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Ford Ranger PHEV Test: Hybrid-Pickup im GaLaBau-Check

Pick-up

Ford Ranger PHEV im Test: Ist der Hybrid-Pickup besser als der Diesel?

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Randolf Unruh
06.11.2026, 00:00
KIEL
Ford Ranger PHEV Test: Hybrid-Pickup im GaLaBau-Check
Ford Ranger PHEV – der Bestseller unter den Pickups in Deutschland; hier mit ungewöhnlichem Antrieb. | Foto: Randolf Unruh

Ein ordentlicher Pickup braucht einen knurrenden Diesel, Hubraum und Ruß auf der Baustelle? Pickup-Marktführer Ford rüttelt an diesem eisernen Gesetz und schickt den Ranger als Plug-in-Hybrid (PHEV) ins Rennen. Ein 2,3-Liter-Benziner gepaart mit einer E-Maschine mobilisiert stolze 281 PS und lässt damit selbst den bulligen V6-Diesel alt aussehen. Wir haben den Ranger PHEV vollbeladen auf unsere Verbrauchsrunde geschickt und geprüft.

Test-Kriterium

Messwert / Detail

Bewertung für den GaLaBau

Systemleistung

207 kW (281 PS) / 697 Nm

🟢 Extrem kraftvoll, übertrifft den V6-Diesel

Elektrische Reichweite

ca. 25 bis 30 km (11,8 kWh netto)

🟡 Ausreichend für Kurzstrecken & urbane Baustellen

Test-Verbrauch (Mix)

8,4 l/100 km (inkl. Strompackung)

🟢 Sehr sparsam für diese Fahrzeugklasse

Anhängelast

3,5 Tonnen (Gesamtzuggewicht: 6,6 t)

🟢 Volle Kapazität für schwere Baumaschinen-Trailer

Nutzlast

860 kg (inkl. Fahrer)

🟡 Ordentlich, aber Ladeflächen-Rollo schränkt Paletten-Länge ein

Fahrverbot

Lkw-Zulassung

🔴 Achtung: Unterliegt gewerblichem Wochenend-Fahrverbot mit Anhänger

Turbodiesel, Allradantrieb, rund eine Tonne Zuladung und 3,5 Tonnen Anhängelast – so sieht ein anständiger Pickup aus, wie ihn die Profis im GaLaBau schätzen. Vorne reichlich Material auf der Pritsche, hinten ein Minibagger auf dem Anhänger, los geht’s. Und dann kommt Pickup-Marktführer Ford und bringt den Ranger alternativ zum V6-Diesel als Plug-in-Hybrid auf Basis eines Benziners. Einmal mit allem: Verbrenner plus E-Antrieb plus Allrad. Und das mit einem Einstiegspreis von netto 46.590 Euro für die Doppelkabine auch noch günstiger als der reiner Verbrenner.

Systemleistung & Drehmoment: Benziner schlägt den V6-Diesel

Es lohnt sich, einen genaueren Blick zu werfen: Unter der Motorhaube nimmt ein 2,3-Liter-Benziner Platz. Ford koppelt ihn mit einer Zehngang-Wandlerautomatik sowie einem Elektromotor mit 75 kW (102 PS). Ergebnis ist ein Kraftpaket mit einer Systemleistung von insgesamt 207 kW (281 PS) und einem mächtigen Drehmoment von 697 Nm. Angesichts dieser Daten wird selbst der gewohnte stämmige V6-Turbodiesel im Ranger blass um den Zylinderkopf.

Noch beeindruckender sind die Fahrleistungen: In lediglich gut acht Sekunden prescht der Ranger PHEV aus dem Stand auf 100 km/h. Nur knapp sieben Sekunden vergehen für einen Zwischenspurt von 80 auf 120 km/h. Während dieser extremen Manöver schaltet die Automatik nach einem kurzen anfänglichen Nachdenken ebenso rasant wie unmerklich, hält die Maschine stets zwischen etwa 4.000 und 4.500 Touren. Anders das Fahrverhalten, wenn der Ranger PHEV rein elektrisch fahren soll. Dann beschleunigt er nicht, er legt ab und nimmt behäbig Fahrt auf. Nach rund 23 Sekunden sind Tempo 100 erreicht und an Steigungen geht die Fuhre in die Knie.

