Nach Rekordkurs folgt Vollbremsung in der Bau-Sparte
Nach einem euphorischen ersten Halbjahr 2025 musste Liebherr im zweiten eine deutliche konjunkturelle Abkühlung hinnehmen. Die Sparte Baumaschinen und Mining, zur Jahresmitte noch Wachstumstreiber, schloss das Gesamtjahr mit einem Minus von 5,5 %. Gerettet wurde die Bilanz von den nicht-baubezogenen Sparten.


Das sind die neuen Prallbrecher der nächsten Generation
Mit der GIPO P 101 GIGA und GIPO P 111 GIGA präsentiert der Schweizer Hersteller zwei neue Prallbrecher, die rein elektrisch betrieben werden können.
Die Geschäftszahlen von Liebherr für 2025 erzählen die Geschichte einer scharfen konjunkturellen Wende. Während die Firmengruppe zur Jahreshälfte noch ein Umsatzplus von 23,8 % feierte und alle Produktsegmente zum Wachstum beitrugen, kehrte sich dieser Trend im zweiten Halbjahr um. Vor allem der Bereich Baumaschinen und Mining, zur Jahresmitte noch auf Rekordkurs, musste für das Gesamtjahr einen empfindlichen Umsatzrückgang von 5,5 % auf 9.345 Mio. Euro verbuchen. Nur die Segmente Spezialtiefbau und Turmdrehkrane konnten sich dem negativen Sog entziehen.
Die Stabilität des Gesamtumsatzes ist somit einzig der Stärke der diversifizierten, nicht-baubezogenen Sparten (u.a. Luftfahrt, Maritime Krane, Kältetechnik) zu verdanken, die ein beeindruckendes Wachstum von 14,7 % erzielten und so die Delle im Kerngeschäft ausgleichen konnten. Die Liebherr Gruppe insgesamt schloss das Geschäftsjahr 2025 mit einem Umsatz von 14.772 Mio. Euro ab.
Weltweite Entwicklung: Deutschland als Stabilitätsanker
Auch der Blick auf die Weltkarte erklärt die Abkühlung in der zweiten Jahreshälfte: Während wichtige Absatzregionen wie Nordamerika sowie Asien und Ozeanien spürbare Umsatzrückgänge verzeichneten, erwies sich die Europäische Union als widerstandsfähig. Das hiesige Umsatzplus wurde dabei maßgeblich von einer positiven Entwicklung im Heimatmarkt Deutschland getragen, der sich als wichtiger Stabilitätsanker erwies. Wachstumsimpulse kamen zudem aus Mittel- und Südamerika sowie aus der Region Afrika/Naher und Mittlerer Osten.
Investitionsoffensive als Antwort auf die Flaute
Liebherr nutzt die Phase der konjunkturellen Abkühlung für eine massive Investitionsoffensive in die Zukunft. 708 Mio. Euro flossen in Forschung und Entwicklung mit klaren Schwerpunkten:
- Autonomie: Mit einem autonomen Radlader und dem Prototyp eines autonomen E-Muldenkippers ("S1 Vision") zeigte Liebherr auf der Bauma 2025 die Richtung auf.
- Elektrifizierung: Das Portfolio wurde um vollelektrische Maschinen wie den Seilbagger HS 8100.2 und den Raupenbagger R 920 G8-E erweitert.
- Digitalisierung: Neue Assistenzsysteme, Energieplanungs-Software und eine einheitliche Steuerungsarchitektur ("Software Defined Machine") sollen die Effizienz auf der Baustelle steigern.
Ausbau der Liebherr-Standorte
Mit Investitionen von über einer Milliarde Euro in seine Standorte stellt Liebherr die Weichen für zukünftiges Wachstum. Besonders bemerkenswert sind der Erwerb eines über 500.000 m² großen Grundstücks in Ehingen-Berg, um die hohe Nachfrage nach Mobil- und Raupenkranen zu bedienen, sowie die umfassende Modernisierung der Turmdrehkran-Produktion in Biberach bis 2034, die mit einer Millionen-Investition verbunden ist. Auch international werden die Produktionskapazitäten, etwa in Brasilien, und die Service-Infrastruktur, wie in den USA, massiv ausgebaut.
Ausblick: 2026 als Jahr des Übergangs
Für das laufende Geschäftsjahr 2026 rechnet die Firmengruppe weiterhin mit einem herausfordernden Umfeld. Steffen Günther, Mitglied des Direktoriums, erwartet eine ausgeprägte Wachstumsphase erst ab 2027. "Bis dahin nutzen wir die Zeit, um gezielt in unsere Standorte, Innovationen und nachhaltige Lösungen zu investieren", so Günther. Trotz eines erfreulichen Auftragsbestands zum Jahresstart bleibe die Investitionsbereitschaft der Kunden in vielen Segmenten verhalten. Dank seiner dezentralen und diversifizierten Struktur ist Liebherr jedoch zuversichtlich, auch 2026 weiter wachsen zu können.
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