Newsletter abonnieren

Wir graben für Sie nach Neuigkeiten. Die Ergebnisse gibt es bei uns im Newsletter.

Wir graben für Sie nach Neuigkeiten. Die Ergebnisse gibt es bei uns im Newsletter.

Newsletter Anmeldung
B_Iumweltbau

PFAS, KARL und Phosphor: Kommunale Wasserfragen im Fokus

Städte und Gemeinden stehen in der Wasser- und Abwasserwirtschaft unter erheblichem Handlungsdruck: Verschärfte gesetzliche Vorgaben, zunehmende Klimafolgen und steigende Investitionsbedarfe treffen auf begrenzte personelle und finanzielle Ressourcen. Welche technischen, regulatorischen und organisatorischen Lösungsansätze Kommunen jetzt benötigen, zeigt die IFAT Munich 2026.

IFAT in München 2026: Kommunale Wasserfragen im Fokus
Kommunale Wasserfragen spielen auf der Blue Stage eine große Rolle. | Foto: Messe München GmbH

Vom 4. bis 7. Mai 2026 präsentieren auf der Weltleitmesse für Umwelttechnologien mehr als 3.000 Aussteller aus über 60 Ländern ihre Innovationen für Wasser, Recycling und Zirkularität. Ein zentraler Schwerpunkt liegt traditionell auf der Wasserwirtschaft. Kommunen stehen dabei vor der Aufgabe, Trinkwasserversorgung und Abwasserbehandlung zukunftssicher aufzustellen, neue gesetzliche Anforderungen umzusetzen und ihre Infrastrukturen klimaresilient weiterzuentwickeln.

PFAS: Neue Herausforderungen durch „Ewigkeitschemikalien“

Die Debatte um per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) hat sich von einem Fachthema zu einer gesellschaftlich relevanten Fragestellung entwickelt. Kommunen müssen künftig verbindliche PFAS-Grenzwerte im Trinkwasser einhalten. Das erfordert Investitionen in Monitoring, Analytik und geeignete Aufbereitungstechnologien. Gleichzeitig rückt die Sanierung von Altlasten stärker in den Fokus, da die hohe Mobilität der auch als „Ewigkeitschemikalien“ bezeichneten Stoffe Risiken für die Trinkwasserversorgung birgt.

Wie sich PFAS technisch und wirtschaftlich handhaben lassen, diskutiert das vom Figawa e.V. organisierte Panel „PFAS im Fokus: Herausforderungen und Lösungen zum Umgang mit dem Jahrhundertgift“ am 6. Mai 2026 auf der Blue Stage. Ergänzend zeigt ein Vortrag der Deutschen Gesellschaft für Abfallwirtschaft (DGAW) am 4. Mai, wie PFAS mithilfe von Aktivkohle aus Wasserströmen entfernt und zerstört werden können.

KARL: Strengere Anforderungen an die Siedlungswasserwirtschaft

Mit der novellierten Kommunalabwasserrichtlinie (KARL) hat die EU Ende 2024 die Rahmenbedingungen für die Siedlungswasserwirtschaft neu definiert. „Ein Meilenstein für den Gewässerschutz, aber auch eine enorme Herausforderung für Abwasserwirtschaft und Kommunen“, betont Dr. Lisa Irwin-Broß, Vorständin der DWA. Allein in Deutschland müssen bis 2045 mehrere hundert Kläranlagen um eine vierte Reinigungsstufe erweitert werden. Zudem soll die Abwasserbehandlung künftig energieneutral erfolgen.

Die DWA greift das Thema mit einer Lösungstour am 5. Mai sowie einer Session auf der Water Stage am 7. Mai auf. Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) thematisiert am 4. Mai auf der Blue Stage die Finanzierung der vierten Reinigungsstufe im Vortrag „KARL: Stand der Finanzierung der Viertbehandlung durch die erweiterte Herstellerverantwortung“.

Phosphorrecycling: Frühzeitige Planung entscheidend

Ab 2029 sind Betreiber kommunaler Kläranlagen in Deutschland zur Phosphorrückgewinnung verpflichtet, sofern der Phosphorgehalt der Klärschlamm-Trockenmasse mindestens zwei Prozent beträgt. Während die regulatorischen Anforderungen klar definiert sind, stehen viele Kommunen vor Fragen der wirtschaftlichen und organisatorischen Umsetzung.