Realer Verbrauch im Härtetest: Strom und Benzin im Mix

Eingeschränkte Ladefläche: hohe Nutz-last, doch mit Auskleidung und Rollo passt die Europalette weder längs noch quer. | Foto: Randolf Unruh
Eingeschränkte Ladefläche: hohe Nutz-last, doch mit Auskleidung und Rollo passt die Europalette weder längs noch quer. | Foto: Randolf Unruh
Die nutzbare Batteriekapazität beläuft sich auf nur 11,8 kWh, das reicht in der Regel für etwa 25 bis 30 Kilometer im reinen E-Betrieb. Wer will, kann auch mit Benziner fahren und währenddessen die Batterie aufladen. Das aber kostet ordentlich Sprit, also besser ran an Steckdose oder Wallbox. Und beim Fahren den Normalmodus wählen. Dann wechselt der Antrieb fließend zwischen Verbrenner und E-Antrieb. Überraschung: Selbst bei geleerter Batterie legt der Ranger PHEV im gemischten Einsatz etwa die Hälfte der Strecke elektrisch zurück, technisch gesehen ist er dann ein Vollhybrid. Und das schlägt sich im Verbrauch nieder, wie auf der standardisierten Testrunde rasch deutlich wird. Hier die wesentlichsten Etappen, gefahren wie immer voll beladen. Mit annähernd voller Batterie gibt sich der Ranger nach 37 Kilometer mit nur 2,3 l/100 km zufrieden. Die Überlandstrecke, nun mit geleerter Batterie, kostete 8,8 l/100 km, eine gelassene Autobahnetappe 9,4 l/100 km. Anders, wenn der Ford wider seine Natur, schließlich 170 Sachen läuft: Dann klettert die Verbrauchsanzeige auf 16 l/100 km, also runter vom Gas. Alles in allem begnügte sich der Ranger PHEV auf der knapp mehr als 250 Kilometer langen Verbrauchsfahrt mit nur 8,4 l/100 km plus die Anfangspackung Strom, damit stellt er unter seinesgleichen sogar klassische Diesel in den Schatten. Und fuhr dabei zu etwa 40 Prozent elektrisch.

Geländegängigkeit: Allradantrieb und Untersetzung für Profis

Mit seiner kräftigen Maschine packt der Ranger PHEV auch abseits der Straße an. Per Drehregler wählt der Fahrer zwischen Hinterradantrieb, automatisch zuschaltbarem sowie permanentem Allradantrieb. Zusätzlich gibt’s für den Drehmoment-Einsatz ein halbes Dutzend Fahrmodi. Und wenn’s ganz dicke kommt heißt es kurz abstoppen und die Untersetzung wählen. Sie verdreifacht das Drehmoment. Hinten unterstützt eine elektronische Differenzialsperre und selbst von Bachläufen lässt sich der Ford nicht aufhalten, sofern deren Höhe 80 Zentimeter nicht überschreitet. Auf unwegsamem Geläuf profitiert der Fahrer ebenfalls vom überraschend guten Komfort. Sanft federt der Ranger PHEV ein, schaukelt mehr als das er schüttelt. Die Federwege sind üppig und die fünflagigen Blattfedern an der Hinterachse überraschend geschmeidig.

Der Pickup beansprucht nicht nur wegen seiner recht imponierenden Abmessungen etwas mehr Platz auf der Straße. Mit seinem rustikalen Frontdesign wirkt der Ranger leicht aggressiv – wenn’s eng wird, weichen andere lieber aus.

Ladefläche und Nutzlast: Schwächen beim Paletten-Transport

Platz ist das Stichwort für die Eigenschaften des Ranger PHEV als Lkw. Seine Ladefläche ist generell geeignet für Europaletten. Wäre da nicht die bei Nässe rutschige Auskleidung aus Kunststoff. Sie verhindert das Einladen einer Palette quer zwischen den Radkästen. Die Palette längs scheiterte beim Testwagen an der Kassette des elektrischen Rollos, dann fehlt es an Ladelänge. Also von Hand einladen beim Baustoffhändler. Was auf 860 Kilogramm Nutzlast für Fahrer und Material hindeutet, trotz überschaubarer Achslasten von 1,49 vorne und 2,1 Tonnen hinten. Jeweils eine Trittstufe links und rechts sowie ein Griff zur Reling helfen beim Entern der Ladefläche. Diese ist beleuchtet, die hintere Bordwand lässt sich leicht schließen und ist in die Zentralverriegelung integriert.

Theoretisch steht zusätzlicher Stauraum im Fond zur Verfügung – doch die Rückseite der am Stück klappbaren Lehne steht schräg und ist ebenso wie die Rückwand der Kabine mit Teppich bespannt, das wird also nichts. Aber der Ranger PHEV erreicht die branchenweit gewünschten 3,5 Tonnen Anhängelast. Mit der Einschränkung eines zulässigen Gesamtzuggewichts von 6,6 Tonnen. Eine feine Sache sind auch die zwei Steckdosen auf der Pritsche zum Betreiben elektrischer Geräte. Der Ford ist als Lkw zugelassen, somit fällt er unter das Sonn- und Feiertags-Fahrverbot mit Anhänger zur gewerblichen Nutzung.

