IKT-Fachkundelehrgang
So lief David Hecks Karriere-Turbo

Die Komplexität im unterirdischen Bauen steigt, die Anforderungen auf den Baustellen wachsen – nicht zuletzt durch neue Herausforderungen wie zunehmende Starkregenereignisse, die Umsetzung des Schwammstadt-Prinzips in der Planung und die fortschreitende digitale Verwaltung. Gleichzeitig braucht die Branche qualifizierte Fachkräfte wie David Heck von ISAS, Ingenieurbüro für die Sanierung von Abwassersystemen. Wie er mit einem IKT-Fachkundelehrgang noch mal einen draufgesetzt hat.

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Dass gezielte Weiterbildung nicht nur individuelle Karrieren befeuern, sondern auch ein echter Schlüssel zur Mitarbeiterbindung und zur Integration von Quer- oder auch Berufseinsteigern sein kann, zeigt das Beispiel von David Heck. Der Umweltingenieur hat den Fachkundelehrgang „Kanal- und Leitungsbau“ des IKT (Institut für Unterirdische Infrastruktur) absolviert – ein Format, das Theorie und Praxis auf besondere Weise verzahnt.
David Heck arbeitet seit fünf Jahren bei der ISAS GmbH am Standort München und betreut dort Kundinnen und Kunden aus der Industrie. Sein Schwerpunkt: grabenlose Kanalsanierung und begleitende Tiefbauprojekte. Während seiner Projekte merkt der studierte Umweltingenieur (M.Sc.), dass er sein theoretisches und praktisches Wissen an einigen Stellen ausbauen will, um noch besser auf Aspekte seiner Arbeit in der Siedlungswasserwirtschaft und Kanalsanierung eingehen zu können.
Das universitäre Studium lieferte dafür ein starkes Fundament, war naturgemäß aber oft theoretisch geprägt. Für die spezifischen Anforderungen im Arbeitsalltag suchte David Heck nach einer praxisorientierten Ergänzung. Er wollte manche Themen vertiefen, andere noch komplexer ansteuern, um seine Kundinnen und Kunden noch besser beraten zu können.
Für den Umweltingenieur ist der Lehrgang eine ideale Vertiefung seines Wissens im Bereich Kanal- und Leitungsbau – als wertvolle Ergänzung zu den ingenieurtechnischen Grundlagen aus dem Studium und dem internen Fachaustausch mit den Kolleginnen und Kollegen bei ISAS.
Der Impuls zur Weiterbildung kam von seinem Arbeitgeber ISAS, der viel Wert auf die Entwicklung der eigenen Inhouse-Kompetenz legt. Weil Heck nicht nur strikt grabenlos arbeitet, sondern auch Tiefbaumaßnahmen betreut, suchte er eine Weiterbildung, die breiter aufgestellt ist und auch die offene Erneuerung abdeckt.
Er stößt auf den IKT-Fachkundelehrgang – unter anderem, weil er während einer Veranstaltung Prof. Dr.-Ing. habil. Bert Bosseler, den Wissenschaftlichen Leiter des IKT, kennenlernt.
IKT-Fachkundelehrgang „Kanal- und Leitungsbau“
Der IKT-Zertifikatslehrgang „Kanal- und Leitungsbau“ ist Teil der IKT-Studienreihe „Stadtentwässerung“ und vermittelt Fachwissen aus Forschung und Praxis auf Hochschulniveau für den nächsten Karriereschritt im Kanalbetrieb oder Ingenieurbüro.
- Format & Dauer: Der Kurs ist als berufsbegleitendes hybrides Lernmodell (Mix aus E-Learning und persönlichem Mentoring/Blended Learning) auf 12 Monate ausgelegt, der Einstieg ist jederzeit möglich. Die Teilnehmenden bestimmen ihr Lerntempo selbst. Alternativ wird ein kompakter Präsenz-Lehrgang angeboten.
- Ablauf: Das Programm gliedert sich in 6 aufeinander aufbauende „Themen-Packs“ (Videoblogs). Jedes Modul schließt mit einem Online-Zwischenaudit und einer persönlichen Mentorstunde mit dem wissenschaftlichen Leiter, Prof. Dr.-Ing. habil. Bert Bosseler, ab.
- Themenschwerpunkte: Unter anderem offene Bauweise, Standsicherheit von Rohr und Boden, grabenlose Bauweise, Rohrvortrieb, Qualitätssicherung, Kanalsanierung, Umgang mit Starkregen sowie smarte Infrastrukturen.
- Zielgruppe: Fachkräfte aus der Planung und Begutachtung, Berufsanfänger (z. B. frisch von der Uni) sowie Quereinsteiger in den Bereichen Kanalbau und Kanalsanierung.
- Abschluss: Eigene Projektarbeit (Project Thesis) aus der Berufspraxis, Repetitorium in Kleinstgruppen und ein 30-minütiges Fachgespräch führen zum Zertifikat „Fachkunde Kanal- und Leitungsbau“.
Weitere Informationen direkt beim IKT – Institut für Unterirdische Infrastruktur.

