Baumaschinen-Antriebe
XCMG: "Die Vorteile liegen klar bei elektrischen Maschinen"

Nach der Skepsis von Prof. Will zur Antriebswende am Bau reagiert auch XCMG. Der Baumaschinenhersteller sieht die batterieelektrische Maschine im Gegensatz zur Wissenschaft fest im Markt verankert. Regional Sales Manager Wilhelm Laven erklärt im Interview, warum die Zukunft nicht nur rein elektrisch, sondern auch hybrid wird.
bau.bi hat jüngst mit Prof. Frank Will von der TU Dresden über die Herausforderungen bei alternativen Antrieben gesprochen. Wir haben bei Wilhelm Laven, Regional Sales Manager Nord für XCMG European Sales and Services, nachgefragt, wie der chinesische Hersteller den Technologie-Umbruch in der Praxis bewertet.
bau.bi: Inwieweit teilen Sie bei XCMG die Meinung von Prof. Will oder sind Sie anderer Meinung?
Wilhelm Laven: Professor Will zeichnet ein sehr umfassendes Bild der Antriebstechnologien der kommenden Jahre. Dem Gedanken, dass sich die Techniken künftig stärker differenzieren werden, stimmen wir vollkommen zu. Als Hersteller erkennen wir jedoch bereits heute sehr deutlich das zunehmende Bekenntnis vieler Anwender zur batterieelektrischen Maschine. Insbesondere Anwendungen im teilstationären Bereich wie Umschlag, Recycling oder Bioenergie bieten ideale Voraussetzungen, da der Strom direkt am Einsatzort bereitgestellt werden kann. Zudem achten Baustellen im städtischen Umfeld immer stärker auf reduzierte Geräusch- und Geruchsemissionen – etwa bei Indoor-Abbrucharbeiten.
Parallel dazu steht die Entwicklung hybrider Maschinen. Kleine Verbrennungsmotoren versorgen hierbei elektrische Antriebe und ermöglichen Kraftstoffeinsparungen von bis zu 60 Prozent. Diese Maschinen arbeiten weitgehend unabhängig von der Ladeinfrastruktur. Nachgetankt wird klassisch, während der Motor im optimalen Drehmomentbereich arbeitet und gleichzeitig die Batterie für Fahrantriebe und Hydrauliksysteme speist. Für uns ist die elektrische Maschine bereits heute klar im Markt angekommen. Wasserstoff wird langfristig stark von Transport- und Infrastrukturkonzepten abhängen, E-Fuels werden ihren Beitrag leisten, bestehende Maschinen weiter wirtschaftlich zu betreiben.
bau.bi: Welche alternativen Antriebe favorisiert XCMG und warum?
Wilhelm Laven: Wir sehen die Vorteile heute klar bei elektrischen Maschinen und perspektivisch zusätzlich bei hybriden Lösungen. Die Erfahrungen weltweit zeigen, dass sich – je nach Maschine und Einsatzprofil – Einsatzzeiten von zehn bis zwölf Stunden realisieren lassen. Elektrische Antriebe an Vorder- und Hinterachse sowie die entkoppelte Arbeitshydraulik bei Radladern bieten erhebliche Vorteile hinsichtlich Effizienz, Fahrverhalten und Wartungskosten. Unser Fokus liegt deshalb klar auf der Elektro-Technologie – vom 1,9-Tonnen-Minibagger bis hin zum 55-Tonnen-Radlader.

"Kleine Verbrennungsmotoren versorgen elektrische Antriebe und ermöglichen Kraftstoffeinsparungen von bis zu 60 Prozent."
– Wilhelm Laven, XCMG
bau.bi: Welche politischen Rahmenbedingungen halten Sie für notwendig, um alternative Antriebe zu fördern?
Wilhelm Laven: Unabhängig von geopolitischen Krisen bringen E-Maschinen ihre Vorteile durch geringere Emissionen, Lärmbelastung und Betriebskosten bereits heute mit. Wir gehen davon aus, dass sich die politischen Rahmenbedingungen weiter in Richtung elektrischer Antriebe entwickeln. Europäische, nationale und regionale Förderprogramme sollten den Ausbau von Energiespeichern und deren wirtschaftliche Verfügbarkeit weiter unterstützen.
Mobile und stationäre Batteriespeicher bieten doppelte Vorteile: Sie speichern Energie für den Baustellenbetrieb und können überschüssige Energie bei Nichtnutzung wieder ins Netz zurückführen. Dadurch lassen sich Lastspitzen abfedern und langfristig attraktive Energiepreise für die Bauindustrie ermöglichen. Aus unserer Sicht sollten daher insbesondere Investitionsförderungen für mobile und stationäre Batteriespeicher weiter ausgebaut werden.
Elektro, Wasserstoff oder E-Fuels: So reagieren die Baumaschinen-Hersteller:
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