EU-Projekt Decire-Water
Vom Abwasser zur Ressource

Neue Wege für eine effiziente Wassernutzung: Angesichts steigender Klimarisiken gewinnt die dezentrale Wasseraufbereitung in der Erschließung von Stadtquartieren an Bedeutung. Das internationale Forschungsprojekt „Decire-Water“ testet nun modulare Anlagensysteme an sechs Reallaboren. Durch die Kombination aus naturnahen und technischen Verfahren sollen Kommunen und Planer flexiblere Lösungen für die Wasserwiederverwendung erhalten.
Klimawandel und demografische Entwicklungen belasten zunehmend die bestehende Entwässerungsinfrastruktur. Modulare Aufbereitungssysteme setzen direkt an der Quelle an, um Grauwasser oder kommunales Abwasser vor Ort aufzubereiten. Die Einheiten lassen sich flexibel in einzelnen Wohngebäuden, Wohnblöcken oder auf Quartiersebene integrieren.
Neben der Bereitstellung von Betriebswasser ermöglichen die Systeme auch eine Nährstoffrückgewinnung. Pflanzennährstoffe wie Stickstoff und Phosphor können gezielt abgetrennt und dem Wirtschaftskreislauf wieder zugeführt werden. Damit dienen die Konzepte sowohl der Netzentlastung als auch der Ressourcenschonung.
Naturbasierte Klärverfahren mit technischer Feinreinigung kombinieren
Im Zentrum der Entwicklungen stehen naturbasierte Klärverfahren wie bepflanzte Bodenfilter. In mit Sand oder Kies gefüllten Schilfbecken bauen Mikroorganismen Verunreinigungen biologisch ab. Je nach Qualitätsanforderung an das Brauchwasser ergänzen technische Stufen den Reinigungsprozess.
Für höhere Hygienestandards kommen Membranbioreaktoren oder UV-Anlagen zur Entkeimung zum Einsatz. Eine kontinuierliche Sensormessung und digitale Steuerung überwachen die Ablaufwerte in Echtzeit. So lässt sich die Wasseraufbereitung flexibel an schwankende Zuflussmengen anpassen.
Wasserwiederverwendung im Tiefbau: Sechs Reallabor-Standorte im Test

Die Effizienz der Kombinationssysteme wird derzeit an sechs Standorten in Europa und Südafrika untersucht. Ziel der Praxistests ist die Erprobung unter realen Lastwechseln und Witterungsbedingungen, um marktfähige Betriebskonzepte für die Praxis zu entwickeln.
Erste Messdaten zeigen, dass die Aufbereitungsleistung ausreicht, um verlässlich sauberes Bewässerungs- und Betriebswasser bereitzustellen. Neben den technischen Komponenten analysiert das Forschungskonsortium auch die gesetzlichen Rahmenbedingungen, die Wirtschaftlichkeit sowie die Ökobilanz über den gesamten Lebenszyklus der Anlagen.
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