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Yanmar kauft AriensCo: Was wird aus AS-Motor?

Yanmar kauft AriensCo: Was wird aus AS-Motor?
Die Partnerschaft mit Yanmar bietet uns dafür gute Voraussetzungen. | Foto: AriensCo GmbH

Paukenschlag in der Motorgerätebranche: Nach der Mehrheitsübernahme von AriensCo durch den japanischen Technologie-Riesen Yanmar stellen sich im Markt viele Fragen. Bleibt AS-Motor als eigenständige Marke mit ihrer bekannten DNA erhalten? Wie stabil bleiben die Preise in Zeiten steigender Entwicklungskosten? Mark Scavillo (AriensCo) gibt im Interview Antworten auf die strategischen Pläne aus Osaka, Verbesserungen in der Lieferkette und die konkreten Vorteile für GaLaBau-Unternehmer.


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Herr Scavillo, Yanmar übernimmt bei AriensCo die Mehrheit. Wie viel Gestaltungsspielraum verbleibt dem europäischen Management nach diesem Deal?

Gedeiht die grüne Branche?

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Mark Scavillo: Wie sich die Zusammenarbeit konkret entwickeln wird, muss sich erst noch zeigen. Wir sind aber sehr zuversichtlich. Die Partnerschaft wurde schließlich nicht ohne Grund eingegangen. Wir sind in Europa gut aufgestellt, kennen unsere Märkte und wissen, worauf es bei unseren Kunden und Handelspartnern ankommt. Deshalb gehen wir davon aus, dass wir auch künftig den nötigen Gestaltungsspielraum haben werden, um unser Geschäft in Europa erfolgreich weiterzuentwickeln.

Kooperation auf Augenhöhe: Keine harten Vorgaben aus Osaka

Welche strategischen Vorgaben aus Osaka spüren Sie bereits im Tagesgeschäft?

Scavillo: Beide Unternehmen haben eine lange Tradition als Familienunternehmen und haben einiges gemeinsam. Das ist aus unserer Sicht eine gute Basis für die künftige Zusammenarbeit. Wir stehen allerdings noch ganz am Anfang, zumal die kartellrechtliche Genehmigung noch aussteht. Deshalb ist es auch zu früh, um konkrete Veränderungen zu beurteilen. Neue strategische Vorgaben oder Auswirkungen auf unser Tagesgeschäft spüren wir bislang nicht. Im Moment geht es vor allem darum, sich gegenseitig besser kennenzulernen.

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Wachstumsmärkte im Visier: Investitionen in Akku-Technik und autonomes Mähen

Warum war dieser Schritt gerade jetzt notwendig, und welche Wachstumsmärkte in der EMEAA-Region stehen dabei im Fokus?

Scavillo: Unsere Branche verändert sich derzeit in einem enormen Tempo. Themen wie autonomes Mähen, batteriebetriebene Maschinen und künstliche Intelligenz gewinnen zunehmend an Bedeutung. Gleichzeitig verändern sich die Anforderungen unserer Kunden und der Wettbewerb wird internationaler. Um hier auch in Zukunft vorne mitspielen zu können, brauchen wir die entsprechende Größe und die Mittel, um in neue Technologien zu investieren. Die Partnerschaft mit Yanmar bietet uns dafür gute Voraussetzungen. Was unsere Wachstumsmärkte betrifft, hat sich an unseren Prioritäten nichts Grundlegendes geändert. Etablierte Märkte wie Frankreich und Italien, um nur zwei Beispiele zu nennen, bleiben für uns weiterhin sehr wichtig. Hier sehen wir nach wie vor großes Potenzial und wollen unsere Position weiter ausbauen. Gleichzeitig ist Yanmar in Asien stark vertreten. Das eröffnet auch für uns interessante Möglichkeiten, und wir werden uns anschauen, welche Märkte dort für unsere Produkte Potential bieten.

Klare Kante im deutschen Markt: AS-Motor und Ariens behalten ihre Identität

Bleibt AS-Motor eine eigenständige Marke mit eigener DNA, oder droht eine Konsolidierung im Konzern?

Scavillo: AS-Motor wird ebenso wie Ariens auch in absehbarer Zukunft eine eigenständige Marke mit ihrer bekannten Identität bleiben.

Wie grenzen Sie Ariens und AS-Motor künftig im deutschen Markt sauber voneinander ab?

