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Bäume mit KI-Bewusstsein gegen Hitzestress

Das Stadtgrün hat es in großflächig versiegelter Umgebung und durch heißer werdende Sommer schwer. Es gerät häufig in Trockenstress. Das Kölner Unternehmen Data Matters schlägt vor, städtische Bäume in München mit KI-Persönlichkeit auszustatten. So können sich die Pflanzen per Funk melden, wenn sie Wasser benötigen. Das System „Urban Tree Intelligence" soll für Baumgesundheit sorgen und kommunale Kosten senken.

Gegen Hitzestress: Data Matters will Bäume in München mit KI-Bewusstsein ausstatten
Bäume in städtischen Gebieten geraten in heißen, langen Sommern schnell in Trockenstress. Gesunde Bäume bringen dagegen echte Abkühlung. | Foto: Ahmed el Amine Nakib / Unsplash

Die bayerische Landeshauptstadt München plant die Pflanzung von rund 150 neuen Bäumen in der Fußgängerzone und im Innenstadtbereich. Das soll nicht nur die Wohlfühlatmosphäre in der City verbessern, sondern angesichts des Klimawandels und der heißeren, längeren Trockenperioden im Sommer auch tatsächliche Abkühlung bringen.

Data Matters schlägt smarte KI-Lösung für München vor

Das Smart-City-Unternehmen Data Matters aus Köln schlägt in dem Zusammenhang vor, diese neuen Bäume mit einem KI-Bewusstsein auszustatten, sodass sie mittels intelligentem KI-System selbst melden können, ob Wasserbedarf besteht. Durch das System „Urban Tree Intelligence" könnten unnötige Routine-Bewässerungstouren, die von kommunalen Mitarbeitenden gefahren werden, optimiert oder ganz eingespart werden. Das bedeute gemäß Unternehmensangaben auch eine deutliche Senkung der kommunalen Kosten für die Baumbewirtschaftung.

Die Verwaltung der Stadt München hat die Problematik schon längst erkannt. „Insbesondere in den hochverdichteten Innenstädten kommt es schon heute zu sogenannten Wärme-Insel-Effekten und Hitze-Hotspots. Die hochversiegelten Stadträume speichern die Wärme und kühlen auch nachts nicht mehr genügend ab", heißt es in der Sitzungsvorlage zu dem Neupflanzungsprojekt des für Stadtgrün zuständigen Baureferats. „Bäume erfüllen in einer hochverdichteten Großstadt wie München neben ihrer gestalterisch prägenden Wirkung in besonderer Weise auch ökologische und klimatische Funktionen."

München setzt auf Selbstversorger-Bäume

Ob eine intelligente, KI-gestützte Bewässerung der Bäume durch ein System wie „Urban Tree Intelligence" für die Neupflanzungen in München infrage kommt, darauf gibt es zum jetzigen Zeitpunkt keine konkrete Antwort. Denn „eine Bewässerung der rund 800.000 Bäume kann grundsätzlich aus logistischen und wirtschaftlichen Gründen nicht erfolgen", teilt die Dipl-Ing Landschaftsarchitektin Susanne Günther, Baureferat Gartenbau der Stadt München, mit. Die Standorte der Bäume sowie die Anwuchspflege würden insbesondere bei den geplanten Neupflanzungen so optimiert werden, dass die Bäume in die Lage versetzt würden, sich so zu entwickeln, dass sie sich selbst versorgen können, so Günther weiter.

„Es werden standortangepasste Gehölze verwendet, die je nach Standort variieren“, erläutert die Landschaftsarchitektin weiter. Das Baureferat (Gartenbau), so betont sie, forsche seit vielen Jahren zum Thema und habe eine große Expertise bezüglich klimaresilienter Baumarten, die mit den schwierigen Bedingungen in den Innenstädten gut zurechtkommen.

Die Verwaltung Münchens bemüht sich, das neue Stadtgrün in der Innenstadt als Selbstversorger, die mit Hitze und Trockenheit zurechtkommen, zu etablieren. Das Baumprojekt wird nach ZTV-Vegtra-Mü (Ausgabe 2018) gebaut. Daher werde der Norm entsprechend Substrat A und B verwendet, so Günther. „Mitunter, je nach Standort, muss der Einsatz eines Wurzelkammersystems geprüft und eingesetzt werden.“

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Erste Pflanzphase in München im Herbst 2026

Ob es bereits einen Kontakt zwischen der Kölner Firma und der Stadt gegeben hat, dazu kann das Münchner Baureferat aus datenschutzrechtlichen Gründen keine Antwort geben. „Wenn Leistungen erforderlich werden, werden dafür nach Vergaberecht entsprechende Ausschreibungen getätigt, auf die sich geeignete Firmen bewerben können", betont Susanne Günther.

Es geht darum, die Bäume im heißen Sommer vor dem Austrocknen zu schützen, ohne zu viel Wasser zu verschwenden.

Data Matters beziffert die Kosten pro neuen Baum in München auf bis zu 100.000 Euro und die Gesamtkosten der Neupflanzung in der Innenstadt, beispielsweise aufgrund von Planung, aufwendigen Grubenarbeiten und Leitungsverlegungen, auf 1,8 bis ca. 2,3 Millionen Euro – nur in der ersten Bau- und Pflanzungsphase der ersten 24 Bäume ab Herbst 2026. Das Unternehmen beruft sich dabei auf Angaben des Münchner Baureferats (Gartenbau). Aufgrund der angespannten Haushaltslage der Stadt und zur Finanzierung der hohen Gesamtsumme hatte Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD, Amtszeit endet im April 2026, Nachfolger ist ab Mai 2026 Dominik Krause, Grüne) erfolgreich die Spendenkampagne „Schatten spenden" gestartet.

