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Einfaches Bauen: KS-Original und ARGE SH stellen Typengebäude vor

Einfaches Bauen: KS-Original und ARGE SH stellen Typengebäude vor
KS-Original forciert das Typengebäude Einfaches Bauen der ARGE SH: Bis zu 1.200 €/m² Ersparnis im Geschosswohnungsbau sind damit realistisch. | Foto: palladium.de/KS-Original

Die Krise im Wohnungsbau verlangt praxistaugliche Typenlösungen statt überbordender Sonderstandards. Um das Potenzial kostengünstiger Konstruktionen in den Markt zu bringen, forciert KS-Original das mit der ARGE SH entwickelte Typengebäude für den Geschosswohnungsbau. Die Berechnungen überzeugen mit bis zu 1.200 Euro Ersparnis je Quadratmeter.


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Ausufernde technische Komfortansprüche, kontinuierlich verschärfte Normen und unzählige Sonderwünsche treiben die Baukosten im Wohnungsneubau seit Jahren nach oben. Gleichzeitig bleiben Bezahlbarkeit, Dauerhaftigkeit und eine ressourcenschonende Bauweise auf der Strecke. Um der Bau- und Wohnungswirtschaft eine praxistaugliche Alternative jenseits theoretischer Debatten an die Hand zu geben, setzt sich der Baustoffverbund KS-Original für das „Typengebäude Einfaches Bauen“ ein. Das Konzept beweist, dass sich anspruchsvolle Wohnarchitektur und drastische Kostensenkungen nicht ausschließen, wenn einheitliche Planungsstandards konsequent umgesetzt werden.

Vier Geschosse im seriellen Wiederholungsprinzip

Entstanden ist der Modellentwurf in enger Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen (ARGE e.V./ARGE SH) sowie der Projektgemeinschaft redante haun architekten/Stammer Innenarchitektur. Das Planungskonzept ist als freistehendes Mehrfamilienhaus der Gebäudeklasse 4 in massiver Kalksandsteinbauweise ausgelegt und umfasst 14 Wohneinheiten auf insgesamt 889 Quadratmetern Wohnfläche. Vier strukturell identische Regelgeschosse nutzen konsequent serielle Wiederholungseffekte, wodurch Planung, Ausschreibung und Baustellenlogistik spürbar beschleunigt werden. Für die Dachzone stehen wahlweise Voll-, Staffel- oder Steildachvarianten zur Verfügung, um das Gebäude flexibel in lokale Bebauungspläne einzufügen.

Unabhängig bilanzierte Einsparpotenziale der ARGE SH

Die wirtschaftlichen und ökologischen Vorteile des Modellhauses wurden von den Bauforschern der ARGE SH im direkten Vergleich zu aktuellen Standard-Referenzbauten ermittelt. Durch den Verzicht auf Unterzüge, Vorsprünge, Balkonauskragungen und kostenträchtige Sonderkonstruktionen sinken die Herstellkosten um bis zu 1.200 Euro je Quadratmeter Wohnfläche. Zugleich weist die Primärkonstruktion einen um bis zu 24 Prozent geringeren CO₂- und Materialaufwand auf. Weil das statische Tragvermögen des Kalksandsteins schlanke Wandstärken ermöglicht, entstehen bei identischer Gebäudekubatur zudem rund 36 Quadratmeter zusätzliche vermietbare Wohnfläche – ohne Abstriche beim Schall- und Brandschutz.

Kennwerte des Typengebäudes Einfaches Bauen

Parameter / Bauteil

Spezifikation Modellentwurf

Funktionale & wirtschaftliche Wirkung

Gebäudetypologie

Freistehendes Mehrfamilienhaus (Gebäudeklasse 4)

Bundesweit anwendbarer Standard nach ARGE-Kriterien

Flächeneffizienz

14 WE auf ca. 889 m² Wohnfläche

+36 m² Mietfläche ggü. Standard-Referenzbau der ARGE

Konstruktionsprinzip

Tragende KS-Innenwände, kompakte Hülle

Reiner Lastabtrag, Verzicht auf Abfangungen

Kostenpotenzial

Bis zu 1.200 €/m² Einsparung bei Herstellkosten

Geprüfte Wirtschaftlichkeit für das bezahlbare Segment

Ökobilanz Primärbau

Bis zu 24 % CO₂-Einsparung

Wissenschaftlich bilanzierte Ressourcenschonung

TGA-Konzept

Zusammengelegte Schächte, Speichermasse

Drastische Reduktion der technischen Schnittstellen

Priorität für Wandbaustoff und Speichermasse

Konstruktiv folgt der Entwurf dem Leitsatz „Material vor Technik“. Alle tragenden Wandachsen laufen über sämtliche Stockwerke exakt übereinander, sodass Lasten direkt abgetragen werden und teure Abfangdecken entfallen. Kompakt angeordnete Sanitär- und Installationskerne minimieren die Leitungslängen und reduzieren das Schnittstellenrisiko im Ausbau. Ergänzend dient die hohe Rohdichte des Kalksandsteins als natürlicher thermischer Puffer gegen sommerliche Überhitzung. Aufwendige steuerungstechnische Gebäudeautomation wird dadurch weitgehend entbehrlich. Nach Einschätzung von KS-Original-Geschäftsführer Peter Theissing zeigt das Typengebäude, wie sich Komplexität im Planungs- und Bauprozess gezielt reduzieren lässt, ohne die Langlebigkeit oder die architektonische Qualität zu beeinträchtigen.

Flankierendes Manifest als Argumentationshilfe für die Praxis

Um die baukonstruktiven Prinzipien des Typengebäudes breiter im Markt zu verankern, flankiert KS-Original die Initiative mit einem Zehn-Punkte-Manifest zum Einfachen Bauen. Das Papier fasst die zugrundeliegenden Leitgedanken für Planungsbüros und Auftraggeber übersichtlich zusammen – von der methodischen Bedarfsermittlung in der Leistungsphase 0 über kreislaufgerechte Grundrissstrukturen bis hin zur rechtssicheren Vereinbarung reduzierter Standards. Planern soll das Manifest als argumentative Entscheidungshilfe dienen, um kostenreduzierte Entwürfe gegenüber Bauherren und Behörden fundiert durchzusetzen. Begleitend startet eine mehrteilige Fachserie, die die Umsetzung der einzelnen Positionen schrittweise anhand des realen Typengebäudes vertieft.

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