Mecklenburg-Vorpommern rutscht weiter ab
Die Bauwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern bleibt deutlich hinter der Entwicklung im Bund zurück. Während deutschlandweit Auftragseingänge und Umsätze steigen, verzeichnet das Land bis September real deutliche Rückgänge – vor allem im Wohnungsbau.

Mecklenburg-Vorpommern entwickelt sich 2025 deutlich schwächer als die deutsche Bauwirtschaft insgesamt, die baukonjunkturelle Entwicklung der ersten acht Monate setzte sich im September fort. Nach neuen Daten des Statistischen Landesamts und des Statistischen Bundesamts liegt der Auftragseingang im Land in den ersten neun Monaten real 4,9 Prozent unter dem Vorjahr, während bundesweit ein Plus von 7,8 Prozent und damit der höchste Stand seit 2022 erreicht wurde.
Auch beim Umsatz zeigt sich ein ähnliches Bild: Mecklenburg-Vorpommern verzeichnet ein preisbereinigtes Minus von 6,2 Prozent, bundesweit dagegen ein Plus von 1,5 Prozent.
Umsatz: Positiver September, schwaches Gesamtjahr
Im September stieg der Umsatz zwar um 7,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Dieser Zuwachs basiert jedoch auf sehr niedrigen Vorjahreswerten. Wirtschaftsbau (+13,9 %), Öffentlicher Bau (+9,9 %) und Tiefbau (+8,6 %) meldeten die stärksten prozentualen Anstiege.
Schwach blieben Hochbau (+5,2 %) und Wohnungsbau (-10,7 %). Laut Dr. Jörn-Christoph Jansen, Hauptgeschäftsführer des Bauverbandes Mecklenburg-Vorpommern, spiegelt sich die positive Entwicklung bei den Baugenehmigungen noch nicht im Umsatz wider. Das liege auch daran, dass in den monatlichen Zahlen nur Betriebe mit 20 und mehr Beschäftigten erfasst werden, während Einfamilienhäuser überwiegend von kleineren Unternehmen gebaut werden.
Auftragseingänge: Wohnungsbau bricht ein
Der Auftragseingang lag im September mit -1,9 Prozent erneut unter dem Vorjahr. Zwar meldete der Wirtschaftsbau einen starken Zuwachs von 59,1 Prozent, doch dieser werde durch deutliche Rückgänge in anderen Sparten überlagert, hieß es vom Bauverband. Der Wohnungsbau liegt mit -34,7 Prozent besonders deutlich im Minus, ebenso Öffentlicher Bau (-24,7 %) und Hochbau (-13 %). Der Tiefbau (+4,5 %) meldet nur geringe Zugewinne.
Die vom Land bereitgestellten Fördermittel im Wohnungsbau reichten offenbar nicht aus, um eine Trendumkehr auszulösen, so Jansen. Selbst der traditionell starke Tief- und Straßenbau weise kumuliert negative Auftragseingänge auf. Zugelich würden betriebliche Abläufe und die wirtschaftliche Entwicklung von maroden Straßen und Brücken behindert. Jansen fordert, schnell baureife Projekte aus dem Sondervermögen zu starten.
Im Bau kennen wir uns aus!
Für Sie bauen wir unseren Newsletter mit den relevantesten Neuigkeiten aus der Branche.
Gleich abonnieren!


Baukonjunktur zieht nicht flächendeckend an
Insgesamt zieht auch die Baukonjunktur in Ostdeutschland an, allerdings nicht flächendeckend. Die Nachfrage in Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt lag von Januar bis September 2025 deutlich über dem Vorjahresniveau. Impulse gab es vor allem aus dem Wirtschaftsbau, aber auch der Wohnungsbau legte zu.
Neueste Beiträge:
Meistgelesene Artikel
Jetzt Ausschreibungen finden
Wählen Sie eine Leistungsart, die Sie interessiert.


Bau


Dienstleistung


Lieferung
Verwandte Bau-Stichworte:
Top Bau-Stichworte:
Jetzt zum Newsletter anmelden:
Lesen Sie Nachrichten zu Bauwirtschaft und Baupolitik aus erster Hand. Plus: Hoch-, Tief- und Straßenbau.






