Baukonjunktur
Trügerisches Plus: Umsätze steigen, Aufträge brechen ein

Die Bauwirtschaft atmet kurz auf: Der Umsatz ist im März real um 2,5 Prozent gestiegen. Doch die Freude währt nicht lange, denn parallel brachen die Neuaufträge um 7,7 Prozent ein. Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe warnt vor einer trügerischen Sicherheit.

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Das Statistische Bundesamt meldet für den März 2026 ein reales Umsatzplus von 2,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Nominal stiegen die Erlöse um 5,3 Prozent auf 9,2 Milliarden Euro. Gleichzeitig sackte der reale Auftragseingang jedoch um 7,7 Prozent ab.
ZDB warnt vor der Lücke von morgen
Für Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe (ZDB), ist diese Schere ein klares Warnsignal. Er warnt davor, die Zahlen falsch zu deuten: „Der Umsatz spiegelt laufende Projekte wider, der Auftragseingang zeigt die Zukunft. Und die gibt Anlass zur Sorge.“ Die aktuellen Einnahmen resultieren demnach aus alten Verträgen, die die Betriebe nun abarbeiten. Der fehlende Nachschub an neuen Projekten reißt jedoch eine absehbare Lücke in die Bilanzen der kommenden Monate.
Sparten entwickeln sich völlig unterschiedlich
Während der Hochbau im März im Vorjahresvergleich ein reales Auftragsplus von 9,9 Prozent verbuchte, stürzte der Tiefbau um 20,1 Prozent ab. Dieser Trend bestätigt sich auch im kurzfristigen Vormonatsvergleich: Von Februar auf März 2026 legten die Bestellungen im Hochbau um 9,2 Prozent zu, während der Tiefbau ein Minus von 10,7 Prozent verbuchte. Das Statistische Bundesamt weist zudem darauf hin, dass der Auftragseingang im weniger schwankungsanfälligen Dreimonatsvergleich (Januar bis März) branchenübergreifend um 1,6 Prozent gesunken ist.
Beschäftigung bleibt vorerst stabil
Trotz der schwindenden Aufträge halten die größeren Betriebe bislang an ihrem Personal fest oder bauen sogar aus. Im März 2026 stieg die Zahl der im Bauhauptgewerbe tätigen Personen im Vergleich zum Vorjahr um 1,6 Prozent auf rund 545.000 an. Angesichts der schrumpfenden Auftragsbücher wird die Branche dieses Personalniveau jedoch nur halten können, wenn die Nachfrage bald wieder anzieht.
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