Ostdeutschland sendet erste Stabilisierungssignale
Das ostdeutsche Bauhauptgewerbe hat 2025 die konjunkturelle Talfahrt vorerst gestoppt. Wie die Jahresergebnisse für Betriebe mit 20 und mehr Beschäftigten zeigen, legten die Auftragseingänge real deutlich zu, während die Umsätze nominal das Vorjahresniveau leicht übertrafen. Preisbereinigt stagnierten die Erlöse jedoch.

„Die Nachfrage nach Bauleistungen hat 2025 insgesamt angezogen. Die Bautätigkeit wird dem zeitlich versetzt folgen, so dass die bisherige konjunkturelle Abwärtsbewegung im Grunde gestoppt werden konnte“, erklärte Robert Momberg, Hauptgeschäftsführer des Bauindustrieverband Ost e. V. (BIVO).
Aufträge ziehen in Ostdeutschland kräftig an
Das Gesamtauftragsvolumen belief sich 2025 laut BIVO auf rund 22,4 Mrd. Euro. Nominal entspricht das einem Plus von 15,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr, real stieg die Nachfrage um 12,3 Prozent.
Treiber war vor allem der Wirtschaftsbau: Mit 10,9 Mrd. Euro lag der Auftragseingang hier nominal 26,7 Prozent über dem Vorjahreswert. Auch der Wohnungsbau verzeichnete mit 3,5 Mrd. Euro ein deutliches Plus von 29,3 Prozent. Im öffentlichen Bau stagnierten die Bestellungen dagegen bei 8,0 Mrd. Euro (-0,2 Prozent nominal), real gingen sie zurück. Besonders im Straßenbau zeigte sich Zurückhaltung: Hier sanken die Aufträge um 6,4 Prozent auf 3,7 Mrd. Euro.
Momberg sieht darin ein strukturelles Problem: „Die Stagnation im öffentlichen Bau verdeutlicht die strukturelle Schwäche der ostdeutschen Baukonjunktur, da die Bautätigkeit weiterhin überwiegend von der privaten Nachfrage getragen wird.“
Ostdeutsche Baukonjunktur: Umsätze real leicht rückläufig
Die Umsatzerlöse des Bauhauptgewerbes summierten sich 2025 auf 23,6 Mrd. Euro. Nominal entspricht das einem Zuwachs von 3,3 Prozent, preisbereinigt ergibt sich jedoch ein leichter Rückgang von 0,3 Prozent.
Ein reales Plus erzielte allein der Wirtschaftsbau. Mit 11,0 Mrd. Euro lag der Umsatz hier nominal 8,1 Prozent über dem Vorjahr. Der öffentliche Bau wuchs lediglich nominal auf knapp 8,6 Mrd. Euro (+2,3 Prozent). Im Straßenbau gingen die Erlöse um 1,3 Prozent auf 3,8 Mrd. Euro zurück. Deutlich rückläufig entwickelte sich der Wohnungsbau: Mit 4,0 Mrd. Euro verfehlte er das Vorjahresergebnis nominal um 6,2 Prozent.
„Während Wirtschaftsbau und öffentlicher Bau die Bautätigkeit tragen, bleibt der Wohnungsbau trotz hoher Nachfrage nach Wohnraum noch deutlich hinter einer notwendigen dynamischen Entwicklung zurück“, so Momberg.
Regionale Unterschiede deutlich
In Berlin und Brandenburg stiegen die Auftragseingänge 2025 teils sprunghaft, was allerdings auch auf statistische Sondereffekte durch eine Erweiterung des Berichtskreises zurückzuführen ist. Berlin verzeichnete ein nominales Auftragsplus von 53,7 Prozent, Brandenburg sogar von 64,0 Prozent. Real legten beide Länder ebenfalls deutlich zu.
Sachsen bewegte sich beim Auftragseingang nominal auf Vorjahresniveau, real ergab sich ein Rückgang. Wachstum kam hier vor allem aus dem Wirtschaftsbau, während der öffentliche Bau spürbar nachgab.
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Sachsen-Anhalt meldete hingegen rückläufige Auftragseingänge (-1,6 Prozent nominal). Besonders stark betroffen war der öffentliche Bau mit einem Minus von 19,8 Prozent. Auch im Wohnungsbau gingen die Bestellungen zurück, während der Wirtschaftsbau zulegen konnte.
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