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Wirtschaft und Politik/

Baukonjunktur Mai 2026: Öffentliche Aufträge steigen, Wohnungsbau schrumpft

Baukonjunktur Mai 2026: Öffentliche Aufträge steigen, Wohnungsbau schrumpft
Die Mai-Zahlen für das Bauhauptgewerbe zeigen: Reale Aufträge sind insgesamt leicht im Plus, aber es gibt weiter keine Entspannung beim Wohnungsbau. Hier: Neubauten in Hildesheim. | Foto: Vandersanden

Die aktuellen Zahlen zur Baukonjunktur für Mai 2026 zeigen ein zweigeteiltes Bild. Während der Auftragseingang im Bauhauptgewerbe real um 3,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat stieg, verzeichnet der Wohnungsbau weitere Rückgänge. Die Branchenverbände Bauindustrie und ZDB fordern schnellere Genehmigungsverfahren und verlässliche Finanzierungsrahmen.

Nach aktuellen Daten des Statistischen Bundesamtes verzeichnete das Bauhauptgewerbe im Mai 2026 einen Anstieg beim Auftragseingang von real 3,3 Prozent gegenüber dem Vormonat. Für die ersten fünf Monate des Jahres steht branchenübergreifend jedoch weiterhin ein leichtes Minus zu Buche. Die aktuellen Zuwächse werden primär vom öffentlichen Sektor getragen, während private und gewerbliche Investoren angesichts schwieriger Finanzierungsbedingungen zurückhaltend agieren.

Öffentliche Bauaufträge: Warnung vor dem Verwaltungsstau

Der öffentliche Bau meldete im Mai ein nominales Orderplus von 22,7 Prozent im Vorjahresvergleich, angetrieben durch den öffentlichen Hochbau und den sonstigen Tiefbau. Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe (ZDB), ordnet diese Zahlen jedoch vorsichtig ein: „Die Betriebe sehen derzeit noch keinen signifikanten Aufwuchs in ihren Auftragsbüchern.“ Das Plus resultiere stark aus einzelnen Großprojekten und einem niedrigen Vorjahresniveau.

Auch Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des Verbands Bauindustrie, bestätigt, dass die erwarteten Impulse durch das Sondervermögen noch nicht vollumfänglich im Markt angekommen seien. Pakleppa mahnt eine Beschleunigung durch das Infrastruktur-Zukunftsgesetz an: Die Planungs- und Genehmigungsverfahren müssten spürbar schneller werden, „sonst verpuffen die zusätzlichen Mittel im Verwaltungsstau.“

Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des Verbands Bauindustrie. | Foto: HDB
Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des Verbands Bauindustrie. | Foto: HDB

Fehlender Wohnraum ist der Sprengstoff unseres gesellschaftlichen Miteinanders. Die Brisanz muss die Politik ernst nehmen.

Tim-Oliver Müller, Verband Bauindustrie

Krise Wohnungsbau: Fehlende Planungssicherheit bremst Auftragsentwicklung

Der Wohnungsbau erweise sich weiterhin als „Sorgenkind", wie Müller betont. Nach einer kurzen Belebung im April sanken die Auftragseingänge im Mai erneut. Zwar wuchs der Umsatz laut ZDB noch um 2,7 Prozent, dies sei jedoch ein Nachlaufeffekt. Pakleppa warnt: „Der positive Umsatz darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Wohnungsbau weiter unter Druck steht, denn er wird derzeit noch vom Auftragsbestand getragen.“ Von einer nachhaltigen Erholung könne keine Rede sein.

ZDB-Hauptgeschäftsführer Felix Pakleppa. | Foto: Tobias Koch
ZDB-Hauptgeschäftsführer Felix Pakleppa. | Foto: Tobias Koch

Als Hauptursachen gelten die schwierigen Finanzierungsbedingungen sowie unklare politische Vorgaben. Der ZDB kritisiert, dass der Bund für 2027 weniger Fördermittel für den Neubau plane als im laufenden Jahr. Auch Müller fordert transparente Förderlandschaften und verweist auf die gesellschaftliche Dimension: „Fehlender Wohnraum ist der Sprengstoff unseres gesellschaftlichen Miteinanders. Die Brisanz muss die Politik ernst nehmen.“

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Auftragsentwicklung Bauwirtschaft: Baukosten dämpfen Umsatz

Trotz der partiellen Auftragszuwächse im Mai 2026 sanken die realen Umsätze der Bauunternehmen laut Bauindustrie um 2,1 Prozent. Treiber dieser Entwicklung bleiben die Baupreise, die je nach Bauwerk spürbar über dem Vorjahresniveau lagen. Neben den anhaltend hohen Material- und Lohnkosten verweist die Bauindustrie auf geopolitische Unsicherheiten, die bei einigen Großprojekten zu Verzögerungen in der Umsetzung führen.

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