Mecklenburg-Vorpommern
Wohnungsbau zieht an, Wirtschaftsbau fällt ab

Die Bauwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern meldet nach korrigierten Verbandsangaben ein deutliches Auftragsplus. Getrieben von der öffentlichen Hand und einer unerwarteten Belebung im Wohnungsbau stiegen die Bestellungen im Juli um 18,0 Prozent. Dagegen brach der Wirtschaftsbau spürbar ein, während die realen Gesamtumsätze weiter sanken.

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Die Nachfrage nach Bauleistungen im Nordosten legte im Juli 2026 im Vergleich zum Vorjahresmonat nominal um 18,0 Prozent zu. Für den Zeitraum von Januar bis Juli ergibt sich ein Zuwachs von 17,2 Prozent, der preisbereinigt bei 12,6 Prozent liegt. Damit behauptet sich das Land über dem Bundesdurchschnitt. Den stärksten Impuls setzte nach einer Datenkorrektur des Bauverbandes der öffentliche Bau mit einem Auftragsplus von 77,4 Prozent, gefolgt vom Tiefbau mit einem Zuwachs von 28,2 Prozent. Eine spürbare Belebung verzeichnete zudem der Wohnungsbau, dessen Ordervolumen im Juli um 13,8 Prozent anstieg. Im Wirtschaftsbau ging die Nachfrage dagegen deutlich um 23,4 Prozent zurück.
Reale Umsätze bleiben hinter den Aufträgen zurück
Trotz der gefüllten Auftragsbücher schlägt sich die Entwicklung noch nicht in den Erlösen nieder. Der baugewerbliche Umsatz lag im Juli nominal lediglich um 0,4 Prozent über dem Vorjahreswert. In den ersten sieben Monaten des Jahres verzeichneten die Betriebe zwar ein nominales Plus von 1,4 Prozent, preisbereinigt entspricht dies jedoch einem realen Rückgang von 2,2 Prozent. Die Sparten entwickelten sich dabei uneinheitlich: Durch die Abarbeitung bestehender Aufträge erzielte der Wirtschaftsbau ein Umsatzplus von 8,7 Prozent, während der Hochbau um 3,4 Prozent und der Wohnungsbau um 0,5 Prozent zulegten. Der Tiefbau mit minus 1,2 Prozent und der öffentliche Bau mit minus 8,8 Prozent blieben dagegen unter Vorjahresniveau.
Vorsichtige Bewertung der Marktlage
„Die Nachfrage nach Bauleistungen zieht wieder an. Aus den aktuellen Umsatz- und Beschäftigungszahlen lässt sich jedoch noch keine durchgreifende konjunkturelle Erholung ableiten. Die Unternehmen arbeiten weiterhin unter anspruchsvollen Rahmenbedingungen“, erläutert Dr. Jörn-Christoph Jansen, Hauptgeschäftsführer des Bauverbandes Mecklebburg-Vorpommern. Zwar senden größere Industrie- und Gewerbeansiedlungen langfristig positive Signale, der aktuelle Rückgang bei den Neubestellungen im Wirtschaftsbau mahnt jedoch zur Zurückhaltung. Eine dauerhafte Festigung der Bautätigkeit muss sich in den kommenden Monaten erst an der Ertragsseite der Unternehmen beweisen.
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Leichter Zuwachs bei Beschäftigung und Ausbildung
Die Personalstärke in den Baubetrieben zeigte sich im Hochsommer robust. Im Juli wurde ein leichter Beschäftigungsanstieg von 0,8 Prozent verzeichnet. Zugleich traten knapp 300 neue Auszubildende eine Lehre im Bauhauptgewerbe an. Dies unterstreiche laut Bauverband die Bereitschaft der Betriebe, trotz angespannter Gesamtlage und schwankender Nachfrage in einzelnen Segmenten an eigenem Fachpersonal festzuhalten und Ausbildungskapazitäten zu sichern.
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