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So minimieren Sie das Infektionsrisiko auf der Baustelle

Ein Zeckenstich bei der Grünpflege oder auf der Baustelle ist kein reines Privatvergnügen, sondern ein potenzieller Arbeitsunfall. Für Beschäftigte im GaLaBau und Baugewerbe stellen Borreliose und FSME ein massives, teils existenzbedrohendes Gesundheitsrisiko dar. Laut SVLFG führt die Borreliose die Statistik der tierischen Berufskrankheiten an. Wir zeigen, wie Sie Ihr Team durch gezielten Arbeitsschutz absichern, wann eine Infektion als Berufskrankheit gilt und warum jeder Zeckenstich zwingend ins Verbandbuch gehört.

Zecken als Berufskrankheit: Schutz für GaLaBau & Bau
Zecke auf der Haut vor einem Zeckenstich | Foto: AdobeStock_Chalabala

Zecken beißen nicht, sie stechen – auch wenn umgangssprachlich oft vom „Zeckenbiss“ die Rede ist. Sie besitzen einen Stechrüssel mit Widerhaken. Mit diesem durchdringen sie die Haut des Menschen und verankern sich, um Blut zu saugen. Dabei können Infektionserreger übertragen werden, die zu Erkrankungen führen können.

Was ist ein Zeckenstich?

Ein Zeckenstich entsteht, wenn eine Zecke mit ihrem Stechrüssel die Haut durchdringt und Blut saugt. Dabei können Krankheitserreger wie Borrelien oder FSME-Viren übertragen werden.

Risiko GaLaBau: Ganzjährige Gefahr durch Zecken

Zecken sind inzwischen ganzjährig zum Risiko geworden. Zwar lauern sie hauptsächlich in der wärmeren Jahreszeit, also von März bis Oktober, in der Natur auf Nahrung. Aber auch im Winter können sie bei milden Temperaturen aktiv sein. Die Parasiten warten überwiegend an Wald- und Wegesrändern, im lichten Unterholz, in Gebüschen, an feuchten Ufern und im hohen Gras auf Tiere oder Menschen. Sie heften sich an sie, um sie zu stechen.

Gefährdungsbeurteilung: Wer im Freien besonders geschützt werden muss

Gefährdet sind grundsätzlich alle Personen, die sich in der Natur aufhalten. Daher gelten Landwirte, Gärtner bei der Grünpflege, Wald- und Forstarbeiter, Förster, Freizeitsportler und Urlauber als besonders gefährdet. Zecken lassen sich zum Beispiel im Vorbeigehen von Gräsern und Sträuchern abstreifen. Gerne heften sie sich dabei an unbedeckte Körperteile, aber auch an Kleidung.

Grundsätzlich können Zecken überall am Körper zustechen, sie suchen sich jedoch eine geeignete Einstichstelle, zum Beispiel Bauch- und Brustregion oder Kniekehle. Mit dem Stich gibt die Zecke eine betäubende Substanz ab, sodass dieser meist nicht bemerkt wird. Anschließend verhakt sie sich in der Haut ihres Opfers.

Borreliose & FSME: Typische Berufskrankheiten im Fokus

Zecken können verschiedene Krankheitserreger übertragen, die beim Menschen Erkrankungen auslösen können. Dazu zählen insbesondere bakterielle und virale Infektionen.

Krankheiten durch Zecken

  • Borreliose (bakterielle Infektion): Die Gefahr einer Infektion besteht in allen Regionen Deutschlands. Im Jahr 2024 wurden in Deutschland 4.830 Menschen wegen einer Borreliose-Erkrankung im Krankenhaus behandelt. 15 Menschen verstarben an den Folgen.
  • Frühsommer-Meningoenzephalitis – FSME (Virusinfektion): Gegen FSME kann man sich impfen lassen. Die Impfung ist besonders für Personen in Risikogebieten empfohlen. 2024 gab es knapp 850 stationäre Behandlungen aufgrund von FSME, was deutlich über dem langjährigen Durchschnitt liegt. Neun Menschen überlebten die Krankheit nicht.
  • weitere bakterielle und virale Erkrankungen

Die Gefahr, sich mit Borrelien zu infizieren, besteht in allen Regionen Deutschlands.

Borreliose kommt in ganz Deutschland vor

Die Gefahr, sich mit Borrelien zu infizieren, besteht in allen Regionen Deutschlands. Die FSME verläuft typischerweise in zwei Phasen.

Erste Phase

Eine bis drei Wochen nach dem Zeckenstich treten ein allgemeines Krankheitsgefühl, Kopfschmerzen, Fieber und gelegentlich auch Bauchschmerzen auf.

Zweite Phase

Nach vorübergehender Besserung kann es wenige Tage später zu einem erneuten Fieberanstieg kommen. Es kann sich eine Hirnhautentzündung (Meningitis), Gehirnentzündung (Enzephalitis) oder Rückenmarksentzündung (Myelitis) entwickeln.

