Atlas-Insolvenz
Buhler Versatile übernimmt den Traditions-Hersteller

Rettung in der Eigenverwaltung: Die Atlas-Gruppe hat ihr Insolvenzverfahren erfolgreich beendet. Der kanadische Landmaschinenhersteller Buhler Versatile übernimmt den operativen Geschäftsbetrieb des Bagger-Spezialisten aus Ganderkesee. Für einen Großteil der Beschäftigten gibt es damit wieder eine Perspektive.

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Rund vier Monate nach dem Insolvenzantrag im Februar 2026 hat die Atlas-Gruppe eine tragfähige Zukunftslösung gefunden. Mit dem Einstieg des strategischen Investors Buhler Versatile wird das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung erfolgreich abgeschlossen. Die Vereinbarung sieht vor, dass die Kanadier sämtliche Vermögenswerte der operativ tätigen Gesellschaften übernehmen – darunter die Atlas GmbH, die Atlas Spare Parts GmbH, die Atlas Group Services GmbH sowie die Atlas Kompakt GmbH. Der Kaufvertrag soll am 8. Juni in Hamburg notariell beurkundet werden.
Synergien mit Agrar- und Baumaschinen-Konzern
Der neue Eigentümer Buhler Versatile ist Teil der türkischen Asko Group, einer familiengeführten Industrieholding mit über 2.500 Mitarbeitern. Asko ist bereits auf den Märkten in Nordamerika und der Türkei im Agrar- und Baumaschinensektor aktiv.
Mit dem Erwerb von Atlas baut die Gruppe ihre Präsenz auf dem europäischen Markt strategisch aus. Atlas bringt ein etabliertes Händlernetzwerk und ein starkes Portfolio im Mobilbagger- und Ladekransegment in den Verbund ein. Über den Kaufpreis des operativen Geschäftsbetriebs vereinbarten die beteiligten Parteien Stillschweigen.
Erfolgreiche Sanierung durch Eigenverwaltung
Die Eigenverwaltung hatte sich als das richtige Instrument erwiesen, da das Insolvenzgericht bereits im Februar eine positive Fortführungsprognose attestiert hatte. Unterstützt wurde die Atlas-Geschäftsführung im Verfahren von den Sanierungsexperten der Kanzlei Kösterberner, während Hendrik Gittermann (Kanzlei Reimer) als Sachwalter agierte. Den M&A-Prozess begleitete die Beratungsgesellschaft PwC.
Der Vollzug der Übernahme steht noch unter dem Vorbehalt kartellrechtlicher Genehmigungen nach dem Außenwirtschaftsgesetz sowie abschließender Verhandlungen mit dem Betriebsrat.
Zukunft der Arbeitsplätze noch Verhandlungssache
Wie viele der rund 400 Arbeitsplätze an den Standorten konkret erhalten bleiben, steht zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht fest. In der offiziellen Erklärung des Unternehmens ist von der Absicht die Rede, einen „erheblichen Teil“ der Belegschaft zu übernehmen. Der endgültige Erhalt der Arbeitsplätze steht unter dem Vorbehalt von Personalmaßnahmen, die in den kommenden Wochen mit dem Betriebsrat verhandelt werden müssen.
Ende einer zweijährigen Insolvenz-Krise
Der Bagger-Spezialist aus Ganderkesee steckte seit rund zwei Jahren in einer tiefen Krise, verschärft durch die schwache Baukonjunktur und interne Spannungen. Der im Februar eingeleitete Insolvenzantrag beim Amtsgericht Delmenhorst kam für den Betriebsrat und die Gewerkschaft IG Metall damals unerwartet, da kurz zuvor noch über Kurzarbeit verhandelt worden war. Zudem war das Verhältnis zur früheren Eignerfamilie Filipov historisch zerrüttet.
Mit der Insolvenz in Eigenverwaltung wurde jedoch ein neues Führungstrio um Lubomir Litchev, Uri Toudjarov und Volker Walter eingesetzt, was den Weg für einen kommunikativen Neustart ebnete.
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