Dr. Daniel Trauth ist Geschäftsführer von Data Matters. | Foto: Data Matters / Jennifer Kiowsky
Dr. Daniel Trauth ist Geschäftsführer von Data Matters. | Foto: Data Matters / Jennifer Kiowsky

„Angesichts der hohen Kosten ist die sorgfältige Wasserversorgung des geplanten Stadtgrüns besonders wichtig“, betont Dr. Daniel Trauth, Geschäftsführer der Firma Data Matters. „Es geht darum, die Bäume im heißen Sommer vor dem Austrocknen zu schützen, ohne zu viel Wasser zu verschwenden."

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Sensorik und KI: Vorhersage des Wasserbedarfs

Das System „Urban Tree Intelligence“ von Data Matters nutzt Sensoren in den Bäumen, die Feuchtigkeit im Xylem messen und per Funk Daten an eine urbane Datenplattform melden. Hier werden die Daten mit KI im Betriebssystem urbanOS ausgewertet. Die KI erstellt „Baum-Persönlichkeiten“ basierend auf Art, Standort und Umweltfaktoren, um den Bedarf vorherzusagen. Sie berücksichtigt zudem Wetterberichte, Bodenfeuchte und Sonnenexposition.​ So müssen nicht alle Bäume mit Sensoren ausgestattet werden - der Wasserbedarf aller anderen mit ähnlicher Persönlichkeit lässt sich mit hoher Genauigkeit vorhersagen.

Städte sind „Brennpunkte des Klimawandels"

„Am besten werden die Jungbäume von Anfang an mit Sensoren ausgestattet, um ein optimales Wachstum durch optimierte Bewässerung mittels Urban Tree Intelligence zu gewährleisten“, sagt Trauth. „Städte sind Brennpunkte des Klimawandels. Sie verbrauchen rund 80 Prozent der weltweiten Energie, verursachen mehr als 70 Prozent der CO2-Emissionen – und leiden gleichzeitig am stärksten unter den Folgen."

Praxisbeispiele und Erprobungsräume für urbanOS:

UrbanOS ist ein von Data Matters entwickeltes, kommunales Betriebssystem, das Sensordaten aus allen Bereichen der Stadt bündelt, per KI auswertet und daraus konkrete Steuerungsentscheidungen für Verwaltung und Infrastruktur ableitet. Es ist eine zentrale Plattform, auf der Daten aus Verkehr, Energie, Umwelt, Abfall, Wasser, Sicherheit und Gebäuden zusammenlaufen und für Entscheidungen auf kommunaler Ebene nutzbar gemacht werden, um urbane Lebensqualität zu erhöhen und Nachhaltigkeit zu verbessern.

Konkrete Anwendungsbeispiele sind beispielsweise nach Unternehmensangaben Parkraumbewirtschaftung, Frühwarnsysteme für Anomalien wie Extremwetter, Maschinenverschleiß oder Rohrbruch, Heizungs-/Beleuchtungsautomatisierung in Gebäuden, CO2-Footprint-Erfassung anhand realer Daten oder eben die smarte Pflege von Stadtgrün..

In Dormagen steuern Sensoren u.a. Verkehrsströme, Umweltmessungen und Stadtfestplanung. In Hürth optimiert urbanOS die Abfallentsorgung und senkt so Kosten und Emissionen. Im Landkreis Coesfeld laufen Pilotprojekte von Wasserqualitätsüberwachung bis Parkraummanagement. Insgesamt befindet sich urbanOS nach Angaben von Data Matters in mehr als 20 Städten in einer frühen Startphase - nicht nur in Deutschland, sondern auch in Belgien, Frankreich und den Niederlanden.

Trauth benennt Hitzewellen, schlechte Luftqualität, überhitzte Plätze und ein zunehmender Verlust an Lebensqualität. „In diesem Kontext sind Stadtbäume, wie sie München plant, weit mehr als nur grüne Kulisse. Sie sind natürliche Klimaanlagen, CO2-Speicher und Lebensraum in einem.“ So könne ein einziger, ausgewachsener Laubbaum an einem heißen Sommertag bis zu 400 Liter Wasser verdunsten. Diese Kühlleistung würde spürbar die Umgebungstemperatur senken. Gleichzeitig binde ein Baum über sein ganzes Leben hinweg mehrere Tonnen CO2, filtere Feinstaub und biete Schatten auf mehr als 150 Quadratmetern Fläche.

Daten werden in Rechenzentren in Deutschland gespeichert

Data Matters realisiert auch andere Smart-City-Projekte. Anwendungsgebiete sind gemäß Unternehmensangaben die Optimierung der Verkehrsführung, die Abfallwirtschaft, die Energieversorgung, ÖPNV oder Parkraumüberwachung. „Unsere Lösung ist strikt auf die digitale Souveränität der Städte und Gemeinden ausgerichtet“, betont Geschäftsführer Dr. Daniel Trauth. Er betont in Sachen Datensicherheit, dass es sich bei urbanOS um eine deutsche Entwicklung handelt, zudem alle Daten ausschließlich in deutschen Rechenzentren gespeichert und verarbeitet werden. Auch die Baum-Sensoren sind made in Germany und stammen von einem Münchener Hersteller.

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