Wasserverfügbarkeit durch Technik im Boden gezielt steuern
Wasser ist die zentrale Steuergröße im Boden – doch im Greenkeeping wird häufig vor allem die ausgebrachte Menge betrachtet: Wie viel und wie oft wird bewässert? Diese Sicht greift zu kurz. Entscheidend ist, ob das Wasser im unmittelbaren Wurzelraum tatsächlich pflanzenverfügbar ist. Sogenannte Wetting Agents können helfen.


Villa Morcote setzt auf WPC-Dielen von NaturinForm
Der Patio der historischen Villa am Luganer See wurde mit Dielen aus WPC „Die Naturlinie“ in Eichenbraun neugestaltet.
In der Praxis zeigt sich immer wieder, dass Flächen trotz Bewässerung unter (Trocken)stress leiden. Häufig wird dabei entweder zu viel oder zu wenig Wasser ausgebracht – verstärkt durch eine ungleichmäßige Verteilung und eingeschränkte Verfügbarkeit im Boden. Eine Lösung für diese Herausforderung bietet die Firma Aqua Aid Europe, eine international tätige Firma mit spezialisierten Produktlösungen mit Sitz in den Niederlanden.
Das Unternehmen entwickelt seit Jahren Technologien zur gezielten Steuerung der Wasserverteilung bei gleichzeitiger Verbesserung der Wasserspeicherung. Die Produkte kommen weltweit zum Einsatz – von Golfgrüns bis hin zu landwirtschaftlichen Kulturen wie Bananenplantagen, wo sie zur Reduktion des Wasserverbrauchs beitragen.
So helfen Wetting Agents dem Rasen
Moderne Wetting Agents verbessern die Benetzbarkeit der Bodenpartikel, stabilisieren Kapillarverbindungen und ermöglichen eine gleichmäßigere Verteilung des Wassers im Wurzelraum. Ein innovativer Ansatz kommt von Aqua Aid Europe. Die eingesetzten Produkte basieren auf einer speziell entwickelten Multi-Branche-(3D)-Technologie. Diese erhöht die Wechselwirkung zwischen Boden, Wasser und Wirkstoff und ermöglicht eine gezielte, dreidimensionale Verteilung im Bodenprofil.
Das Ergebnis ist eine gleichmäßigere und stabilere Wasserführung im Wurzelraum. Unabhängige wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass durch den Einsatz von Bodenbenetzungsmitteln unter Versuchsbedingungen deutliche Einsparungen beim Bewässerungswasser möglich sind.
Wasser im Boden: Mehr als nur Feuchtigkeit
Zwei Böden können denselben Wassergehalt aufweisen und dennoch unterschiedlich auf Trockenstress reagieren. Der Grund liegt in der Verteilung des Wassers und der Benetzbarkeit der Bodenpartikel. Wasser steuert im Boden zentrale Prozesse wie Temperatur, Sauerstoffversorgung und mikrobielle Aktivität. Fehlt pflanzenverfügbares Wasser im Wurzelraum, geraten diese Prozesse aus dem Gleichgewicht. Die Folge sind reduzierte Photosynthese-Leistung, eingeschränktes Wachstum und eine erhöhte Anfälligkeit gegenüber Stressfaktoren.
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Dabei ist es nicht die Gesamtwassermenge, die entscheidend ist, sondern der kontinuierliche Wasserfilm im direkten Wurzelkontakt. Reißt dieser ab, entsteht Trockenstress – selbst bei scheinbar ausreichender Bodenfeuchte.
Wasserbewegung im Boden: Verteilung entscheidet

Wasser bewegt sich im Boden nicht ausschließlich durch Schwerkraft, sondern vor allem über Kapillarkräfte entlang feinster Wasserfilme. Diese sorgen für die Verteilung von Feuchtigkeit im Porensystem – vorausgesetzt, die Bodenstruktur und Benetzbarkeit lassen dies zu.
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Sind diese kapillaren Verbindungen gestört, kommt es zu einer inhomogenen Wasserverteilung. Eine häufige Ursache sind hydrophobe Bodenbereiche, die beispielsweise durch organische Rückstände entstehen. Sie verhindern die gleichmäßige Benetzung und führen zu lokalen Trockenstellen – trotz ausreichender Bewässerung.
