Spezialtiefbau
Großauftrag in Algerien: Zehn Bauer RB 50 für den Brunnenbau in der Sahara

Wenn Staub, Sahara-Sand und extreme Temperaturen von über 49 °C auf einen gnadenlosen Zeitplan treffen, stößt herkömmliche Maschinentechnik schnell an ihre Grenzen. Im Süden Algeriens müssen zehn mobile Universalbohranlagen von Bauer im Akkord hunderte Tiefbrunnen in den Wüstenboden treiben – ein logistischer und technischer Kraftakt der Extraklasse.

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Die nackten Zahlen des Projekts in der algerischen Provinz Adrar klingen gigantisch: Auf einer Fläche von rund 219.000 Hektar entsteht mitten in der Sahara ein integrierter Milch- und Viehzuchtkomplex der Baladna-Gruppe. Um die künftigen Futteranbauflächen überhaupt bewässern zu können, müssen in der ersten Phase innerhalb von nur zwei Jahren sage und schreibe 710 Tiefbrunnen gebohrt werden. Die Bauer Maschinen GmbH aus Schrobenhausen lieferte dafür ein ganzes Flottenpaket aus zehn mobilen Universalbohranlagen vom Typ RB 50 inklusive kompletter Bohrausrüstung und Spülungsaufbereitung in den Norden Afrikas.
Bohren bei Extremtemperaturen
Die geologischen und klimatischen Bedingungen vor Ort fordern den Maschinen alles ab. Die Brunnen erschließen das Grundwasser im sogenannten „Continental Intercalaire“, einem riesigen unterirdischen Sedimentbecken der Sahara. Die Bohrungen führen durch Sandsteine, Sande und Kiese, die von zähen Tonschichten unterbrochen werden – eine Geologie, die einen ständigen Wechsel der Bohrverfahren verlangt. Erschwerend hinzu kommen Lufttemperaturen, die im Sommer die 49-Grad-Marke überschreiten, extreme Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht sowie feiner Wüstensand, der sich in jede Dichtung setzt.
Modularer Allrounder für wechselnde Bohrverfahren

Um flexibel auf die wechselnden Bodenschichten reagieren zu können, nutzt der Betreiber die vielseitige Auslegung der RB 50. Die mobilen Universalbohranlagen, die Bauer seit über 25 Jahren in Nordafrika einsetzt, bohren in Adrar bis zu 350 Meter tief. Je nach geologischem Widerstand wechseln die Bohrmannschaften zwischen dem klassischen Direktspülbohren, dem Umkehrspülbohren und dem hochproduktiven Im-Loch-Hammer-Bohren. Die modulare Bauweise der bayerischen Anlagen ermöglichte es, das Equipment perfekt auf diese Sahara-Spezifikationen zuzuschneiden.
Logistischer Kraftakt bei der Auslieferung
Neben der reinen Bohrleistung entschied vor allem das Liefertempo über den Zuschlag. Der Großauftrag wurde erst Anfang September 2025 erteilt, aber schon Mitte November nahm die erste Anlage in Algerien den Betrieb auf. Innerhalb von nur 28 Wochen lieferte das Bauer-Werk alle zehn Bohranlagen mitsamt Zubehör aus. Für den reibungslosen Betrieb sorgt ein maßgeschneidertes Service-Paket des Herstellers. „Entscheidend ist, dass Anlagen, Ausrüstung, Ersatzteile und Service in Verbindung mit dem Bauer-Know-how über die gesamte Einsatzdauer zusammenspielen“, sagt Mohamed Saadi, Geschäftsführer der Bauer Equipment Maghreb.
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