Gotthard-Tunnel
Maschineller Vortrieb erreicht erstes Etappenziel im Nordlos
Beim Bau der zweiten Röhre des Gotthard-Straßentunnels hat die Arge Secondo Tubo einen Etappensieg erlangt: Die Tunnelbohrmaschine erreichte nach 3,8 Kilometern Vortrieb den Durchbruch in die Störzone Nord. Von dort aus stehen nun weitere vier Kilometer in Richtung Süden an.

Im Auftrag des Schweizer Bundesamts für Strassen (Astra) treibt die Arge Secondo Tubo, bestehend aus den Bauunternehmen Implenia und Frutiger, den nördlichen Abschnitt der neuen Alpenquerung voran. Nach dem Start im Februar 2025 in Göschenen erreichte der maschinelle Tunnelbau am 29. April 2026 die sogenannte Störzone Nord. Dieser rund 400 Meter lange Tunnelabschnitt wurde aufgrund der prognostizierten schwierigen Geologie bereits vorab konventionell ausgebrochen.
Die Tunnelbauer werden die Maschine in den kommenden Wochen durch diese Kaverne transportieren und gleichzeitig Wartungsarbeiten für den weiteren Vortrieb durchführen. Martin Herrenknecht, Vorstandsvorsitzender des gleichnamigen Maschinenherstellers, lobt die bisherige Arbeitsleistung: „Bis zu 32 Meter pro Tag – das ist eine toughe Leistung der Vortriebsmannschaften im knallharten Gotthard-Fels.“
Massiver Verschleiß durch Granit und Quarz
Die geologischen Bedingungen verlangten Mensch und Material in den vergangenen Monaten einiges ab. Die Mineure sahen sich auf den ersten knapp vier Kilometern teils stark quarzhaltigen Zonen und hartem, blockigem Granit gegenüber.
Dies führte zu einem außerordentlich hohen Verschleiß der im Bohrkopf montierten Schneidrollen. Deren regelmäßiger Austausch erforderte eine eng abgestimmte Baustellenlogistik, um den Vortrieb nicht ins Stocken geraten zu lassen. Zum Einsatz kommt im Nordlos eine speziell auf Hartgestein ausgelegte Einfachschild-Tunnelbohrmaschine (TBM).
Südvortrieb nimmt im Mai wieder Fahrt auf
Parallel zu den Arbeiten im Norden schreitet auch der von Süden kommende Vortrieb für die zweite Röhre voran. Den Zuschlag für dieses Los hat die Marti AG erhalten, die ebenfalls eine TBM einsetzt. Diese Maschine wurde zuletzt kontrolliert gestoppt, um eine definierte Tunnellänge konventionell auszubrechen. Nach weitgehendem Abschluss dieser Vorarbeiten soll der maschinelle Vortrieb in Richtung Norden ab Mitte Mai 2026 wieder aufgenommen werden.
Für den Maschinenhersteller Herrenknecht ist das Gotthardmassiv vertrautes Terrain: Bereits zwischen 2003 und 2011 lieferte das Unternehmen vier Maschinen für den Bau des Gotthard-Basistunnels für den Eisenbahnverkehr. Damit wurden damals insgesamt 85 Kilometer Tunnel in den Berg gebohrt.
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