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Nutzfahrzeuge/

Ford E-Transit Custom AWD im Test: Allrad & E-Power

Fahrbericht

Allrad unter Strom: Was der Ford E-Transit Custom AWD kann

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Randolf Unruh
07.08.2026, 06:30, aktualisiert 27.08.2026, 11:10
KÖLN
Ford E-Transit Custom AWD im Test: Allrad & E-Power
Unter extremen winterlichen Bedingungen getestet: Ford E-Transit Custom AWD. | Foto: Randolf Unruh

Zwei Elektromotoren, deftige Durchzugskraft, Allradantrieb – zusammengefasst: Ford E-Transit Custom AWD.


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Allradantrieb ist prima, Elektroantrieb politisch und gesellschaftlich erwünscht – schließlich muss der Garten- und Landschaftsbau häufig in umweltsensibler Umgebung ran, auch unter erschwerten Bedingungen. Doch wie passt beides zusammen? Ford traut sich was beim Transporter mit der ellenlangen Bezeichnung E-Transit Custom AWD. Das neue Antriebssystem baut auf dem vollelektrisch angetriebenen E-Transit Custom mit Heckantrieb auf. Dessen Leistung beläuft sich wahlweise auf 100 kW (136 PS), 160 kW (218 PS) oder bei manchen Varianten sogar auf 210 kW (286 PS). Das kräftige Drehmoment beträgt jeweils 415 Nm.

Für den AWD (All Wheel Drive = Allradantrieb) kommt eine weitere, unabhängig arbeitende Antriebseinheit an der Vorderachse mit gleicher Potenz hinzu. An der maximalen Leistung des Transporters ändert sich dadurch nichts, das Drehmoment wächst jedoch auf höchst beachtliche 630 Nm. Parallel dazu legt die maximale Rekuperation um bis zu 50 Prozent zu, das elektrische Bremsen hilft beim Stromsparen. Gleiches betrifft die serienmäßige Wärmepumpe für die Klimatisierung. Die jüngste Erhöhung der nutzbaren Batteriekapazität von 64 auf 70 kWh beruhigt bei anspruchsvollen Einsätzen mit hohem Energieverbrauch.

Rasantes Antriebsregelsystem

Blick auf die Technik: Motor vom E-Transit im Heck, zweiter E-Motor vorn, dazwischen lagern die Batterien. | Foto: Randolf Unruh
Blick auf die Technik: Motor vom E-Transit im Heck, zweiter E-Motor vorn, dazwischen lagern die Batterien. | Foto: Randolf Unruh

Obwohl nur virtuell miteinander verbunden, arbeiten die beiden E-Motoren Hand in Hand. Rasante Regelsysteme überwachen fortlaufend im Abstand von lediglich 50 Millisekunden die Traktion und verteilen das Drehmoment somit in Echtzeit zwischen den Rädern. Das kann je nach Situation volle Power auf einer der beiden Achsen bedeuten oder eine variable Kraftverteilung, auch zwischen den einzelnen Rädern. Im Auge hat die schlaue Technik dabei ebenfalls die Lenkbewegungen des Fahrers.

Die Wahrheit liegt auf dem Platz – diese alte Fußballerweisheit heißt übersetzt: die Wahrheit liegt auf der Straße. Bei Allradantrieb auch im Gelände. Oder wie hier in Eis und Schnee. Gibt es doch gut geschützte Alpentäler, in denen sich Schnee und Eis bis weit ins Frühjahr halten. Ideal für Testgelände, auf denen sich reproduzierbare Verhältnisse schaffen lassen. Dieses hier, nicht weit vom Montblanc in den französischen Alpen, beherbergt ein 4.000 Quadratmeter großes Areal, kräftig gewürzt mit einer kurvigen Handlingstrecke und abgeschmeckt mit einer eisigen Steilpassage. Hier muss der neue Ford E-Transit Custom AWD sein Leistungsvermögen beweisen.

