Bewässerung
So hält der „HydroBall“-Sensor den Rasen fit
Die Bewässerung von Rasenflächen steht zunehmend unter Druck – gerade auf Golf- und Sportanlagen sowie kommunalen Grünflächen. Längere Trockenperioden, steigende Wasserpreise und höhere Anforderungen an die Flächenqualität erfordern ein Umdenken. Eine Bewässerung nach Daten statt Gefühl bietet Vorteile – die erforderliche Technik gibt es.


Dauerhafte stabile keramische Terrassenflächen
SAKRET Hydraulischer Systemaufbau: Denn das Verlegesystem darunter entscheidet über die Langlebigkeit keramischer Außenbelägen.
In der Praxis erfolgt die Steuerung häufig noch erfahrungsbasiert oder nach festen Zeitintervallen, mit entsprechendem Risiko einer Über- oder Unterbewässerung. Eine präzisere Grundlage für Bewässerungsentscheidungen bietet die direkte Messung der Bodenverhältnisse im Wurzelraum. Für das Wachstum und die Vitalität von Rasenflächen ist nicht allein die ausgebrachte Wassermenge entscheidend, sondern der tatsächliche Wasserzustand im Boden. Klassische Handmessgeräte liefern zwar punktuelle Informationen, sind allerdings zeitaufwendig und bilden den tatsächlichen Zustand im Wurzelraum oft nur unzureichend ab.
So hilft Bodensensor „HydroBall“ bei der Bewässerung
Moderne Bodensensoren wie der „HydroBall“ setzen an diesem Punkt an. Der Sensor wird direkt im Wurzelraum installiert und misst kontinuierlich die relevanten Bodenparameter. Die Daten werden in Echtzeit übertragen und über digitale Plattformen visualisiert. „HydroBall“-Hersteller ist das spanische Technologieunternehmen Denodl, den Vertrieb für Deutschland und Österreich übernimmt die Firma Rasenwelt mit Sitz im bayerischen Ziemetshausen.
Der entscheidende Vorteil liegt darin, dass nicht mehr auf Einzelmessungen oder Erfahrungswerte zurückgegriffen werden muss. Stattdessen steht eine kontinuierliche Datengrundlage zur Verfügung, die eine präzise Bewertung der Bodenfeuchteentwicklung ermöglicht. Die Bewässerung erfolgt damit nicht mehr nach starren Zeitintervallen, sondern bedarfsgerecht. Gleichzeitig können Stresssituationen frühzeitig erkannt und Gegenmaßnahmen eingeleitet werden.
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Zur Autorin
Dr. Selina Thanheiser ist freiberuflich als Boden- und Umweltgutachterin sowie Referentin tätig. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind Sportplatzbau und -erhaltung sowie die bodenkundliche Baubegleitung. Zudem hält sie Fachvorträge. Vorher war Thanheiser von 2018 bis 2022 als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Geographie der Universität Augsburg tätig. Die promovierte Klima- und Umweltwissenschaftlerin hat sich mit der Veränderung von Extremwetterereignissen wie langanhaltende Trockenperioden in Mitteleuropa beschäftigt und Erfahrung in der akademischen Lehre gesammelt. Ebenso hat sie in Sachverständigenbüros für den Sportplatzbau, in bodenphysikalischen Laboren und in einem Entsorgungsfachbetrieb gearbeitet.
Gefahren durch zu hohe Bodenfeuchte
- Sauerstoffmangel im Wurzelraum
- Erhöhte Krankheitsanfälligkeit
- Verstärkte Nährstoffauswaschung
- Eingeschränkte Wurzelentwicklung
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Eine bedarfsgerechte Steuerung reduziert diese Risiken und trägt gleichzeitig zur Ressourcenschonung bei.
Beitrag zum Bodenschutz

Die kontinuierliche Erfassung des Bodenwasserzustands eröffnet darüber hinaus ein erweitertes Anwendungsspektrum. Insbesondere auch im Baubereich spielt die Bodenfeuchte eine zentrale Rolle für die Belastbarkeit und Befahrbarkeit der Flächen.
Böden mit hoher Feuchte sind deutlich anfälliger für Verdichtungen und strukturelle Schäden. Der „HydroBall“ kann in der bodenkundlichen Baubegleitung (BBB) für den Bodenschutz eingesetzt werden. Damit lässt sich die Entscheidung über den Maschineneinsatz auf die in Echtzeit übermittelten Bodendaten zurückführen.
In der Praxis werden die Grenzwerte beispielsweise nach DIN 19639 aus Einsatzgewicht und Flächenpressung der Maschinen abgeleitet. Eine Unterschreitung der festgelegten Werte führt unmittelbar zu einer Einschränkung oder zum Stopp der Befahrung. Durch die kontinuierliche Messung kann die Befahrbarkeit von Flächen somit in Echtzeit bewertet werden. Dies ermöglicht eine deutlich präzisere und standortspezifische Steuerung als es mit rein visuellen Einschätzungen möglich wäre und erspart zudem Zeit und Kosten.
Fazit

Die Bewässerung von Grünflächen entwickelt sich zunehmend von einer erfahrungsbasierten Praxis hin zu einem datenbasierten Steuerungsprozess. Moderne Sensorik ermöglicht jetzt eine kontinuierliche und präzise Erfassung des Wasserzustands im Boden und kann somit vielfältig eingesetzt werden.
Die Kombination aus hoher Messgenauigkeit, kontinuierlicher Datenerfassung und praxisnaher Anwendung eröffnet neue Potenziale – sowohl für die effiziente Nutzung von Wasserressourcen als auch für den langfristigen Schutz und die Qualität von Böden und Grünflächen.
„HydroBall“ auf einen Blick
Der „HydroBall“ ist ein kompakter Bodensensor zur datengestützten Optimierung der Bewässerung. Durch die Kombination mehrerer Bodenparameter in einem System liefert er nach Angaben der Firma Rasenwelt präzise Echtzeitdaten und ermöglicht fundierte Entscheidungen zur Steigerung von Effizienz, Qualität und Ertrag.
Zu seinen Einsatzbereichen gehören neben Sport- und Golfplätzen sowie öffentlichen Grünanlagen und urbaner Infrastruktur auch landwirtschaftliche Flächen. Der „HydroBall“ soll das Wassermanagement optimieren, die Produktivität steigern und zum nachhaltigen Ressourceneinsatz beitragen. Die Messparameter: Volumetrischer Wassergehalt, Wasserspannung, elektrische Leitfähigkeit und Bodentemperatur.
Kernfunktionen und Vorteile:
- Echtzeit-Daten: Reduziert Unsicherheiten durch präzise, kontinuierliche Messwerte
- KI-gestützte Bewässerungsempfehlungen: Integration von Boden- und Wetterdaten
- Ressourcen-Effizienz: Deutlich geringerer Wasserverbrauch möglich
- Wirtschaftlichkeit: Kostengünstiger als vergleichbare Systeme, schnelle Amortisation
- Autarker Betrieb: Kabellos, ohne Datenlogger, Batterielaufzeit zwei bis drei Jahre
- Robustes Design: Für langfristigen Einsatz unter anspruchsvollen Bedingungen
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