„Phosphorrecycling sollte frühzeitig und langfristig in die Planung der Klärschlammverwertung integriert werden. Entscheidend ist dabei ein offener Dialog zwischen allen Beteiligten“, sagt Tabea Knickel, Geschäftsführerin der Deutschen Phosphor-Plattform DPP e. V. Die DPP veranstaltet hierzu am 7. Mai auf der Blue Stage die Diskussionsrunde „Phosphorrückgewinnung im Dialog: Herausforderungen und Perspektiven“. Bereits am 6. Mai nutzen DWA und DVGW die Bühne für ihr gemeinsames Innovationsforum „Regionales Phosphorrecycling“.

Schutz kritischer Wasserinfrastrukturen rückt in den Fokus

Geopolitische Risiken, hybride Bedrohungen und neue gesetzliche Vorgaben erhöhen die Anforderungen an den Schutz kritischer Infrastrukturen. Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung sind davon unmittelbar betroffen. Das NIS2-Umsetzungsgesetz sowie das geplante KRITIS-Dachgesetz bilden den rechtlichen Rahmen.

„Die Gesetze schaffen Klarheit für notwendige Investitionen und Maßnahmen“, sagt Peter Frenz vom DVGW. „Nur ein ganzheitlicher Ansatz, der Cyber-, Informations- und physische Risiken gleichermaßen berücksichtigt, kann die Resilienz kritischer Infrastrukturen nachhaltig stärken.“ Auf der IFAT Munich steht das Thema unter anderem beim „Tag der resilienten Kommunen“ am 7. Mai mit Vorträgen auf der Blue Stage und begleitenden Lösungstouren im Mittelpunkt.

Wasserbewusste Stadtentwicklung und Energie aus Abwasser

Klimawandel, Starkregen, Trockenperioden und Hitze stellen Kommunen vor zusätzliche Herausforderungen. Wasserbewusst geplante Städte können Überflutungsrisiken reduzieren, Stadtgrün sichern und Hitzestress mindern. „Das Wissen ist vorhanden, zahlreiche Pilotprojekte belegen die Wirksamkeit. Nun geht es um die breite Umsetzung“, betont Dr. Friedrich Hetzel, Leiter der DWA-Stabsstelle Wasserbewusste Raum- und Siedlungsentwicklung. DWA und DVGW präsentieren dazu die Spotlight Area „Die wasserbewusste Stadt der Zukunft“ sowie mehrere Foren und Sessions auf der Blue Stage.

Rohrpost abonnieren!

Wir graben für Sie nach Neuigkeiten. Die Ergebnisse gibt es bei uns im Newsletter.

Jetzt anmelden!

Ich akzeptiere die Datenschutz-Bestimmungen.
Newsletter Anmeldung
Newsletter Anmeldung

Auch die Nutzung von Abwasserwärme gewinnt an Bedeutung: Fünf bis zehn Prozent des Gebäudewärmebedarfs in Deutschland könnten so gedeckt werden. „Besonders relevant ist dieses Potenzial für Betreiber von Fern- und Nahwärmenetzen – nicht zuletzt vor dem Hintergrund des kommunalen Wärmeplanungsgesetzes, das bis 2045 klimaneutrale Wärmenetze vorschreibt“, erläutert Reinhard Reifenstuhl, Referent im DWA-Hauptausschuss Kreislaufwirtschaft, Energie und Klärschlamm. Diskutiert werden technische Ansätze und Praxisbeispiele am 6. Mai auf der Blue Stage in der DWA-Session „Abwärmenutzung / Hydrothermie“.

Quelle: Messe München

Neueste Beiträge:

Weitere Beiträge

1
2
3

Jetzt Ausschreibungen finden

Wählen Sie eine Leistungsart, die Sie interessiert.

Bauleistungen
Bauleistungen

Bau

Dienstleistungen
Dienstleistungen

Dienst­leistung

Lieferleistungen
Lieferleistungen

Lieferung

Jetzt Ausschreibungen finden

Wählen Sie passende Bundesländer aus.

Ausschreibungs-Radar
Baden-Württemberg
Bayern
Berlin
Brandenburg
Bremen
Hamburg
Hessen
Mecklenburg-Vorpommern
Niedersachsen
Nordrhein-Westfalen
Rheinland-Pfalz
Saarland
Sachsen
Sachsen-Anhalt
Schleswig-Holstein
Thüringen


Aktuelle Termine für unterirdische Infrastruktur

Anzeige

21.01.2026 - 22.01.2026

IAB-Tage "Rohrbau"
Anzeige

03.02.2026 - 04.02.2026

GrundstücksentwässerungsTage

Jetzt zum Newsletter anmelden:

Leitungsbau, Kanalsanierung, Abwasser – erfahren Sie das wichtigste rund ums Thema unterirdische Infrastruktur.