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Baum des Jahres 2027: Die Gemeine Esche holt den Titel

Baum des Jahres 2027: Die Gemeine Esche holt den Titel
Der Baum des Jahres 2027 ist die Gemeine Esche (lat. Fraxinus excelsior), eine heimische Baumart, die sowohl mit Feuchtigkeit und Überflutung als auch mit Trockenheit zurechtkommt. | Foto: Pixabay

Als der Star im Wald galt sie lange Zeit nicht gerade: Doch nun wird die Gemeine Esche der Baum des Jahres 2027 – und sichert sich den Titel damit bereits zum zweiten Mal. Dabei wird das Ölbaumgewächs als eher unscheinbar beschrieben.

Auf ein Höchstalter von 250 bis 300 Jahre bringt es die Gemeine Esche (Fraxinus Excelsior). Bis zu 40 Meter wächst sie in die Höhe, erreicht einen Stammdurchmesser an die zwei Meter. Ihre Krone ist kugelförmig. Die heimische Baumart kommt sowohl mit Feuchtigkeit und Überflutung als auch mit Trockenheit zurecht. Eschen wachsen unter anderem in Auenwäldern – einem stark bedrohten Lebensraum entlang unserer Flüsse. Dort sind die Bäume wichtig für Biodiversität, Klima und Hochwasserschutz.

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Gekürt vom Verein Baum des Jahres Dr. Silvius Wodarz Stiftung löst sie 2027 die Zitterpappel (Populus tremula) ab. „Die Gemeine Esche ist unverwechselbar: sie ist heimisch und hochgewachsen, ihre Krone mit Fiederblättern behangen und licht“, sagt Silvia Breher, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundeslandwirtschaftsministerium und Schirmherrin des Baum des Jahres 2027, „besonders charakteristisch sind ihre schwarzen, kreuzgegenständigen Knospen.“ Als Sinnbild für die Kraft und Anpassungsfähigkeit hiesiger Wälder bezeichnet sie die Esche gar.

Eschensterben durch ostasiatischen Pilz

Doch der Bestand in Deutschland ist seit 2002 deutlich zurückgegangen. Das Eschentriebsterben wird von einem ostasiatischen Pilz namens Falsches Weißes Stengelbecherchen (Hymenoscyphus fraxineus) verursacht. Europaweit macht er den Bäumen schwer zu schaffen. Umso wichtiger sei es, die Gemeine Esche nicht aufzugeben, sondern ihre natürliche Anpassungsfähigkeit und Widerstandskraft zu nutzen, sagt Breher. Und die Forschung mache Mut. Mit dem Projekt „FraxForFuture“ hätten Wissenschaft und forstliche Praxis in den vergangenen Jahren wichtige Grundlagen geschaffen. Rund 70 Partner haben gemeinsam das Eschentriebsterben, die Genetik und Widerstandsfähigkeit einzelner Bäume zum Erhalt der Baumart untersucht.

BUND: Eschenreiche Wälder besonders artenreich

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ist Mitglied im Kuratorium für den Baum des Jahres, von dem die Esche gewählt wurde. „Wir freuen uns, dass mit der Esche als Baum des Jahres 2027 eine heimische Baumart ausgewählt wurde, die uns als Baumart feuchter Standorte und Vertreterin der bedrohten Auwälder daran erinnert, wie wichtig Klimaschutz und die Renaturierung der Natur sind“, sagt Nicola Uhde vom BUND. Eschenreiche Wälder seien besonders artenreich. Die Bäume seien bekannt dafür, feuchte und gewässernahe Standorte wie Auen zu besiedeln.

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„Nur noch rund neun Prozent der verbliebenen Flussauen in Deutschland sind ökologisch intakt“, so die BUND-Expertin für Waldpolitik, „Eschen sind zusammen mit Silberweide, Stieleiche und Ulme Charakterbäume der Auwälder. Wir brauchen sie, um die Vielfalt der Auen zu erhalten.“ Eschenreiche Wälder gehören nach ihren Worten zu den artenreichsten Waldökosystemen Deutschlands und bieten hunderte spezialisierte Lebensräume für Pilze, Flechten, Vögel, Insekten und Pflanzen.

2001 erstmals Baum des Jahres

Als die Gemeine Esche 2001 erstmals Baum des Jahres wurde, schrieb Forstexperte Professor Dr. Andreas Roloff, dass sie wohl von vielen Menschen bisher übersehen – oder zumindest nicht beachtet – worden sei. Schließlich habe sie weder spektakuläre Blüten, Früchte oder Rinde noch zeige sie großartig Farbe. Andererseits habe keine andere heimische Baumart eine derart grobe Verzweigung und sparrige Krone. Zusammen mit ihrer je nach Alter silbrigen oder aschgrauen Rindenfarbe könne sie so im Freistand die ihr eigene Noblesse entfalten und sei ein beliebter Baum auf Ritterburgen.

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Die Esche ist Roloff zufolge die am spätesten austreibende heimische Baumart. Demnach kann es sich bis in den Juni hinziehen. So halte mancher die Bäume schon für abgestorben. Für gutes Wachstum verlange die Esche nährstoffreichere, frische bis feuchte Böden in spätfrostfreien, nicht zu warmen, am liebsten luftfeuchten Lagen. Ebenso ist sie auf recht flachgründigen und trockene Kalksteinverwitterungsböden und Felsen verbreitet anzutreffen.

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