Symptome sind Kopfschmerzen, Nackensteife, Bewusstseinsstörungen und Lähmungen. Ein hoher Teil der FSME-Infektionen verläuft jedoch asymptomatisch oder die zweite Phase bleibt ganz aus. Aus bisher unerforschten Gründen verläuft die FSME mit zunehmendem Alter der betroffenen Person meist schwerer. Da lebenslang bleibende Schäden möglich sind, ist es umso wichtiger, Zeckenstiche durch geeignete Schutzmaßnahmen zu verhindern.

Da lebenslang bleibende Schäden möglich sind, ist es umso wichtiger, Zeckenstiche durch geeignete Schutzmaßnahmen zu verhindern.

Gegen FSME kann man sich impfen lassen. Personen, die in den Risikogebieten wohnen, dort arbeiten oder Urlaub machen, wird diese Impfung empfohlen.

SVLFG-Statistik: Borreliose führt die Berufskrankheiten an

In der Berufskrankheiten-Statistik der SVLFG spielen Borreliose und FSME eine große Rolle. | Foto: SVLFG
In der Berufskrankheiten-Statistik der SVLFG spielen Borreliose und FSME eine große Rolle. | Foto: SVLFG

In der Berufskrankheiten-Statistik der SVLFG spielen Borreliose und FSME bei den „von Tieren auf Menschen übertragbaren Krankheiten" (Berufskrankheit Nr. 3102 der Anlage zur Berufskrankheiten-Verordnung – BKV) eine große Rolle.

Bei den angezeigten Berufskrankheiten liegt die Borreliose mit 65 Prozent im Mittelwert der Jahre 2020 bis 2024 auf dem vordersten Platz, gefolgt von Hautpilzerkrankungen (17 Prozent) und weiteren Zoonosen (14 Prozent). Die FSME macht vier Prozent der Fälle aus.

Bei den angezeigten Berufskrankheiten liegt die Borreliose mit 65 Prozent im Mittelwert der Jahre 2020 bis 2024 auf dem vordersten Platz

Beschäftigte zu informieren und zu sensibilisieren, ist von zentraler Bedeutung. Unternehmerinnen und Unternehmer haben ihre Beschäftigten mittels einer Gefährdungsbeurteilung zu unterweisen.

PSA & Prävention: Der richtige Zeckenschutz bei der Arbeit

  • dichte, geschlossene und möglichst helle Kleidung tragen
  • Kopfbedeckung verwenden
  • Hosenbeine und Schuhe mit Gamaschen dicht abschließen
  • Kleidung während des Aufenthalts im Freien kontrollieren
  • Körper nach dem Aufenthalt im Freien nach Zecken absuchen
  • Zeckenabwehrmittel (Repellentien) nutzen
  • gegebenenfalls permethrinbehandelte Kleidung verwenden

Wie entfernt man eine Zecke richtig?

Um nach Zeckenstichen schnell reagieren zu können, sollte der Erste-Hilfe-Kasten um einen geeigneten Zeckenentferner ergänzt werden, zum Beispiel eine gebogene College-Pinzette oder eine Zeckenkarte. Außerdem sollte ein Desinfektionsmittel zur Behandlung der Stichstelle vorhanden sein.

Checkliste für Bauleiter & GaLaBau-Unternehmer: Zeckenstich als Arbeitsunfall

[ ] Entfernung: Zecke umgehend (ohne Quetschen) mit Pinzette/Zeckenkarte entfernen.

[ ] Desinfektion: Stichstelle und Hände gründlich desinfizieren.

[ ] Dokumentation (WICHTIG): Den Zeckenstich zwingend in das Verbandbuch des Betriebs eintragen (Ort, Zeit, Körperstelle, Zeugen). Nur so lässt sich später eine Berufskrankheit zweifelsfrei nachweisen!

[ ] Markierung: Einstichstelle umkreisen (Kugelschreiber) oder fotografieren.

[ ] Beobachtung: Stelle 4 Wochen auf "Wanderröte" kontrollieren. Bei Symptomen sofort zum D-Arzt (Durchgangsarzt).

Weitere Informationen

Häufige Fragen zu Zecken und Zeckenstichen

Wann werden Borrelien übertragen?

Die Übertragung der Borrelien-Bakterien beginnt in der Regel etwa zwölf Stunden nach dem Einstich.

Wann werden FSME-Viren übertragen?

FSME-Viren können bereits unmittelbar nach dem Stich übertragen werden.

Wie lange sollte man einen Zeckenstich beobachten?

Die Einstichstelle sollte bis zu vier Wochen beobachtet werden, um mögliche Veränderungen wie eine Wanderröte frühzeitig zu erkennen.

Gedeiht die grüne Branche?

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Wie erkennt man eine mögliche Borreliose?

Im frühen Stadium tritt bei 80 bis 90 Prozent der Betroffenen eine sogenannte Wanderröte auf. Dabei bildet sich um die Einstichstelle ein ringförmiger, geröteter Hautbereich, der nach innen hin blasser wird und sich ausbreiten kann.


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