Übernahme
Austrotherm will XPS-Sparte von Etex kaufen

Die Baustoffhersteller Etex und Austrotherm führen exklusive Verhandlungen über den Verkauf des Ursa-XPS-Geschäfts. Während der belgische Etex-Konzern seine Dämmstoffsparte künftig auf Glaswolle konzentrieren will, plant das österreichische Familienunternehmen Austrotherm den massiven Ausbau seines Produktionsnetzwerks für extrudiertes Polystyrol.
Wie die Unternehmen gemeinsam mitteilten, umfasst der geplante Eigentümerwechsel die Produktions- und Vertriebsaktivitäten für XPS-Dämmstoffe in Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien. Konkret verhandeln die Parteien über den Verkauf der Werke in Queis, Saint-Avold, Bondeno und El Pla sowie der dazugehörigen westeuropäischen Vertriebsstrukturen. Ein möglicher Abschluss der Transaktion steht unter dem Vorbehalt der behördlichen und regulatorischen Genehmigungen.
Etex plant Fokussierung auf Glaswolle
Für Etex würde der Verkauf eine deutliche strategische Neuausrichtung bedeuten. Die XPS-Produktion bildet bisher nur einen kleinen Teil des gesamten Dämmstoffportfolios des Konzerns. Durch die Veräußerung will das Unternehmen sein Produktionsnetzwerk straffen und künftige Investitionen auf den Markt für Glaswolle-Dämmstoffe konzentrieren. An den bisherigen Mischstandorten El Pla und Saint-Avold soll die Glaswolle-Produktion im Besitz von Etex bleiben und künftig unabhängig von der XPS-Fertigung arbeiten.
Geografische Expansion für Austrotherm
Das österreichische Familienunternehmen Austrotherm betrachtet die XPS-Technologie als sein strategisches Kerngeschäft. Mit der Integration der vier neuen Werke würde der Dämmstoffspezialist seine bisherige Marktpräsenz in Mittel- und Südosteuropa erheblich erweitern. Die geplante Akquisition soll neue Absatzmärkte in Westeuropa bis hin zu den Benelux-Ländern erschließen.
Übergangsfrist für die Ursa-Markenrechte
Die Marke Ursa ist nicht Bestandteil der Übernahme. Austrotherm dürfte den Namen laut Vereinbarung voraussichtlich nur während einer vertraglich festgelegten Übergangsphase nutzen. Technologisch plant der potenzielle neue Eigentümer nach dem Abschluss Investitionen in den Klimaschutz. Durch den Ausbau von XPS-Recyclingtechnologien und die verstärkte Nutzung recycelter Rohstoffe sollen die CO2-Emissionen an den Standorten sinken.
Zukunftsperspektiven für die Belegschaft
Die Arbeitnehmervertretungen der betroffenen Werke wurden bereits über die Verhandlungen informiert, heißt es weiter. „Die geplante Veräußerung unserer XPS-Aktivitäten würde es uns ermöglichen, unser Dämmstoffgeschäft noch stärker auf Glaswolle zu konzentrieren“, so Etex-CEO Bernard Delvaux. Für Austrotherm-CEO Heimo Pascher stellt die geplante Akquisition einen wichtigen Meilenstein für die Weiterentwicklung des XPS-Geschäfts dar. Sollte die Transaktion zustande kommen, sollen die Mitarbeiter der betroffenen Werke zu Austrotherm wechseln.
Über die beiden Verhandlungspartner
Die belgische Etex-Gruppe ist ein weltweit führender, familiengeführter Baustoffhersteller mit rund 13.500 Mitarbeitern. Mit über 190 Standorten in 46 Ländern erwirtschaftete das Unternehmen im Jahr 2025 einen Umsatz von rund 3,75 Milliarden Euro.

Die österreichische Austrotherm-Gruppe ist ein europaweit etablierter, familiengeführter Dämmstoffspezialist, der als Pionier bei der Herstellung von ressourcenschonenden EPS- und XPS-Lösungen gilt. Mit rund 1.500 Mitarbeitern an 34 europäischen Produktionsstandorten ist das Unternehmen Teil der Schmid Industrie Holding.
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