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Liebherr Planierraupen: Generation 8 vollständig verfügbar
Mit jedem Schub die Zukunft gestalten: Liebherr-Planierraupen der Generation 8 | Foto: Liebherr

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Mit der vollständigen Verfügbarkeit der Planierraupen der Generation 8 hat Liebherr seine aktuelle Raupenbaureihe nach oben und unten abgeschlossen. Das Programm reicht von der PR 716 G8 bis zur PR 776 G8 und deckt damit ein breites Einsatzspektrum vom präzisen Erdbau bis zu schweren Mining-Anwendungen ab. Alle Modelle werden im Werk Telfs in Österreich gefertigt, das zuletzt umfassend modernisiert wurde.

Modellpalette von 13 bis über 70 Tonnen Einsatzgewicht

Die Generation 8 umfasst mehrere Leistungsklassen mit klarer Abstufung. Die PR 716 G8 mit rund 13,3 Tonnen Betriebsgewicht ist für kompakte, präzise Arbeiten ausgelegt, etwa im Straßen- und Leitungsbau. Am oberen Ende positioniert Liebherr die PR 776 G8 mit bis zu rund 73 Tonnen Einsatzgewicht und einer Leistung von 565 kW für schwere Erdbewegungs- und Mining-Aufgaben. Dazwischen schließen PR 726, PR 736, PR 746 und PR 756 G8 die mittleren Einsatzbereiche ab und ermöglichen eine passgenaue Auswahl je nach Baustellenanforderung.

Markteinführung der Gen 8 seit 2018

Die Einführung der Generation 8 erfolgte schrittweise über mehrere Jahre. Liebherr brachte zunächst die mittleren Modelle auf den Markt und ergänzte die Baureihe anschließend nach unten und oben. Den vorläufigen Abschluss markiert die PR 776 G8, die 2024 als größtes und leistungsstärkstes Modell der Baureihe vorgestellt wurde. Damit ist das Generation-8-Programm heute über alle relevanten Gewichtsklassen hinweg verfügbar.

Hydrostatischer Antrieb: präzise Kraftübertragung ohne Schaltvorgänge

Der hydrostatische Fahrantrieb bildet das technische Rückgrat der Planierraupen der Generation 8. Anders als bei lastschaltenden Getrieben wird die Zugkraft stufenlos über geschlossene Hydraulikkreisläufe übertragen. Das ermöglicht eine kontinuierliche Anpassung von Fahrgeschwindigkeit und Schubkraft an die jeweilige Lastsituation, ohne Zugkraftunterbrechungen oder Schaltvorgänge. Vor allem bei wechselnden Bodenverhältnissen, beim Feinplanieren oder beim Arbeiten an Böschungen sorgt das System für eine gleichmäßige Kraftentfaltung und hohe Fahrstabilität. Gleichzeitig reduziert der hydrostatische Antrieb Schlupf und unnötige Energieverluste, was sich laut Hersteller positiv auf den Kraftstoffverbrauch und den Verschleiß der Komponenten auswirkt.

Assistenzsysteme und Automatisierung: konstante Qualität

Aufbauend auf der Antriebstechnik setzt Liebherr bei der Generation 8 verstärkt auf automatisierte Assistenzfunktionen. Die Systeme greifen direkt in die Maschinensteuerung ein und übernehmen wiederkehrende Regelaufgaben, etwa bei der Schildführung oder der Ripperarbeit. Ziel ist eine gleichbleibende Arbeitsqualität unabhängig von Fahrerfahrung oder Ermüdung. Die automatisierte Schildsteuerung hält definierte Schnitttiefen und Neigungen selbstständig ein, während Sensorik und Software permanent Last, Traktion und Maschinenbewegung überwachen. Ergänzend ermöglichen GNSS-gestützte Funktionen teilautomatisierte Arbeitsabläufe bis hin zur präzisen Flächenbearbeitung nach digitalen Geländemodellen. In der Summe verschiebt sich die Rolle des Fahrers stärker in Richtung Überwachung und Prozesskontrolle – ein Ansatz, der auch die Grundlage für weitergehende Automatisierung und perspektivisch ferngesteuerte Anwendungen bildet.

