kolonnen des Unternehmens mit 34 Sanierern ist in Ulm die Stammkolonne von Bauleiter Bernd mit zehn Mitarbeitenden im Einsatz.

Bauleiter Bernd Hubert (HS Kanalsanierung), Markus Kneher (EBU Ulm), Sebastian Brunner (ISAS Ingenieure), Sebastian Gorecki (GF HS Kanalsanierung), Benjamin Blenk ISAS Ingenieure) und Georg Scholz (Abteilungsleiter Abwasserwirtschaft EBU Ulm). | Foto: Andreas Mauritz, Jockgrim
Bauleiter Bernd Hubert (HS Kanalsanierung), Markus Kneher (EBU Ulm), Sebastian Brunner (ISAS Ingenieure), Sebastian Gorecki (GF HS Kanalsanierung), Benjamin Blenk ISAS Ingenieure) und Georg Scholz (Abteilungsleiter Abwasserwirtschaft EBU Ulm). | Foto: Andreas Mauritz, Jockgrim

Reißverschlussverfahren: Bohrungen im Raster

Im Zentrum der Sanierung steht der Schutz des freigelegten Altbetons durch eine mineralische Beschichtung. Um die Struktur zusätzlich zu verfestigen, bohren die Sanierer im Abstand von 40 Zentimetern rund 18 Millimeter große Löcher in die Kanalwände. Es entsteht ein schachbrettartiges Raster mit bis zu 1.000 Injektionspackern pro Bauabschnitt.

Anschließend verpresst das Team eine kunststoffmodifizierte Zement-Suspension unter Druck in die Kanalwand. Die Suspension verteilt sich in den Lunkern des porösen Altbetons und verschließt Längsrisse im sogenannten Reißverschlussverfahren. Das Material erfüllt die Expositionsklasse XA3 nach DIN EN 206-1 und ist damit hochgradig beständig gegen chemische Angriffe durch Abwasser.

Der Olgasammler in Ulm nach der Sanierung. | Foto: Andreas Mauritz, Jockgrim
Der Olgasammler in Ulm nach der Sanierung. | Foto: Andreas Mauritz, Jockgrim

Gewonnene Zeit für die städtische Planung

Das gewählte Verfahren fungiert als robuste Zwischenlösung. Die Haltbarkeit der mineralischen Auskleidung wird auf mindestens 25 Jahre geschätzt. Die Stadt Ulm gewinnt durch die erfolgreiche Maßnahme das nötige Zeitfenster, um einen neuen, größer dimensionierten Parallelkanal in Ruhe planen zu können.

Dass der Hauptsammler der an der Grenze zwischen Baden-Württemberg und Bayern gelegenen Stadt saniert werden muss, war schon länger bekannt. „Das ist eine größere Sanierung an einem technisch anspruchsvollen Kanalprojekt, an einem wichtigen Kanal, der große Mengen Abwasser transportiert", erklärt Georg Scholz, Abteilungsleiter Abwasserwirtschaft bei den Entsorgungsbetrieben der Stadt Ulm (EBU).

Lesen Sie hier mehr zu Kanalsanierung:

Mineralische Kanalsanierung: Olgasammler in Ulm in Handarbeit saniert: Weitere Bilder

Der Schaden im Olgasammler in Ulm vor der Sanierung. | Foto: Andreas Mauritz, Jockgrim
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Quelle: HS Kanalsanierung


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