Wasseraufbereitung
Wie Ressourcenschonung in der Waschstraße gelingt

Wasser ist ein wertvolles Gut. In Autowaschanlagen fließen davon jedoch etliche Liter, damit jeder Pkw auch sauber rausfährt. Um Ressourcen zu schonen, kommt bei „Mr. Clean Carwash“ im niedersächsischen Damme ein Verfahren zum Einsatz, womit sich 85 Prozent des eingesetzten Wassers zur Wiederverwendung aufbereiten lassen.
Die „Mr Clean Carwash“-Waschstraße mit SB-Boxen in Damme ist seit Ende 2025 in Betrieb. Als Partner für die Umsetzung hatte Geschäftsführer und Bauherr Alexander Runnebaum zum einen das Unternehmen Otto Christ, Hersteller von Waschanlagen für Pkw, Nutz- und Schienenfahrzeuge, mit im Boot. Zum zweiten war die Firma 3A Wassertechnik dabei – 3A steht für Abwasserbehandlung, Abscheidetechnik und Analytik. Die Produkte und Leistungen des Spezialunternehmens, das seit 2024 zur Berding Beton Gruppe gehört, sind schwerpunktmäßig auf Lösungen im Bereich mineralölhaltiges Abwasser ausgerichtet, die bei der Reinigung, Instandhaltung und Betankung von Fahrzeugen gefragt sind.
Waschstraße: Planungsassistenz und maßgeschneiderte Anlagentechnik
Zu den Leistungen von 3A Wassertechnik zählten Planungsassistenz und Projektbegleitung. „Wir beraten ausführlich und nach dem aktuellen Stand der Technik, damit der Kunde die für ihn richtige Entscheidung treffen kann“, sagt Meike Leefers, Verantwortliche für den Vertrieb und die Projektberatung Nord bei der 3A Wassertechnik, „gleichzeitig legen wir großen Wert darauf, allen am Bau Beteiligten gerecht zu werden.“
Der Waschstraße-Bau mit SB-Boxen ging von März 2024 bis Dezember 2025 über die Bühne. Für die Vorreinigung des Abwassers wurde eine unterirdische Behältertechnik von 3A installiert, die auf die von der Firma Otto Christ gelieferten maschinentechnische Ausstattung zur Kreislaufführung des Waschwassers abgestimmt wurde, ebenso wie die Anlage zur Begrenzung von Kohlenwasserstoffen (ABeKW) nach DIN 1999-100 für die SB-Boxen.
Unterirdische Technik im Detail

In der Planungsphase hatte 3A bei der geeigneten Behälterkonstellation beraten. Entscheidend waren dabei die anfallenden Wassermengen, deren Aufbereitung durch Reinigung von Schmutz, Mineralölresten und Chemikalien über ein Kreislaufsystem stattfindet. Dafür wurden bei der Waschstraße neun von 3A gefertigte Behälter zur Abwasservorbehandlung mit Absetz-, Belebungs- und Speicherbecken unterhalb der Bodenoberfläche eingebaut.
Zur Vorbehandlung wird das Brauchwasser nun über einen Verteilerschacht in zwei parallel geschaltete Schlammfänge mit einem Volumen von jeweils 10.000 Litern geleitet. Hier setzen sich die Sedimente ab, und durch zu- sowie ablaufseitige Tauchbögen werden zusätzlich Leichtstoffe – zum Beispiel Leichtflüssigkeiten oder Abrieb vom Waschbesatz – zurückgehalten.
Im anschließenden Belebungsbehälter wird Sauerstoff eingebracht, um den aeroben („mit Luft“) mikrobiellen Abbau der noch enthaltenen Schadstoffe zu begünstigen. Dann wird das vorgereinigte Schmutzwasser in ein Entnahmebecken weitergeleitet, wo mithilfe einer Quarzkiesfilter-Anlage weitere Schmutzstoffe herausgefiltert werden. Es folgt die Weiterleitung des „Reinwassers“ in den Brauchwasservorlagetank, der ebenfalls belüftet ist, um Faulung zu verhindern.
Merkmale der 3A-Abscheideranlage
- Fertigung mit Abdeckplatte, freie Zugänglichkeit zu den Einbauteilen, ein freier Einstieg zur Behälterbegehung
- Wandstärke 150 Millimeter, Bodenstärke 200 Millimeter, eventuell erforderlicher Höhenausgleich erfolgt wegen der Zugänglichkeit im Behälterdurchmesser
- Leicht durchführbare Eigenkontrollen für den Betreiber, Schlamm- und Ölschichtdickenmessung sind frei zugänglich und ungehindert möglich
- Lastausgleichsringe zur gleichmäßigen vertikalen Druckverteilung am Umfang (anstelle Mörtel)
- Die selbsttätige Verschlusseinrichtung wird in einem geschlossenen Edelstahlkorb geführt (inklusive Deckel, falls Rückstau), der Koaleszenzeinsatz hat ebenfalls eine eigene Führung, was dem Betreiber ein leichtes Entnehmen und Einsetzen ermöglicht
- Herausnehmbares filterloses Koaleszenzmaterial aus Edelstahl, kaum beziehungsweise keine Verblockung durch ölhaltige Feinschlammbefrachtung, kein Austausch und damit verbundene Entsorgungskosten als Sondermüll
- Ölspeichervolumen: 2.040 Liter
Bauausführung und Fazit

Das Gesamtprojekt wurde vom Steinfelder Bauunternehmen Borgerding umgesetzt. Der Einbau des mehrstufigen Beckensystems inklusive aller Versorgungsleitungen wurde von der Firma Gabau aus Diepholz ausgeführt. „Die Zusammenarbeit mit allen Beteiligten war sehr gut“, resümiert Meike Leefers, „vor allem dank der langjährigen partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Otto Christ waren Abläufe gut eingespielt, was dem Projekt und seiner erfolgreichen Umsetzung zugutekam.“
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Quelle: Berding Beton
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