Innenraum & Komfort: Wildtrak-Luxus mit kleinen Schwächen

Üppiges Cockpit: reichlich Platz, ange-messene Materialien – ein Pickup der gehobenen Sorte. | Foto: Randolf Unruh
Üppiges Cockpit: reichlich Platz, ange-messene Materialien – ein Pickup der gehobenen Sorte. | Foto: Randolf Unruh

In der Variante Wildtrak – Netto-Aufpreis 7.200 Euro – duften die etwas eng geschnittenen Sitze dezent nach Leder. Platz gibt es reichlich, das Material im direkten Sicht- und Fühlbereich ist angenehm gepolstert. Alles andere besteht aus festem Kunststoff.

Die markentypischen Armaturen mit ihren unübersichtlichen Säulengrafiken sind konfus wie immer, der üppige vertikale Bildschirm in der Mitte verbirgt seine Anzeigen bereits an halbwegs hellen Tagen unter Sonneneinstrahlung. Aber die wesentlichen Einstellungen der Klimatisierung und die Lautstärke des Infotainmentsystems lassen sich per Drehregler vornehmen.

In der Regel verschleift der durchweg leise Antrieb die Kombination aus Benziner, zehn Gängen und E-Maschine sehr harmonisch, das Getriebe verheddert sich auch nicht an heiklen Stellen wie Kreisverkehren. Der Fahrer fühlt sich, passend zu den imponierenden Abmessungen des Ford, wie vor seinem inneren Lagerfeuer. Etwas ruppiger geht es im puren Verbrenner-Betrieb zu.

Gedeiht die grüne Branche?

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Technische Daten

Ford Ranger PHEV Doppelkabine, Grundpreis netto: 46.590,- Euro

Motor

Vierzylinder-Turbobenziner mit Direkteinspritzung, Turbolader mit statischer Geometrie, Elektromotor, vorn eingebaut

Anzahl Zylinder: 4

Hubraum: 2.261 cm³

Systemleistung: 207 kW (281 PS)

Drehmoment: 697 Nm

Kraftübertragung

Hinterradantrieb, zuschaltbarer und automatischer Allradantrieb, Zehngang-Automatikgetriebe, sieben Fahrmodi

Batterie

Flüssigkeitsgekühlte Lithium-Ionen-Traktionsbatterie, nutzbar 11,8 kWh, Nennspannung 400 V; Ladesteckdose seitlich; On-Board-Ladegerät für Wechselstrom mit Typ-2-Stecker und 11 kW Ladeleistung

Fahrwerk

Vorderachse: Einzelradaufhängung an Doppel-Querlenkern, Schraubenfedern, Stabilisator

Hinterachse: Starrachse mit Parabelfedern, Stabilisator

Reifen: 255/65 R 17

(alternativ: 255/65 R 18)

Bremsen

Hydraulische Zweikreisbremse, vorn und hinten Scheibenbremsen, Bremskraftverstärker, ESP mit ABS, ASR, Bremsassistent, elektronisch geregelte Bremskraftverteilung, Anfahrassistent. Mechanisch auf die Hinterräder wirkende Feststellbremse, elektronisch betätigt

Maße und Gewichte

Länge/Breite/Höhe: 5.350/1.924/1.871 mm

Radstand: 3.270 mm

Wendekreis: 12.900 m

Leergewicht: 2.640 kg

Nutzlast: 860 kg

Zul. Gesamtgewicht: 3.500 kg

Zul. Achslast vorn/hinten: 1.490/2.100 kg

Zul. Anhängelast (12% Steigung): 3.500 kg

Zul. Gesamtzuggewicht: 6.600 kg

Testwerte

Beschleunigung:

0-50/80/100 km/h: 3,4/6,1/8,6 s

Elastizität:

60-100 km/h: 5,3 s,

80-120 km/h (Kickdown): 6,8 s

Höchstgeschwindigkeit: 170 km/h

Innengeräusche bei:

Stand/50/100 km/h: -/50/61 dB(A)

Verbrauch:

Normverbrauch (WLTP kombiniert): 6,4 l/100 km

Testverbrauch beladen: 8,4 l/100 km plus eine Batterieladung 11,8 kWh

Ford Ranger PHEV Test: Hybrid-Pickup im GaLaBau-Check: Weitere Bilder

Schaltzentrale: Antrieb nach Wunsch, alles funktioniert auf Tastendruck in der Mittelkonsole. | Foto: Randolf Unruh
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