Covivio Tower 030BLN
Alexanderplatz Berlin: Neues Hochhaus erhält fassadenintegrierte PV-Anlage

Am Berliner Alexanderplatz errichtet das Immobilienunternehmen Covivio ein Hochhaus, das die Funktionen eines kleinen Quartiers vereinen soll: Büros, Einzelhandel, Gastronomie und rund 300 Wohneinheiten entstehen unter einem Dach. Die Besonderheit des 130 Meter hohen Gebäudes soll dabei seine Fassade werden. Als erstes deutsches Hochhaus über 60 Meter bekommt der 030BLN eine fassadenintegrierte Photovoltaikanlage verbaut.

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Die integrierte Photovoltaikanlage des Covivio Towers erstreckt sich den Planungen zufolge über Dach und Gebäudehülle und erzeugt einen Teil des benötigten Stroms direkt am Hochhaus. Damit ein Gebäude dieser Höhe überhaupt eine PV-Fassade tragen darf, musste das Deutsche Institut für Bautechnik zustimmen. 864 Solarmodule liefern laut dem Beratungsunternehmen Drees & Sommer, das dieses Projekt begleitet, rund 120.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr. So viel verbrauchen demnach etwa 30 bis 40 durchschnittliche Haushalte im Jahr.
Kühlung und Wärme über Bohrpfähle
Während viele Hochhäuser in der Berliner Innenstadt allein ans Fernwärmenetz angebunden sind, soll der 030BLN Energie zurückgewinnen können. 54 thermisch aktivierte Bohrpfähle machen das Fundament demnach selbst zur Energiequelle. Sie wirken wie ein Wärmetauscher zwischen Gebäude und Erdreich. Im Winter entzieht die Anlage dem Boden Wärme und nutzt sie zum Heizen des Gebäudes. Im Sommer kehrt sich der Prozess um: Die Pfähle geben überschüssige Wärme an das Erdreich ab und unterstützen so die Kühlung des Hochhauses mit 33 Stockwerken. Das spart Energie, die eine klassische Klimaanlage zusätzlich verbrauchen würde, und heizt an heißen Tagen außerdem nicht zusätzlich die Innenstadt auf. „Diese Bohrpfähle brauchten wir ohnehin, um die Lasten des Turms sicher in den Baugrund abzutragen. Sie zusätzlich als Energiepfähle zu nutzen, ist technisch sehr anspruchsvoll, aber deutlich effizienter, als eigene Bohrungen für die Geothermie zu setzen", sagt Kay Promehl, Associate Partner bei Drees & Sommer.
030BLN: Sprinklertank in Doppelrolle
Auch überschüssige Energie soll im neuen Hochhaus nicht verloren gehen. Der für den Brandschutz vorgeschriebene Sprinklertank übernimmt zugleich die Rolle eines Pufferspeichers und lagert Kälte zwischen, bis sie benötigt wird. Den Sicherheitsplan hat Covivio für Nutzer mit erhöhten Sicherheitsanforderungen ausgelegt, um sie beispielsweise vor Cyberangriffen zu schützen. Das Projektteam von Drees & Sommer entwickelte dafür ein Konzept in enger Abstimmung mit den zuständigen Behörden in Berlin. Der 030BLN bietet künftigen Mietern ein besonders hohes Sicherheitsniveau“, sagt Promehl.
Über den Covivio Tower:
- Höhe: 130 Meter, 33 Stockwerke
- Mietfläche: 60.000 Quadratemeter, aufgeteilt auf rund 300 Einheiten
- Fertigstellung: zweite Jahreshälfte 2027
- Soll beinhalten: Einzelhandel, Gastronomie, Büroflächen, Wohnungen sowie eine Kindertagesstätte
- Zusatzangebote: eine 2.500 Quadratmeter große Dachterrasse mit Gärten, Sportflächen sowie Bar- und Eventbereichen und 500 neue Fahrradstellplätze
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