E-Baumaschinen
LiuGong baut deutsches Händlernetz mit Zecon aus

Wenn chinesische Baumaschinenhersteller in Europa dauerhaft Erfolg haben wollen, entscheidet vor allem ein schlagkräftiges Servicenetz. Der Baumaschinenriese LiuGong stellt nun die Weichen im süddeutschen Markt: Über die neu gegründete Zecon Baumaschinen dockt der Hersteller an das dichte Händlernetz der Hoch Gruppe an.

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Für chinesische Baumaschinenhersteller gilt auf dem anspruchsvollen europäischen Markt eine zentrale Grundregel: Ohne ein engmaschiges, verlässliches Händler- und Servicenetz vor Ort lassen sich Bauunternehmen und Flottenbetreiber kaum von neuen Marken überzeugen. Reine Preisvorteile reichen im Wettbewerb nicht aus, wenn Werkstätten, schnelle Ersatzteilversorgung und anwendungsorientierte Beratung fehlen. Genau an dieser neuralgischen Schnittstelle setzt der chinesische Hersteller LiuGong an und baut seine Vertriebs- und Servicestrukturen in Süddeutschland aus.
Zecon übernimmt Exklusivvertrieb in Baden-Württemberg
Als strategischer Partner fungiert die Hoch Gruppe, die mit ihren traditionsreichen Handelsgesellschaften Hoch Baumaschinen und Kohrmann Baumaschinen über 17 Standorte sowie einen Mietpark von rund 2.000 Maschinen verfügt. Über die neu gegründete Gesellschaft Zecon Baumaschinen GmbH mit Hauptsitz in Steinach übernimmt die Gruppe als Vertragshändler den Direktvertrieb für das gesamte elektrische Baumaschinenportfolio von LiuGong in Baden-Württemberg. Neben den Maschinen selbst umfasst das Angebot auch die passende Ladeinfrastruktur, Wartungsverträge sowie technische Anwendungsberatung.
Schwere E-Maschinen rücken ins Zentrum

Während die Elektrifizierung im Baumaschinensektor lange Zeit auf Minibagger und kompakte Radlader beschränkt war, zielt das Programm von LiuGong auf die schweren Leistungsklassen ab. Aushängeschild ist der elektrische Radlader 856HE, der mit einer 423-kWh-LFP-Batterie ausgerüstet ist. Der Hersteller gibt die Einsatzzeit mit bis zu 11,7 Stunden im leichten und 8,6 Stunden im schweren Betrieb an; an einer 240-kW-Schnellladesäule lässt sich die Maschine in rund 1,7 Stunden füllen. Ergänzt wird die Flotte durch den 24 Tonnen schweren E-Muldenkipper 4280DE mit 123 kN Scharzugkraft sowie Garantiezusagen von fünf Jahren beziehungsweise 10.000 Betriebsstunden auf Batterie, Motor und Steuerung.
Einsatzprofil schlägt Reichweite
„Kunden fragen uns nicht mehr nur, ob Elektro grundsätzlich funktioniert, sondern ob es zu ihrer konkreten Anwendung passt“, erklärt der Geschäftsführer der Handelsgruppe, Dr. Nino Hoch. Ein wirtschaftlicher Betrieb hänge nicht von reinen Datenblattwerten ab, sondern vom realen Arbeitszyklus: Tonnage, Fahrstrecken, Materialgewicht und planbare Ladefenster entscheiden über den Erfolg. Vor allem in stationären Betrieben wie Kieswerken, Recyclinghöfen, Baustofflagern oder innerstädtischen Baustellen rechnen sich die schweren Stromer, während bei häufigen Umsetzungen ohne Netzkapazität Dieselantriebe weiterhin erste Wahl bleiben.
Praxistest auf der Baustelle statt Datenblatt
Um die tatsächliche Rentabilität vor einer Investition abzusichern, setzt der Händler auf kostenlose, mehrtägige Praxiseinsätze direkt auf der Baustelle der Interessenten statt auf vorbereitete Vorführgelände. Den Nutzen bestätigt unter anderem die Hansmann Kranvermietung und Restholzzerkleinerung aus Haslach beim Umschlag von Hackgut mit dem Radlader 848TE: „Wer den ganzen Tag Hackschnitzel und Restholz bewegt, braucht Leistung – nicht nur auf dem Papier. Der LiuGong 848TE liefert die Kraft sofort, fährt sich angenehm direkt und arbeitet dabei erstaunlich leise. Elektro und harter Arbeitseinsatz? Für uns passt das überraschend gut zusammen“, berichtet Geschäftsführer Stefan Hansmann.
Betriebskosten je Tonne als Entscheidungskriterium
„Entscheidend ist nicht die theoretische Reichweite, sondern die Wirtschaftlichkeit im realen Einsatz“, sagt der Vertriebsleiter der Zecon Baumaschinen GmbH, Martin Wurst. Erst wenn nach den Testtagen feststehe, was eine produktive Maschinenstunde oder eine Tonne bewegtes Material tatsächlich koste, liege eine belastbare Grundlage für den Maschinenkauf vor. Mit der Allianz aus industrieller Großserienfertigung und regional verankertem Händlerservice will LiuGong die Marktdurchdringung schwerer E-Baumaschinen in Deutschland nachhaltig beschleunigen.
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