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Quartiersentwicklung in Trier: Regenwassermanagement und Entsiegelung in der Jäger-Kaserne

Wohnungsbau

Alte Kaserne wird modernes Stadtquartier

07.10.2026, 12:16
TRIER
Quartiersentwicklung in Trier: Regenwassermanagement und Entsiegelung in der Jäger-Kaserne
Auf dem Gelände der ehemaligen Jägerkaserne in Trier-West entsteht ein neues Stadtquartier mit Wohnraum, Grünflächen und einem renaturierten Irrbach als zentralem Freiraum | Foto: EGP

Auf der ehemaligen Jägerkaserne in Trier-West werden aktuell zehn Hektar Fläche entsiegelt. Im vierten Quartal 2026 beginnt dort die Offenlegung des Irrbachs. Das Konversionsprojekt kombiniert die Schaffung von 460 Wohneinheiten mit einem innovativen Regenwassermanagement, das wie eine natürliche Rigole funktioniert.


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Im sogenannten „Projekt im Westen“ laufen derzeit die Vorbereitungen der technischen Infrastruktur. Der seit September 2023 rechtskräftige Bebauungsplan bildet die Grundlage für die Revitalisierung der Brachfläche durch die EGP GmbH, beratend begleitet von Drees & Sommer. Der erste Bauabschnitt mit der Unterführung unter der Eurener Straße ist bereits abgeschlossen. Damit entsteht neuer Wohnraum in der Innenstadt, ohne dass zusätzliche Naturflächen außerhalb versiegelt werden müssen.

Geplant sind neben den Wohneinheiten auch neue Freiräume, Spiel- und Aufenthaltsflächen für den gesamten Stadtteil als verbindendes Element mit hoher Wohn- und Lebensqualität.

„Die Umnutzung der Jägerkaserne bietet die Chance, dringend benötigten Wohnraum zu schaffen und zugleich den Trierer Westen nachhaltig weiterzuentwickeln. Aus dem ehemaligen Kasernengelände entsteht ein vielfältiges Quartier mit attraktiven Freiräumen, das ökologische und soziale Aspekte gleichermaßen berücksichtigt", sagt Christoph Paulußen, Projektleiter der EGP.

Bachoffenlegung für natürliches Regenwassermanagement

Die zentrale bautechnische Herausforderung des Projekts ist die Renaturierung des Irrbachs. Von seinen 2,1 Kilometern Gesamtlänge verliefen bislang 1,6 Kilometer verrohrt unter dem Kasernenareal. Künftig übernimmt das offengelegte Gewässer eine technische Doppelfunktion: Es leitet das Niederschlagswasser des neuen Quartiers ab und speichert es ähnlich einer unterirdischen Rigole. Durch die verzögerte Abgabe in Richtung Mosel wirkt das System wie ein natürliches Regenrückhaltebecken.

„Bachöffnungen dieser Art gelten als anspruchsvolle Vorhaben. Wo ein Gewässer jahrzehntelang unterirdisch verlief, treffen Renaturierung und bestehende Stadtstruktur unmittelbar aufeinander. Bebauung, Leitungen und Verkehrswege müssen mit dem neuen offenen Bachlauf in Einklang gebracht werden, ohne die Sicherheit im Quartier zu beeinträchtigen“, sagt Max Vogel, Leading Consultant und Experte für Quartiersentwicklung bei Drees & Sommer.

Quartiersentwicklung im Bestand fordert exakte Bauplanung

Die architektonische Umsetzung der rund 460 Wohneinheiten übernimmt die Arge „better together“. Davon werden etwa 220 Einheiten im ersten Bauabschnitt als Mehrfamilienhäuser realisiert. Da die neue Wohnbebauung, unterirdische Leitungen und Verkehrswege mit dem neuen offenen Bachlauf synchronisiert werden müssen, stellt die Gewässerfreilegung im städtischen Bestand hohe Anforderungen an die Bauplanung und Bauausführung.

Fördergelder für Freiraumgestaltung und Spielplätze

Neben den Wohngebäuden sieht das städtebauliche Konzept großflächige Freiräume vor. Der Bau der Naherholungsräume startet ebenfalls im vierten Quartal 2026. Zwei neue Spielplätze, ein Social Club, gemeinschaftlich nutzbare Gartenflächen, eine Kreativwerkstatt und kurze Wege sollen das gemeinschaftliche Miteinander im Quartier fördern. Diese Räume werden über das Programm „Wachstum und nachhaltige Entwicklung“ (WNE) der Städtebauförderung kofinanziert. Sie sollen dem gesamten Stadtteil bereits während der andauernden Bauphase zur Verfügung stehen.

„Das Projekt im Westen zeigt beispielhaft, wie aus einer ehemaligen Militärfläche ein lebendiges Stadtquartier entstehen kann. Die Entwicklung solcher Areale spart nicht nur Ressourcen, sondern stärkt bestehende Strukturen und eröffnet neue Nutzungsmöglichkeiten“, so Vogel.

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Quelle: Drees & Sommer SE

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