Solardach
Erlus Energiedach: PV-Modul fügt sich nahtlos in die Ziegellogik ein

Aufdach-Photovoltaik stört oft das Gesamtbild anspruchsvoller Architektur. Indach-Systeme bieten Abhilfe, galten in der Praxis jedoch oft als fehleranfällig beim Regenschutz. Ein neues PV-Modul verbindet nun Stromerzeugung direkt mit bewährter Ziegellogik – und löst gleich mehrere Montagehürden auf einen Schlag.

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Photovoltaik gehört auf dem Neubau mittlerweile zum Standard, angetrieben von gesetzlichen Vorgaben wie der Solarpflicht und hohen Energiekosten. Aufdach-Anlagen dominieren zwar den Markt, beeinträchtigen bei architektonisch anspruchsvollen Wohngebäuden jedoch regelmäßig die visuelle Dachlinie. Indach-Lösungen integrieren die Solarelemente unmittelbar in die Dachhaut und machen zusätzliche Tragegestelle überflüssig. Dennoch galten Photovoltaikmodule bislang als Fremdkörper im traditionellen Ziegelverbund.
Entwicklung direkt aus der Ziegellogik
Der Baustoffhersteller Erlus aus Neufahrn wählt beim Energiedach daher einen konstruktiven Ansatz, der die Energieerzeugung der bewährten Ziegellogik unterordnet. Das Modul wurde nicht als Solarpaneel mit Behelfsrahmen konzipiert, sondern als vollwertiger Ziegelersatz. „Vier Jahre Forschungsarbeit liegen hinter uns. Nun haben wir ein hochwertiges Ziegelersatzmodul geschaffen, das genauso schützt, wie der Ziegel“, erläutert Entwickler Dr. Tobias Wähler aus der Erlus-Abteilung Forschung und Entwicklung.
Dreifache Verfalzung gegen Witterungseinflüsse

Konstruktiv übernimmt das Modul die dreifache Kopf- und Seitenverfalzung des Tondachziegel-Modells Level RS. Eine integrierte Schiene aus Aluminium bildet den unteren Abschluss und führt das kantige, glatte Fugenbild der Dachfläche fort. Im Prüfbericht weist das System neben der zertifizierten Regensicherheit die Hagelwiderstandsklasse 4 nach. Gewöhnliche Anschlussrahmen-Lösungen erreichen diesen bautechnischen Schutzgrad oft nur mit hohem Zusatzaufwand.
Modulares Format ersetzt sechs Ziegel

Mit einem Bauteilgewicht von 10 Kilogramm bleibt das Solarelement handlich und entlastet das Montagepersonal auf der Baustelle. Ein einzelnes Modul deckt dabei die Fläche von 6,5 Standardziegeln ab, wodurch die Verlegung großflächig und zügig erfolgt. Gegenüber kleinteiligen Eindeckungen verringert sich die Montagezeit deutlich, während gleichzeitig Materialkosten für separate Aufdach-Halterungen entfallen.

Geringe Dachlast begünstigt Sanierungsprojekte
Das geringe Flächengewicht von rund 17,4 Kilogramm pro Quadratmeter eröffnet Einsatzbereiche über den hochwertigen Neubau hinaus. Insbesondere bei Sanierungsmaßnahmen an älteren Dachstühlen verhindert die geringe Zusatzlast aufwendige statische Verstärkungen des Tragwerks.
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