Klimawandel
Wie sich der Schlossgarten Schwetzingen für die Zukunft wappnet

Hitze, Dürre und Starkregen setzen Menschen und Ökosystemen in ganz Europa zu. Auch im Schlossgarten Schwetzingen in Baden-Württemberg sind die Auswirkungen des Klimawandels längst zu spüren. Wie den Folgen in dem Kleinod begegnet wird, erfahren Besucher jetzt in einer Ausstellung.
Die Hitzewelle in diesem Sommer machte die Klimakrise deutlich erlebbar. Historische Gärten wie der Schlossgarten Schwetzingen sind in besonderer Weise betroffen: Gestaltung und Bepflanzung folgen historischen Konzepten, die unter anderen klimatischen Bedingungen entstanden sind. „Die Bepflanzung der Anlage erfolgt nach historischen Plänen“, sagt Patricia Alberth, Geschäftsführerin der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, „das macht sie zu einem besonders eindrucksvollen kulturellen Schatz.“ Für die heutigen klimatischen Bedingungen seien die historischen Konzepte nicht geschaffen.
„Diese Herausforderung betrifft nicht nur Schwetzingen, sondern historische Gärten in ganz Deutschland“, so Alberth. Wie sich der denkmalpflegerische Anspruch mit den Anforderungen des Klimawandels verbinden lässt, soll die Ausstellung „Klimawandel in historischen Gärten“ im Schlossgarten zeigen, die dort bis zum 1. November 2026 zu sehen ist.
Klimawandel: So trotzt der Schlossgarten den Herausforderungen
Wie Gartenkonservatorin Dr. Karin Seeber erläutert, bestehe die Herausforderung darin, die Anlage in ihrer historischen Gestalt so weit wie möglich zu erhalten und zugleich ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber den Folgen des Klimawandels zu stärken. Ein Schwerpunkt liegt demnach auf dem Schutz des alten Baumbestands.
Bei Neupflanzungen setzt die eigene Baumschule unter anderem auf Nachkommen besonders widerstandsfähiger Mutterpflanzen und auf Anzuchtmethoden, die natürliche Verjüngungsprozesse nachahmen. Auch die Förderung der biologischen Vielfalt spielt eine wichtige Rolle. Bei der Auswahl des Sommerflors im Kreisparterre werden beispielsweise Pflanzen berücksichtigt, deren Blüten auch Insekten Nahrung bieten. Bei Düngung und Schädlingsbekämpfung kommen biologische Verfahren zum Einsatz.
Wo es mit dem historischen Erscheinungsbild vereinbar ist, werden Wiesen seltener gemäht, um zusätzliche Lebensräume zu schaffen. „Das sind nur einige der Maßnahmen, mit denen wir daran arbeiten, dieses einzigartige Gartendenkmal auch für kommende Generationen zu erhalten“, sagt die Gartenkonservatorin.
Folgen des Klimawandels im Schlossgarten hören

Neben dem besagten Vorgehen im Garten setzt die Ausstellung zudem auf ungewöhnliche Formen der Vermittlung. So soll das internationale Musikprojekt „The [Uncertain] Four Seasons“ mögliche Folgen des Klimawandels hörbar machen. Ausgehend von Antonio Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ entstand mithilfe künstlicher Intelligenz eine neue Version des Werks. Grundlage seien Klimaprognosen für Schwetzingen für das Jahr 2050, teilen die Macher mit. Uraufgeführt wurde das Stück zur Eröffnung der Ausstellung vom Landesjugendorchester Baden-Württemberg. Das Konzert ist nun gemeinsam mit einem Dokumentarfilm über die Entstehung des Projekts online abrufbar.
Öffnungszeiten der Ausstellung im Schlossgarten
Die Ausstellung im Schlossgarten Schwetzingen ist bis zum 25. Oktober von Montag bis Sonntag sowie an Feiertagen von 9 bis 20 Uhr (letzter Einlass: 19.30 Uhr) geöffnet, vom 26. Oktober bis 1. November montags bis sonntags sowie feiertags von 9 bis 17 Uhr (letzter Einlass: 16.30 Uhr). Der Schlossgarten Schwetzingen wird von der Einrichtung Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg über die örtliche Schlossverwaltung verwaltet.
Bäume und Boden: Ausstellung stellt Herausforderungen dar
Die Ausstellung soll die Herausforderungen des Klimawandels mit konkreten Beispielen aus dem Schlossgarten verbinden. „Der Klimawandel betrifft uns alle“, sagt Patricia Alberth, „deshalb wollen wir anschaulich zeigen, was seine Folgen für einen historischen Garten bedeuten – und welche Möglichkeiten wir haben, darauf zu reagieren.“ Entlang eines Rundgangs erfahren Besucher unter anderem, welchen Einfluss die Bodenqualität auf das Ökosystem hat, weshalb abgestorbene Bäume wertvolle Lebensräume sein können und warum auch Bäume gezielt behandelt werden müssen, um sie vor bestimmten Krankheiten zu schützen.
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Ein Begleitprogramm vertieft diese Themen und eröffnet weitere Perspektiven auf den Schlossgarten als Gartendenkmal und vielfältigen Lebensraum. Die Ausstellung soll nicht nur sichtbar machen, welchen Belastungen historische Gärten durch den Klimawandel ausgesetzt sind, sondern zudem zeigen, wie Denkmalschutz, Gartenpflege und biologische Vielfalt zusammengedacht werden können.
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Quelle: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg
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