Gleisentwässerung
EBA bestimmt IKT als Prüfstelle für Herbizid- und Schwermetallrückhalt

Das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) hat das Institut für Unterirdische Infrastruktur (IKT) in seiner „Fachinformation für die Entwässerung von Bahnanlagen“ (Juni 2026) ausdrücklich als Prüfstelle ausgewiesen. Hersteller von dezentralen Niederschlagswasserbehandlungsanlagen können die Reinigungsleistung ihrer Systeme für den Einsatz an Gleisanlagen ab sofort im IKT untersuchen und nachweisen lassen. Das Verfahren schließt eine wichtige Regelungslücke beim Rückhalt von Herbiziden und Schwermetallen.

Smarte Baumbewässerung für klimaresiliente Quartiere
Kommunen durch Regenwassermanagement klimaresilient machen – eines der Ziele des Reallabors Morgenstadt. Hauraton ist als Experte dabei.
Gleisflächen stellen besondere Anforderungen an die Abwasserbehandlung. Neben abfiltrierbaren Stoffen und gelösten Schwermetallen wie Kupfer und Zink gelangen durch die chemische Vegetationskontrolle auch Herbizide – insbesondere Diuron und Mecoprop – in den Abfluss. Wenn dieses Niederschlagswasser in das Grundwasser oder in Oberflächengewässer eingeleitet wird, ist eine gezielte Begrenzung dieser Stoffeinträge gesetzlich vorgeschrieben.
Die etablierten DIBt-Zulassungsgrundsätze für Niederschlagswasserbehandlungsanlagen aus dem Siedlungs- und Kfz-Bereich erfassen den Herbizidrückhalt bisher nicht. Die EBA-Fachinformation ergänzt daher die Regelwerke DWA-A 102-2 sowie DWA-A 138-1 um bahnspezifische Prüf- und Nachweisverfahren.
EBA-Fachinformation Entwässerung: Drei Stoffgruppen und ihre Prüfverfahren
Je nach angestrebter Reinigungsleistung sieht das EBA unterschiedliche Prüfwege vor:
- Ungelöste Stoffe: Nachweis nach Teil 1 der DIBt-Zulassungsgrundsätze.
- Gelöste Schwermetalle: Ebenfalls Nachweis nach Teil 1 der DIBt-Zulassungsgrundsätze.
- Schwermetalle und Herbizide: Leistungsprüfung gemäß Verband Schweizer Abwasser- und Gewässerschutzfachleute (VSA).

Soll eine Anlage Herbizide zurückhalten, wird aufgrund möglicher Wechselwirkungen zeitgleich der Schwermetallrückhalt gemäß VSA-Standard geprüft. Nach Vorgabe des EBA ist für diesen Nachweis ein bestandener Labortest ausreichend. Unabhängig von diesem Prüfnachweis sind standortspezifische Vorgaben und Regelungen für Wasserschutzgebiete weiterhin einzuhalten.
VSA Leistungsprüfung im IKT: Großmaßstäbliche Simulation unter Laborbedingungen
Die Untersuchungen erfolgen in der Versuchshalle des IKT unter definierten hydraulischen und stofflichen Bedingungen. Das Institut simuliert Regenereignisse, Durchflüsse und Schadstoffbelastungen im Originalmaßstab, um den Rückhalt sowie die Stabilität der Reinigungsleistung zu ermitteln.

Das IKT kombiniert für diese Aufgaben die Kompetenzen seiner staatlich anerkannten Prüfstelle für Durchflussmessung mit denen seiner DIBt-benannten Prüfstelle für Regenwasserbehandlung. Nach erfolgreichem Testabschluss erhalten Hersteller einen fachlichen Prüfbericht zur Vorlage bei Behörden und Auftraggebern sowie ein Prüfsiegel. Die Abstimmung des individuellen Prüfprogramms erfolgt vorab direkt mit der Prüfstelle.
Ansprechpartner für Rückfragen und Prüfvorhaben: Marcel Goerke, M.Sc., Leiter der DIBt-benannten IKT-Prüfstelle, Tel.: 0209/17806-34, E-Mail: goerke@ikt.de
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