Hybrides Lernen: Die Herausforderung neben dem Vollzeitjob
Der IKT-Lehrgang ist als zwölfmonatiges hybrides Lernmodell konzipiert, ein Mix aus Online-Phasen und persönlichem Austausch (Blended Learning) – ideal, um ihn berufsbegleitend zu absolvieren. Für David Heck war diese Flexibilität neben einem fordernden Vollzeitjob durchaus auch eine Herausforderung, wie er rückblickend sagt. Es erfordere ein hohes Maß an Selbstdisziplin, da man sich die Zeiträume im Arbeitsalltag ganz bewusst einräumen müsse. „Es ist schon tough, das neben der Vollzeitarbeit durchzuziehen.“
Gleichzeitig bietet gerade dieser Aufbau den Raum für eine tiefe inhaltliche Auseinandersetzung. Nach jedem der Module fand ein persönliches Online-Fachgespräch mit Bert Bosseler statt. Für Heck waren diese Gespräche ein Highlight, um offene Fragen aus dem Ingenieursalltag direkt zu diskutieren.
Auch für Bosseler ist dieser individuelle Austausch essenziell: „Ich denke, das ist das zentrale Element des gesamten Kurses. Es freut mich sehr, wenn die Teilnehmenden dies als echten, individuellen Mehrwert ansehen.“
Das Lernen funktioniere dabei in beide Richtungen. „Gerade mit Herrn Heck hatte ich sehr interessante 1:1-Online-Gespräche. Seine Fragen aus der Ingenieurpraxis waren für mich wichtige Impulse, um gängige Argumentationen zu hinterfragen und weiterzuentwickeln“, betont Bosseler.
Dreifacher Schub für die Karriere
Im Rahmen seiner Abschlussarbeit widmete sich Heck dem Thema „Schlauchlining im industriellen Abwassernetz“. Ein Bereich, der im Gegensatz zum kommunalen Umfeld durch extreme Bedingungen wie unbekannte Abwasserzusammensetzungen, hohe Temperaturen, starke pH-Schwankungen und massiv eingeschränkte Zugänglichkeiten in Produktionsanlagen geprägt ist.
Hier konnte er das neu erworbene Wissen, insbesondere zur Liner-Statik, direkt anwenden. „Was da bei Regelstatiken eigentlich geprüft wird und wie die Ergebnisse von Linerproben zu interpretieren sind, das habe ich durch diesen Lehrgang erst richtig verstanden“, resümiert der Ingenieur.
Dass der Lehrgang Karrieren spürbar voranbringen kann, sieht Bert Bosseler in drei konkreten Bereichen begründet:
- Faktenwissen: „Gerade mit Blick auf die Qualität im Kanal- und Leitungsbau bieten unsere Erfahrungen aus Forschung und Warentest eine solide Basis.“
- Methodenwissen: „Welche Prinzipien stecken zum Beispiel hinter einem Bauverfahren und einer Statik, wie kann ich mit einfachen Mitteln die Plausibilität prüfen?“
- Selbstsicherheit: „Wer Zusammenhänge versteht und Fakten kennt, kann auch selbst Argumentationen entwickeln, wenn es mal hart auf hart kommt.“
Genau diese Selbstsicherheit spürt auch David Heck im Umgang mit seinen Industriekunden: „Wenn man bei einem Kunden ist und wirklich bis ins Detail weiß, über was man jetzt hier eigentlich redet, dann ist es für einen selber auch einfach ein gutes Gefühl und schafft Selbstbewusstsein. Und das ist persönlich wie beruflich immer von Vorteil.“

Eine strategische Antwort auf den Fachkräftemangel
Doch nicht nur die Mitarbeitenden profitieren. Für Unternehmen wie ISAS kann die gezielte Weiterbildung ein Schlüssel gegen die Fachkräftemangelproblematik sein.
Das erworbene Wissen behält David Heck nämlich nicht nur für sich. Er teilt es in Quartalstreffen und internen Fachbereichsbesprechungen mit seinem Team bei ISAS. Zudem erzeugt das Investment in die Ausbildung Loyalität zum Arbeitgeber und Mitarbeiterbindung, findet er. „Das ist schon eine Wertschätzung mir gegenüber“, sagt Heck. „Und es trägt dazu bei, dass man einfach gerne dort arbeitet.“
Darüber hinaus birgt der IKT-Lehrgang immenses Potenzial für Branchenfremde. Bert Bosseler sieht darin ein strategisches Instrument: „Der Lehrgang ist einer der Pflichtlehrgänge in unserer Studienreihe ‚Stadtentwässerung‘. Hier gewinnen die Teilnehmenden einen strukturierten Einblick in alle Aufgaben, also zum Beispiel auch die Entwässerungsplanung, den Kanalbetrieb oder das Starkregenmanagement.“
Bosselers Fazit ist deutlich: „Die Fachkunde kann dann ein echter Karriere-‚Schub‘ für Quereinsteiger sein und Fachkräfte binden.“ Auch David Heck stimmt zu: Der Kurs sei breit genug aufgestellt, um frische Uni-Absolventinnen und -Absolventen oder Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger schnell und effektiv an die komplexe Materie heranzuführen.
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