Liebherr setzt bei der Generation 8 verstärkt auf automatisierte Assistenzfunktionen. | Foto: Liebherr
Liebherr setzt bei der Generation 8 verstärkt auf automatisierte Assistenzfunktionen. | Foto: Liebherr

Die Maschinen sind zudem GNSS-vorbereitet und verfügen über intelligente Eco-Modi. Damit lassen sich Arbeitsprozesse teilautomatisieren und der Kraftstoffverbrauch senken. Gegenüber konventionellen Antriebskonzepten nennt Liebherr Einsparpotenziale von bis zu 20 Prozent.

Kabinenkonzept mit Fokus auf Ergonomie

Ein zentrales Entwicklungsziel der Generation 8 war der Fahrerkomfort. Die Kabinen verfügen über gefederte, voll verstellbare Sitze, großflächige Verglasung für gute Rundumsicht sowie eine optimierte Klimatisierung. Die Maschinenbedienung erfolgt über Touchscreen-Displays mit klar strukturierter Benutzerführung.

Einsatzbereiche von Feinplanie bis Schwerlast

Passgenau je nach Anforderung: die Planierraupe PR 726 G8 im Straßenbau | Foto: Liebherr
Passgenau je nach Anforderung: die Planierraupe PR 726 G8 im Straßenbau | Foto: Liebherr

Liebherr sieht die Planierraupen der Generation 8 auf Baustellen weltweit im Einsatz. Typische Anwendungen sind Infrastruktur- und Straßenbau, Bergbau, Dammbau sowie Arbeiten in Steinbrüchen. Unterschiedliche Schildvarianten – darunter gerade Schilde und 6-Wege-Schilde – ermöglichen eine Anpassung an verschiedene Bodenarten, von weichen Böden bis hin zu felsigem Untergrund. Die Maschinen sind für den Einsatz unter unterschiedlichen klimatischen Bedingungen ausgelegt, von heißen, trockenen Regionen bis zu kalten Einsatzumgebungen.

Flaggschiff: PR 776 G8 für den Mining-Einsatz

Die größte Planierraupe PR776 G8 ist für besonders Anspruchsvolle Aufgaben im Bergbau konzipiert. | Foto: Liebherr
Die größte Planierraupe PR776 G8 ist für besonders Anspruchsvolle Aufgaben im Bergbau konzipiert. | Foto: Liebherr

Als größtes Modell der Generation 8 richtet Liebherr die PR 776 G8 vor allem an den Bergbau. Die rund 70 Tonnen schwere Planierraupe wurde 2024 auf der Minexpo vorgestellt und ist laut Unternehmen inzwischen in mehreren Ländern im produktiven Einsatz. Konstruktive Überarbeitungen sollen Wartung und Zuverlässigkeit verbessern, während die Kraftstoffeffizienz auf hohem Niveau bleibt.

Die PR 776 G8 arbeitet unter anderem in Gold-, Kupfer- und Kohleminen in Nordamerika, Australien und Afrika. Ergänzt wird die Maschinentechnik durch erweiterte Assistenzsysteme für Schild- und Ripperarbeit. Perspektivisch ist das Modell zudem für den ferngesteuerten Betrieb vorgesehen: Ab 2026 sollen erste Maschinen mit dem LiReCon-System in einem chilenischen Bergbaubetrieb eingesetzt werden.

Die PR726 G8 des österreichischen Bundesheeres kann per Teleoperation ferngesteuert werden. | Foto: Liebherr
Die PR726 G8 des österreichischen Bundesheeres kann per Teleoperation ferngesteuert werden. | Foto: Liebherr

Investitionen am Liebherr-Standort Telfs

Parallel zur Einführung der Generation 8 hat Liebherr den Standort Telfs, an dem alle Liebherr-Planierraupen produziert werden, weiter ausgebaut. Nach Unternehmensangaben flossen rund 35 Millionen Euro in ein neues Logistikzentrum, ergänzt um ein Verwaltungsgebäude mit Kundenbereich sowie Investitionen in Forschung und Entwicklung. Damit sollen die Produktionskapazitäten erhöht, die Lieferzeiten verkürzt und die Fertigung auf weiteres Wachstum ausgerichtet werden.

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