Brückenbau
Rekordbauzeit an der A 7: Hochstraße Elbmarsch auf acht Spuren erweitert

Sieben Monate vor dem geplanten Termin rollt der Verkehr über die erweiterte Hochstraße Elbmarsch in Hamburg. Im Auftrag der Deges bauten Strabag und Züblin Deutschlands längste Autobahnbrücke auf der A 7 bei laufendem Betrieb von sechs auf acht Spuren aus. Ein modulares Überfahrbauwerk und 3D-Modelle sicherten den vorzeitigen Abschluss.

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Deutschlands längste Autobahnbrücke ist wieder uneingeschränkt befahrbar. Nach sechsjähriger Bauzeit erfolgte am 26. September 2026 im Beisein von Bundesverkehrsminister Steffen Bilger die offizielle Verkehrsfreigabe für den achtstreifigen Abschnitt K 20. Das 3,84 Kilometer lange Bauwerk führt mitten durch den Hamburger Hafen und bewältigt ein tägliches Verkehrsaufkommen von mehr als 100.000 Fahrzeugen. Das ursprüngliche Brückenbauwerk aus den 1970er-Jahren stieß angesichts dieser Belastung an seine Grenzen. Den Zuschlag für die anspruchsvollen Umbau- und Erweiterungsarbeiten hatte eine Arbeitsgemeinschaft aus Strabag und Ed. Züblin erhalten.
Stützenwechsel bei fließendem Verkehr
Der Ausbau verlangte tiefgreifende Eingriffe in das Tragwerk. Die Brückenfläche von 188.000 Quadratmetern überspannt elf Verkehrswege, zwei Bahntrassen sowie ein Hafenbecken und ruht auf nahezu 1.000 Pfeilern. Für die Verbreiterung der Fahrbahn wurden 177 Pfeiler komplett neu gegründet. Eine besondere statische Herausforderung war der Rück- und Neubau von zehn sogenannten Megastützen direkt unter rollendem Schwerlastverkehr.
Modulare Brücke sichert den Verkehrsfluss
Zur Aufrechterhaltung des Verkehrs während der Pfeilererneuerung setzte das Bauteam auf eine temporäre Ingenieurlösung. Ein modulares Überfahrbauwerk des Typs "Maurer Modular Bridging System" (MMBS) leitete den Verkehr direkt über die jeweiligen Arbeitsfelder hinweg. Auf diese Weise wurden die Lasten der Autobahnbrücke abgefangen, während darunter der Abbruch und Neubau der Megastützen erfolgte. Vollsperrungen beschränkten sich auf kurze Montagezeitfenster des Überfahrsystems.
Premiere für digitales Brückenmodell

Die Steuerung der vielschichtigen Bau- und Logistikphasen erfolgte über die digitale Planungsmethode Building Information Modeling (BIM). Über ein dreidimensionales Datenmodell wurden Bauabläufe und temporäre Verkehrsführungen vorab simuliert und aufeinander abgestimmt. In dieser Größenordnung kam die BIM-Methodik bei Strabag im Brückenbau erstmals zum Einsatz. „Die vorzeitige Fertigstellung der K 20 ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie wir komplexe Infrastrukturprojekte durch unsere technische Expertise, partnerschaftliche Zusammenarbeit und digitale Innovation erfolgreich umsetzen“, so Vorstandsmitglied Peter Hübner.
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Neues Entwässerungssystem für den Gewässerschutz
Neben den 195 verbauten Stahlhohlkastenträgern mit Längen von bis zu 59 Metern erneuerte das Bauunternehmen die gesamte Entwässerungsinfrastruktur der Hochstraße. Zum Schutz der angrenzenden Gewässer und des Hafens wurden vier Regenrückhaltebecken und fünf Pumpbecken errichtet. 19 neue Verkehrszeichenbrücken mit Spannweiten von bis zu 43,5 Metern und Einzelgewichten von bis zu 41 Tonnen runden das Streckenprofil ab.
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