Scavillo: Seit AS-Motor und Ariens unter dem Dach von AriensCo vereint sind, verfolgen wir eine klare Markenstrategie mit einer eindeutigen Trennung der Produktportfolios. Daran wird sich auch künftig nichts ändern. Beide Marken stehen für unterschiedliche Einsatzbereiche und ergänzen sich sehr gut. AS-Motor bietet Speziallösungen für die professionelle Grünflächenpflege, insbesondere für hohes Gras, steile Hänge und schwieriges Gelände. Ariens ist dagegen auf die professionelle Rasenpflege mit Zero-Turn-Mähern sowie auf den Winterdienst mit seinen Schneefräsen spezialisiert. So haben beide Marken ihre klare Position im Markt.

Ersatzteilverfügbarkeit im Fokus: Lieferprozesse für den Fachhandel optimiert

Bei AS-Motor sind wir in Sachen Maschinen- und Ersatzteilverfügbarkeit seit vielen Jahren gut aufgestellt. | Foto: AriensCo GmbH
Bei AS-Motor sind wir in Sachen Maschinen- und Ersatzteilverfügbarkeit seit vielen Jahren gut aufgestellt. | Foto: AriensCo GmbH

Sie haben die Verkürzung der Lieferzeiten an den Fachhandel als eine Ihrer obersten Prioritäten benannt. Wo haperte es zuletzt in der Lieferkette, und über welche Hebel wollen Sie Maschinen und Ersatzteile schneller in die Werkstätten bringen?

Scavillo: Bei AS-Motor sind wir in Sachen Maschinen- und Ersatzteilverfügbarkeit seit vielen Jahren gut aufgestellt. Bei Ariens gab es in der Anfangszeit in Deutschland teilweise Anlaufschwierigkeiten, insbesondere bei der Lagerhaltung und der Frage, welche Maschinen und Ersatzteile in welchen Mengen verfügbar sein müssen. Hier haben wir in den vergangenen Jahren viel dazugelernt und uns deutlich verbessert.

Heute sind wir bei der Ersatzteilverfügbarkeit für beide Marken gut aufgestellt. In einigen anderen europäischen Märkten sehen wir dagegen noch Optimierungspotenzial, unter anderem aufgrund der Veränderungen innerhalb unserer Unternehmensstruktur. Hier arbeiten wir daran, unsere Lieferprozesse weiter zu verbessern.

Was ändert sich ab der Saison 2027 ganz konkret für einen mittelständischen Motorgeräte-Händler, der bei Ihnen ordert?

Scavillo: Für unsere Händler wird sich im neuen Jahr nichts Grundlegendes ändern. Wir bleiben für sie ein verlässlicher Partner. Unser Ziel ist es, die Zusammenarbeit mit unseren Vertriebspartnern weiter zu stärken und ihnen langfristig ein noch breiteres Portfolio mit Produkten anbieten zu können, die für sie und ihre Kunden relevant sind.

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Vorteile für den GaLaBau: Wirtschaftliche Stabilität und marktgerechte Preise

Wenn ein GaLaBau-Unternehmer heute vor der Investition in einen neuen Großflächen- oder Schlegelmäher steht: Welchen konkreten Vorteil hat er dadurch, dass hinter AriensCo nun der Yanmar -Konzern steht?

Scavillo: Im ersten Moment wird sich für unsere Endkunden durch die neue Partnerschaft nichts ändern. Langfristig profitiert er aber davon, dass er auf einen starken, zukunftssicher aufgestellten Hersteller setzt.

Für den GaLaBau-Unternehmer bedeutet das vor allem, dass er auch in Zukunft bei uns die passenden Maschinen für seine Anforderungen findet, von neuen Technologien profitiert und sich auf eine langfristige Ersatzteilversorgung verlassen kann. Die Partnerschaft mit Yanmar schafft dafür eine gute Grundlage.

Die Branche kämpft mit gestiegenen Anschaffungs- und Finanzierungskosten. Erwarten Sie durch Größenvorteile im Einkauf stabilere Preise für Endkunden, oder treiben die Technologie-Integrationen das Preisniveau weiter nach oben?

Scavillo: Der Preisdruck in unserer Branche ist deutlich spürbar, nicht zuletzt durch den zunehmenden Wettbewerb aus Fernost. Deshalb setzen wir auf eine marktgerechte Preisgestaltung. Bei einigen Produkten konnten wir die Preise bereits senken, und auch künftig wird es nicht in allen Bereichen nur Preiserhöhungen geben. Gleichzeitig müssen wir als Unternehmen wirtschaftlich und profitabel arbeiten. Um diesen Spagat zu schaffen, sind Synergieeffekte, beispielsweise im Einkauf, unerlässlich. Hier ist es natürlich von Vorteil, Teil einer größeren Unternehmensgruppe zu sein.

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