Ostdeutschlands Bauwirtschaft zieht an – aber nicht flächendeckend
Die Nachfrage nach Bauleistungen in Ostdeutschland lag von Januar bis September 2025 deutlich über dem Vorjahresniveau, wie der Bauindustrieverband Ost (BIVO) auf Grundlage der aktuellen Daten des Statistischen Bundesamts berichtet. Gleichzeitig betont der Verband, dass der Anstieg vor allem durch einzelne industrielle Großprojekte in Brandenburg verursacht sei und sich nicht als breiter Konjunkturaufschwung interpretieren lasse.

Nach Angaben des BIVO stieg das Gesamtauftragsvolumen im ostdeutschen Bauhauptgewerbe auf über 16,8 Milliarden Euro. Das entspricht einem realen Plus von 12,6 Prozent. Besonders der Wirtschaftsbau habe kräftige Impulse gesetzt und ein nominales Wachstum um gut ein Drittel auf 8,6 Milliarden Euro verzeichnet.
Auch der Wohnungsbau legte laut Verband um 13,9 Prozent zu. Im öffentlichen Bau dagegen seien die Bestellungen um 1,1 Prozent zurückgegangen. Der Straßenbau habe mit einem Rückgang um 10,4 Prozent besonders geschwächelt. Insgesamt spreche dies laut BIVO für eine Belebung, die fast ausschließlich vom Wirtschaftsbau getragen werde.
Umsatz: Reale Erlöse gehen zurück
Beim Umsatz meldet der Verband für die ersten drei Quartale Erlöse von knapp 16,2 Milliarden Euro. Preisbereinigt bedeutet das einen Rückgang um 2,5 Prozent. Der Wohnungsbau hat nominal 8,2 Prozent verloren, und auch der öffentliche Bau hat laut BIVO keine positiven Impulse geliefert. Lediglich im Straßenbau seien die Rückgänge mit 1,7 Prozent vergleichsweise moderat ausgefallen.
Robuste Zuwächse meldet der BIVO erneut für den Wirtschaftsbau, dessen Umsatz auf fast 7,5 Milliarden Euro gestiegen ist.
Regionale Unterschiede: Vier Länder, vier Entwicklungen
Berlin: Starke Aufträge, reales Umsatzminus
Für Berlin berichtet der Verband einen realen Anstieg des Auftragseingangs um 25,4 Prozent. Vor allem Wohnungsbau und öffentlicher Bau hätten kräftig zugelegt. Beim Umsatz weist der BIVO jedoch auf ein reales Minus von 3 Prozent hin, trotz leichter nominaler Zuwächse.
Brandenburg: Großprojekte dominieren den Markt
Brandenburg zeigt laut BIVO die stärksten Zuwächse im gesamten Verbandsgebiet. Der Auftragseingang sei real um mehr als 82 Prozent gestiegen, insbesondere durch den boomenden Wirtschaftsbau. Beim Umsatz meldet der Verband hingegen einen realen Rückgang von 5,6 Prozent – verursacht durch Schwächen im öffentlichen Bau.
Sachsen: Leichtes Plus bei Aufträgen
In Sachsen registriert der Verband einen realen Zuwachs des Auftragseingangs von 0,8 Prozent. Dieses Wachstum gehe ausschließlich auf den Wirtschaftsbau zurück. Wohnungsbau und öffentlicher Bau hätten dagegen nominal verloren. Der Umsatz sei zwar nominal gestiegen, real jedoch leicht rückläufig.
Sachsen-Anhalt: Öffentlicher Bau bremst deutlich
Sachsen-Anhalt verzeichnet laut BIVO einen real rückläufigen Auftragseingang von 2,9 Prozent. Besonders der öffentliche Bau und der Straßenbau hätten starke Einbußen erlitten. Der Wirtschaftsbau hingegen habe nominal deutlich zugelegt. Beim Umsatz liege das Land real etwa auf Vorjahresniveau.
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Aufschwung bleibt laut BIVO einseitig
Der Verband sieht im aktuellen Auftragseingang Hinweise auf mögliche Umsatzsteigerungen im weiteren Jahresverlauf. Gleichzeitig betont BIVO jedoch die starke Abhängigkeit von wirtschaftlichen Großprojekten. Da sowohl der öffentliche Bau als auch der Wohnungsbau real schwächeln, wertet der Verband die ostdeutsche Baukonjunktur bislang nicht als Erholung auf breiter Basis.
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