Nichts wie raus auf die Piste. Linkskurve, Rechtskurve, mal weit und mal eng, zwischendrin eine Geradeauspassage und ein Slalomkurs. Je nach Einsatz der Regelsysteme wechselt der Transporter zwischen Drift und hoher Spurstabilität. Bis übermäßiger Einsatz von Leistung selbst die wirkungsvollsten Regelsysteme an die Grenzen der Physik bringt. Zwar sind kurvige Eisbahnen in Mitteleuropa selbst im Winter eine Rarität. Aber es gibt neben Glätte mit Nässe und Schlamm oder feuchten Wiesen und Feldwegen sowie Baustellen genug Alternativen im realen Fahrbetrieb.

Gedeiht die grüne Branche?

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Sieger auf allen Wegen

Der E-Transporter mit Allradantrieb macht auch auf der Straße eine gute Figur. | Foto: Randolf Unruh
Der E-Transporter mit Allradantrieb macht auch auf der Straße eine gute Figur. | Foto: Randolf Unruh

Die ganz große Kunst der Technik wird an einer knackig-kurzen, vereisten Steigung deutlich. Hier scheitert der E-Transit Custom mit angetriebener Hinterachse trotz halber Auslastung und somit Gewicht auf dem Heck auf halber Strecke. Anders der AWD: Je nach gewählter Dynamikregelung zieht er mit reichlich Dampf und heftig arbeitenden Systemen hinauf. Oder im „Slippery“-Modus mit zurückgenommener Leistung und feinfühliger Regelung geradezu elegant und souverän. Selbst das Anfahren auf halber Strecke gelingt auf dieser von vielen Tests blankpolierten Piste.

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Wechsel auf die Straße. Links abwechselnd trockene oder nasse Fahrbahn, rechts mal Schotter oder Schnee? Der Ford zieht faszinierend spurstabil schnurgeradeaus. Selbst bei kräftigem Tritt aufs Fahrpedal gibt’s kein Zucken im Antrieb und keinerlei Korrekturen am Lenkrad – das bedeutet neben hoher Traktion maximale Sicherheit.

Mehrgewicht für Allrad: 170 Kilo

Unter extremen winterlichen Bedingungen getestet: Ford E-Transit Custom AWD. | Foto: Randolf Unruh
Unter extremen winterlichen Bedingungen getestet: Ford E-Transit Custom AWD. | Foto: Randolf Unruh
Die Eigenschaften als Frachter kommen bei alldem nicht zu kurz. Das Mehrgewicht des Allradantriebs beläuft sich auf rund 170 Kilo. Entsprechend beschränkt sich die Nutzlast des 3,2-Tonners mit kurzem Radstand auf rund 850 Kilo. Außerdem darf der Allradler bis zu 2,3 Tonnen ziehen, das ist ein Wort für einen kompakten E-Transporter. Das Antriebspaket des Ford E-Transit Custom AWD gibt es als Kastenwagen kurz und lang, als vielseitige Kastenwagen-Doka, als Multicab mit versetzter Trennwand und Sitzen in der zweiten Reihe sowie als Kombi und für die Bus-Ausführung Tourneo. Der Mehrpreis im Vergleich zum Heckantrieb beläuft sich auf netto rund 6.000 Euro, bei 54.800 Euro geht es los.

Welchen nehmen? Für überschaubare Anforderungen im Solobetrieb genügt die Variante mit 100 kW (136 PS). Die temperamentvolle Ausführung mit 160 kW (218 PS) ist eine feine Sache als Allrounder, mit Blick auf anspruchsvolles Geläuf, hohe Lasten und Anhängerbetrieb. 210 kW (286 PS) zählt zum Luxus, Ford verbindet diese Leistungsstufe mit der feschen Ausstattung namens Sport oder dem exaltierten MS-RT mit reichlich Spoiler-Geflügel. Allrad- plus Elektroantrieb – klingt nach einer guten Idee.

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