Bewässerung allein reicht nicht
Selbst optimal gesteuerte Beregnungssysteme stoßen in der Praxis an Grenzen, wenn die Wasserverteilung im Boden nicht funktioniert. Wasser folgt dem Weg des geringsten Widerstands und durchfeuchtet bevorzugt bereits gut benetzbare Zonen, während andere Bereiche trocken bleiben.
Das Ergebnis sind ungleichmäßige Feuchteverhältnisse im Wurzelraum, die sich direkt auf Nährstoffverfügbarkeit und Wurzelentwicklung auswirken. Mehr Wasser führt in solchen Fällen nicht automatisch zu besseren Bedingungen – sondern kann bestehende Ungleichgewichte verstärken.
Gezielte Wasserführung mit moderner Technologie
In einer Studie aus dem Jahr 2024 der Wissenschaftler Gary Nolan und Michael Fidanza („Evaluation of Two Soil Surfactants for Soil Water Management of Creeping Bentgrass on a Wettable Clay Loam Rootzone During an Imposed Dry-down Period“, Journal of Environmental Horticulture) wurden unter anderem die Aqua-Aid-Produkte OARS HS und PBS150unter kontrollierten Bedingungen untersucht. Im Vergleich zu unbehandelten Flächen konnte dabei eine Reduktion der eingesetzten Wassermenge um 36,5 bis 41,9 Prozent sowie eine Verringerung der Bewässerungshäufigkeit um 41,6 bis 69,7 Prozent erreicht werden.
Die Ergebnisse verdeutlichen, welches Potenzial in einer gezielten Steuerung der Wasserverfügbarkeit liegt – weit über die reine Bewässerungsmenge hinaus. Die praktische Wirkung wird auch visuell deutlich: Die beigefügten Vergleichsbilder zeigen eine Golfplatzfläche vor und 48 Stunden nach Anwendung. Der Unterschied in der Durchfeuchtung und Vitalität der Grasnarbe ist klar erkennbar und unterstreicht die Relevanz einer funktionierenden Wasserverteilung im Boden.
Der Autor
André Nemeth ist verantwortlich für den B2B-Vertrieb bei der Firma Rasenwelt und betreut Kunden in Deutschland und Österreich in den Bereichen Golf, Sportrasen sowie kommunale Grünflächen. Sein Schwerpunkt liegt auf praxisorientierten Lösungen im Boden- und Wassermanagement sowie der Rasenpflege und Düngung. Dabei arbeitet er eng mit Anwendern sowie Fachleuten aus den Bereichen Bodenphysik, Pflanzenernährung und Rasenmanagement zusammen.
Praxis, Beratung und Anwendung
In Deutschland und Österreich erfolgen der Vertrieb sowie die fachliche Beratung über die Firma Rasenwelt. In der täglichen Praxis zeigt sich, dass eine standortspezifische Betrachtung entscheidend ist. Kunden aus unterschiedlichen Bereichen – von Golfanlagen über Fußball- und Sportrasenflächen bis hin zu kommunalen Grünflächen – stehen dabei vor vergleichbaren Herausforderungen im Wasser- und Bodenmanagement. Die Kombination aus innovativer Technologie und praxisnaher Beratung ermöglicht es, Lösungen gezielt an Standortbedingungen anzupassen und nachhaltig umzusetzen.
Fazit
Nicht die ausgebrachte Wassermenge ist entscheidend, sondern deren gezielte Verfügbarkeit im Wurzelraum. Homogene Wasserverteilung, funktionierende Kapillarstrukturen und benetzbare Bodenpartikel sind die Grundlage für gesunde, belastbare Pflanzenbestände. Technologien wie die Multi-Branche-(3D)-Technologie von Aqua Aid können hierbei einen entscheidenden Beitrag leisten, indem sie die Wasserführung, -verteilung und -speicherung im Boden aktiv beeinflussen. Denn letztlich gilt: Nicht alles, was nass ist, ist auch pflanzenverfügbar.
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